1976

Die Siebziger - die Dekade und Einzeljahrgänge
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Grievous Angel
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Re: 1976

Beitrag von Grievous Angel »

dengel hat geschrieben: 12 Mär 2026, 11:44
Grievous Angel hat geschrieben: 12 Mär 2026, 11:37 Hier möchte ich mich auch schon mal für den schönen Thread bedanken!

Bei mir ist der Jahrgang 1976 in der Spitze verdammt stark aufgestellt, aber in der Breite neben 1979 einer der schwächeren aus den großartigen 70s. Gerade im Bereich der Rock-Musik kann ich da garantiert einige Empfehlungen aufgreifen. Von Eloy oder Golden Earring kenne ich beispielsweise überhaupt nichts. Sollte ich mal ändern!
Ja, ändere das. Von Eloy kannst du bei allen Alben von 1974-1979 nichts verkehrt machen. Für den Einstieg bei Golden Earring empfehle ich die "Live" aus 1977,
Cool, besten Dank für die Empfehlungen! Bei Golden Earring ist das in diesem Thread gelobte "Moontan" ein guter Einstieg, wenn man mit einem Studioalbum beginnen möchte? (Dann höre ich auch mit off-topic wieder auf)
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Wopperdaler
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Re: 1976

Beitrag von Wopperdaler »

Grievous Angel hat geschrieben: 12 Mär 2026, 11:52
dengel hat geschrieben: 12 Mär 2026, 11:44
Grievous Angel hat geschrieben: 12 Mär 2026, 11:37 Hier möchte ich mich auch schon mal für den schönen Thread bedanken!

Bei mir ist der Jahrgang 1976 in der Spitze verdammt stark aufgestellt, aber in der Breite neben 1979 einer der schwächeren aus den großartigen 70s. Gerade im Bereich der Rock-Musik kann ich da garantiert einige Empfehlungen aufgreifen. Von Eloy oder Golden Earring kenne ich beispielsweise überhaupt nichts. Sollte ich mal ändern!
Ja, ändere das. Von Eloy kannst du bei allen Alben von 1974-1979 nichts verkehrt machen. Für den Einstieg bei Golden Earring empfehle ich die "Live" aus 1977,
Cool, besten Dank für die Empfehlungen! Bei Golden Earring ist das in diesem Thread gelobte "Moontan" ein guter Einstieg, wenn man mit einem Studioalbum beginnen möchte? (Dann höre ich auch mit off-topic wieder auf)
Moontan ist richtig, ist ihr Meisterwerk und nicht nur wegen Radar Love.
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Grievous Angel
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Re: 1976

Beitrag von Grievous Angel »

Merci. :)
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Talking Head
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Re: 1976

Beitrag von Talking Head »

Manfred Mann’s Earthband - The Roaring Silence (1976) * * * * *

Kurze Vorgeschichte: Meine Zeit in der Mittelstufe verbrachte ich von der 7. bis 10. Klasse in einer für Berlin relativ neuen Schulform, genannt Gesamtschule. Die Schule hatte überwiegend neue und recht progressive Lehrer.

Im Kunstunterricht erlaubte es unser Lehrer Herr F. beispielsweise, dass wir Schüler Platten mitbrachten und diese während des Unterrichtes auf seiner bereitgestellten Stereoanlage abgespielt werden durften 😊

Da einige Schüler immer den neuesten Scheiß anschleppten, lernte ich dieses Album der MMEB als erstes bei seiner Veröffentlichung kennen. Einige vorherige Alben der Band kannte ich bereits, aber dieses hörte sich für meine Ohren etwas anders an.

Der Start mit Blinded By The Light, einem weiteren sehr gelungenen Springsteen Cover überzeugte mich sofort. Manfred Mann war eben ein sehr talentierter Neuinterpret von bewährtem Material. Insgesamt finde ich auch heute viele Cover interessanter und besser als die Originalversionen.

Auch Singing The Dolphin Through hatte irgendwie eine Lockerheit, die ich auf den Alben der Band davor so nicht gehört hatte. MM’s Keybords klangen nicht mehr so schwer und erdig, sondern hatten eher etwas „Spährisches“. Gepaart mit dem wunderbaren Gesang von Chris Thompson und dem teilweise engelsgleichen Chorgesang auch ein wunderbarer Track. Hier war der Urheber Mike Heron.

An Waiter, There’s A Yawn In My Ear werden sich bei diesem Album wohl immer die Geister scheiden. Ich finde es einfach wunderbar und als dritten etwas längeren Track auf dem Ende der ersten Seite passend platziert. Da ging wahrscheinlich mit MM noch mal die Chapter Three-Phase durch.

Auf der zweiten Seite beweist die Eartband dann, dass sie es mit dem Songwriting auch alleine drauf hat.

The Road To Babylon startet wieder mit dem engelsgleichen Chorgesang, ehe der Track ins etwas härtere Fach wechselt. Ich höre hier ein paar winzige Anleihen an Alan Parson’s Projekt und Pink Floyd. Mit Chris Thompson, der auch auf diesem Track vollends überzeugt, hatte MM wohl für die nächste Zeit seinen perfekten Sänger gefunden.

Von ähnlicher Schönheit sind dann auch This Side Of Paradise und Starbird, bevor das Album mit dem fulminanten Questions leider viel zu schnell zu Ende geht.

