Ich höre gerade ... Jazz

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thelonica
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von thelonica »

gypsy tail wind hat geschrieben: 13 Mär 2026, 12:37
soulpope hat geschrieben: 13 Mär 2026, 11:27
thelonica hat geschrieben: 13 Mär 2026, 11:17 Bild

ARTHUR TAYLOR - Taylor's Tenors

Eine weitere Neuanschaffung aus den letzten zwei Wochen. Jetzt habe ich in den letzten Monaten viel mit Art Taylor gehört, wobei mir die Sachen mit Bud Powell, Gene Ammons, Donald Byrd, Red Garland und Mal Waldron wohl am meisten zusagen, aber vieles ist interessant. Das Team Doug Watkins und Art Taylor wird vielleicht sogar ziemlich übersehen, kaum werden die genannt, wenn es um Rhythmusgruppen geht, dabei hatten die echt viel zusammen gespielt. Ein paar Lee Morgan Alben mit Taylor kenne ich auch noch gar nicht gut. "Taylor's Tenors" hat die gleiche Rhythmusgruppe wie "Davis Cup" von Walter Davis Jr., mit Sam Jones am Bass. Charlie Rouse und Frank Foster bilden hier eine interessante Frontline, es ist ein Two Tenor Album. Das ist teilweise schneller, lebendiger Be Bop/Hard Bop, und ja zwei Monk Stücke sind auch zu hören. Interessant zu hören, weil es ein Projekt von Taylor ist, aber im Vergleich zu ein paar Ammons Alben wirkt Taylor's Tenors etwas weniger deep vielleicht. Aber im Detail kann es widerum interessant sein, denn ein Stück ist von Taylor, eins von Walter Davis, eins von Rouse plus "Fidel" von Jackie McLean. Braucht vielleicht noch ein bißchen Zeit, um es besser zu verstehen.
Interessant die Monk Stücke auch unter dem Aspekt, dass Charlie Rouse erst danach beim Meister anheuern sollte .... eine Art "audition" .... ?
Ist das so? Die Session fand am "freien Tag" (3. Juni 1959) der "5 by Monk by 5"-Sessions (1., 2. und 4. Juni) statt.

Bild

Das ist ein Foto aus dem Cathouse, im Hintergrund ist das Cover von Brilliant Corners (Release date: April 1957) zu sehen, Rouse könnte die LP also auch schon gekannt haben. Beim Foto "A Great Day in Harlem" (August 1958) trug Monk einen ähnlichen Hut. Deswegen kann man das obere Foto zeitlich ein wenig einordnen. Von Rouse weiß man allerdings, dass Monk einen Tenorplayer brauchte, weil Johnny Griffin nach Europa wollte (aber erst später ging!). Von Sonny Rollins erfuhr Charlie Rouse, dass Monk mit ihm sprechen wollte, da war der Entschluss mit Rouse spielen zu wollen wohl schon gefasst. Man kann vielleicht davon ausgehen, dass er (Monk) sich Frankie Dunlop oder Ben Riley (und auch Rouse) zuvor angehört und dann erst angefragt hatte. Proben kamen wahrscheinlich erst danach (wobei das jetzt nur ein Muster in Bezug auf die drei Sidemen wäre, vielleicht nicht bei anderen). Genaueres steht sicher im Buch von Robin D.G. Kelley
https://en.wikipedia.org/wiki/A_Great_D ... photograph
Zuletzt geändert von thelonica am 14 Mär 2026, 13:16, insgesamt 2-mal geändert.
soulpope
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von soulpope »

thelonica hat geschrieben: 14 Mär 2026, 12:52
gypsy tail wind hat geschrieben: 13 Mär 2026, 12:37
soulpope hat geschrieben: 13 Mär 2026, 11:27

Interessant die Monk Stücke auch unter dem Aspekt, dass Charlie Rouse erst danach beim Meister anheuern sollte .... eine Art "audition" .... ?
Ist das so? Die Session fand am "freien Tag" (3. Juni 1959) der "5 by Monk by 5"-Sessions (1., 2. und 4. Juni) statt.

Bild

Das ist ein Foto aus dem Cathouse, im Hintergrund ist das Cover von Brilliant Corners (Release date: April 1957) zu sehen, Rouse könnte die LP also auch schon gekannt haben. Beim Foto "A Great Day in Harlem" (August 1958) trug Monk einen ähnlichen Hut. Deswegen kann man das obere Foto zeitlich ein wenig einordnen. Von Rouse, weiß man allerdings, dass Monk einen Tenorplayer brauchte, weil Johnny Griffin nach Europa wollte (aber erst später ging!). Von Sonny Rollins erfuhr Charlie Rouse, dass Monk mit ihm sprechen wollte, da war der Entschluss mit Rouse spielen zu wollen wohl schon gefasst. Man kann vielleicht davon ausgehen, dass er (Monk) sich Frankie Dunlop oder Ben Riley (und auch Rouse) zuvor angehört und dann erst angefragt hatte. Proben kamen wahrscheinlich erst danach (wobei das jetzt nur ein Muster in Bezug auf die drei Sidemen wäre, vielleicht nicht bei anderen). Genaueres steht sicher im Buch von Robin D.G. Kelley
Danke, macht Sinn .... und das Kelley Buch wieder mal herauszukramen sicher keine schlechte Idee ....
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hurley
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von hurley »

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The John Cameron Quartet- Off Centre

Brit-Jazz vom feinsten.
It Is The Time Of Great Confusion
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vorgarten
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von vorgarten »

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sonny red, out of the blue (1959)

klassische quartett-aufnahme mit dem kleinen nicht-von-der-stange-bonus einer blue-note-produktion. kein bisschen experimentell, aber abwechslungsreich und luftig, schönes material, obwohl sie auch die ganze zeit blues spielen könnten. toll, wie aufgeräumt der sound hier ist.
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vorgarten
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von vorgarten »

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sonny criss, this is criss! (1966)

das ist auch nicht von der stange, im geist sehr ähnlich, aber ein paar jahre später, also kommt noch anderes material dazu, when sunny gets blue, days of wine and roses. gute band, walter davis jr., paul chambers, alan dawson. bei criss werde ich weiterhören, den kenne ich viel zu wenig.
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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »



Art Pepper – Geneva 1980 | Vom Ende des frühen Pepper mitten in die gute Zeit der späten Jahre. Das war beim Cellar an hohen Frequenzen fehlt, ist hier zuviel (Bass hoch- und Treble runterdrehen hilft ein wenig)... und das Klavier leidet erneut am meisten darunter. Milcho Leviev, Tony Dumas und Carl Burnett, die Burner-Band von Pepper, mit der er im Frühling und Frühsommer 1980 auch durch Europa tourte, hier im New Morning-Ableger in Genf mitgeschnitten (wir hatten es im RS-Forum mal von dem Club).

Laurie beschreibt für die Liner Notes den langweiligen Tour-Alltag: Im Hotelzimmer rumhängen, bis zum Nachmittag - Pepper sparte seine Energie für die Gigs am Abend auf, Laurie brachte Essen aufs Zimmer, man las die Taschenbücher, die sie eingepackt hatte. Am Nachmittag hängten sie in Genf in der winzigen Hotellobby rum und guckten auf dem einzigen Fernseher im Haus Wimbledon, und abends ging es dann für den Sound-Check in den Club: "The club was huge, the audience - enormous. Art was so exhilarated by their rowdy, ravenous appreciation, he was at his very best. As was the band. The band was tight. All tunes were great! This version of 'Patricia' might just be the best on record. I'll swear this is the hottest version of 'Miss Who' he ever played."

Die Doppel-CD erschien schon letzten Sommer, aber ich hab sie erst kürzlich endlich mal gekauft ... ein rechter Sprung von 1959 nach 1980 - und im direkten Vergleich schon interessant. Dass der früher Pepper viel beweglich war, vielschichtiger, irgendwie zarter auch ... aber beim späten hört man in der Musik an einem der guten Abende (wie hier) überhaupt keine Zweifel, im Gegenteil: der macht sein Ding, die Band ist jeden Augenblick dabei ... und diese Sicherheit ermöglicht es wiederum, eine Verletzlichkeit zum Vorschein kommen zu lassen, die hinter den harten Kanten immer wieder zu spüren ist, und die mich immer wieder in Peppers späte Musik reinsaugt.

Es gibt die üblichen Pepper-Evergreens: "Mambo Koyama", "Patricia", "Blues for Blanche", "Make a List (Make a Wish)" ... dazu am Ende der ersten CD eine unvollständige Version von "I'll Remember April" (nur vier Minuten, da fehlt vermutlich viel, die Stücke dauern 10, 12, 14, 16 oder auch 19 und 22 Minuten) und auf der zweiten CD ist noch "Goodbye" von Gordon Jenkins zu hören.
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)

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soulpope
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Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von soulpope »

gypsy tail wind hat geschrieben: 14 Mär 2026, 17:47

Dass der früher Pepper viel beweglich war, vielschichtiger, irgendwie zarter auch ... aber beim späten hört man in der Musik an einem der guten Abende (wie hier) überhaupt keine Zweifel, im Gegenteil: der macht sein Ding, die Band ist jeden Augenblick dabei ... und diese Sicherheit ermöglicht es wiederum, eine Verletzlichkeit zum Vorschein kommen zu lassen, die hinter den harten Kanten immer wieder zu spüren ist, und die mich immer wieder in Peppers späte Musik reinsaugt.
Gut beschrieben, was den späten Art Pepper so besonders macht ....
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Clau
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von Clau »

Der Morgen beginnt mit Morgan:

LEE MORGAN - City Lights

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Die LP ist gerade erst vor ein paar Tagen in meine Sammlung gekommen, bisher kannte ich sie noch gar nicht. Nachdem ich sie jetzt drei oder viermal gehört habe bin ich ziemlich begeistert. Leuten wie Lee Morgan oder Curtis Fuller hört man einfach gern zu und die drei Benny Golson Kompositionen auf dem Album sind wirklich gut.

Schade, dass es kein Leader Album von Benny Golson auf Blue Note gibt.
Clau
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von Clau »

JACK WILSON - Easterly Winds

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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »

Clau hat geschrieben: 15 Mär 2026, 07:59 Schade, dass es kein Leader Album von Benny Golson auf Blue Note gibt.
Benny Golson and the Philadelphians erschien auf CD bei Blue Note ... und könnte auch wirklich fast dort erschienen sein. Vielleicht gibt es davon auch eine hübsche Hi-End-Ausgabe? Eins meiner allerliebsten Golson-Alben jedenfalls.

Und "Moanin'" ist ja eigentlich auch ein Benny Golson-Album.
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