Danke an meine Klassenkameraden Frank und Oliver. Für mich waren sie während der vier Jahre unserer gemeinsamen Schulzeit eine echte Quelle der musikalischen Inspiration!
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Wenzel
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Re: 1976

Beitrag von Wenzel »

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Zuletzt geändert von Wenzel am 17 Mär 2026, 17:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Onkel Tom
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Re: 1976

Beitrag von Onkel Tom »

@Talking Head

Schönes Album. Bei mir auch mit voller Punktzahl auf Nr. 8 in 1976. Liste ist in Arbeit, wird aber dauern. Ich muss doch etliches nochmal hören bzw. neu bewerten.
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Wopperdaler
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Re: 1976

Beitrag von Wopperdaler »

@Talking Head Sehr schöne Besprechung von Roaring Silence, damit kann ich mir meinen Senf dazu sparen, da ich die Platte grundsätzlich auch so höre, außer Singin' The Dolphin Through, ich meine mich erinnern zu können, das wir beide früher schon mal darüber gesprochen haben.
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Talking Head
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Re: 1976

Beitrag von Talking Head »

Wopperdaler hat geschrieben: 12 Mär 2026, 19:50 @Talking Head Sehr schöne Besprechung von Roaring Silence, damit kann ich mir meinen Senf dazu sparen, da ich die Platte grundsätzlich auch so höre, außer Singin' The Dolphin Through, ich meine mich erinnern zu können, das wir beide früher schon mal darüber gesprochen haben.
Lieben Dank für das Kompliment, @Wopperdaler, aber mich würde auch gerade dein Senf und deine Sichtweise zu dem Album interessieren. Ich werde meinen auch noch zu Eloy - Dawn hinzufügen und auch gerne Rainbow - Rising aus zwei Sichten kommentieren. Kann ja nicht schaden, wenn ein eventueller Nichtkenner eines Albums verschiedene Aspekte erfährt. So etwas gab es leider früher in Musikzeitschriften m.M.n. viel zu selten.
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Wopperdaler
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Re: 1976

Beitrag von Wopperdaler »

Grobschnitt - Jumbo (D) (Keine Chartsplatzierungen)

Die Hagener Grobschnitt waren die erste Band, die in Deutschland zwei Versionen eines Albums veröffentlichten. Jumbo erschien 1975 mit englischen und 1976 mit deutschen Texten. Der Vorgänger Ballermann (1974) war noch eher im Jam-artigen Kraut/Space Rock zu verorten. Davon konnte ich mich Anfang 1975 beim Konzert in der Aula meiner damaligen Berufsschule überzeugen. Das war Rocktheater in Reinkultur, mit Masken, Verkleidungen, Requisiten und Feuerwerk. Beim neuen Album setzten sie eher auf Progressive Rock mit eindringlichen Texten in der Tradition der britischen Vorbilder Yes, Genesis und ELP. Ein ewiger Liveklassiker und Bandhymne neben Solar Music, wurde Vater Schmidt's Wandertag mit der unvergesslichen Anfangstextzeile: "Heut ist ein schöner Tag, wie Vater Schmidt ihn mag, er reißt das Fenster auf und knallt ein Marschlied drauf". Sonntag's Sonnabend steht ganz im Zeichen der obengenannten Prog Bands. Die Liveshows dazu dauerten bis zu drei Stunden, natürlich mit dem Höhepunkt Solar Music, das sich meistens bis zu einer Stunde ausdehnte.
Das nächste Album Rockpommel's Land sollte dann ihr Studiomeisterwerk werden.

Highlights - Vater Schmidt's Wandertag, Sonntag's Sonnabend, Der Clown, Traum und Wirklichkeit


Hawkwind - Astounding Sounds, Amazing Music ( D -, UK 33, US -)

Nach ihrem Top Album von 1975 Warrior On The Edge Of Time, tat sich bei den Space Rockern personell einiges. Bob Calvert übernahm den Leadgesang, Paul Rudolph den Bass, weil Lemmy Kilmister an der kanadischen Grenze wegen Drogenbesitzes verhaftet worden war und daraufhin gefeuert wurde. Hawkwind hätte sonst die laufende Tour absagen müssen, was finanziell ein Desaster geworden wäre.
Der Sound der neuen Platte hatte sich insgesamt etwas in Richtung Classic Rock verschoben, mit gelegentlichen elektronischen und jazzigen Fusion Einschüben. Die beiden stärksten Stücke kommen gleich zu Beginn, Reefer Madness und Steppenwolf, wobei letzteres vielleicht der größte Moment von Bob Calvert als Sänger von Hawkwind war. Über einem im Santana Stil gehaltenen Gitarren Riff, singt Calvert den Song, der von Herman Heese's Steppenwolf inspiriert wurde, über einen Wolfsmenschen. der in der Einsamkeit der Großstadt gefangen ist. Die Mischung von Nik Turner's Saxofon, der Violine von Simon House und der Power der beiden Drummer King und Powell, heben diesen fast zehnminütigen Song auf ein ganz hohes Niveau.
Der Opener Reefer Madness, benannt nach einem Film von 1936 über die Gefahren von Marihuana, startet mit einem Heavy Riff und besticht durch seinen Groove, sowie einem tollen Violinensolo. Textlich ist das Thema wie gemacht für Calvert, der aufgrund seiner Krankeit, (Bipolare Störung) häufig ein Grenzgänger war.

Kurzes Textbeispiel nach dem zu häufigen Genuss von Dope: "One night i was smoking dope, when i looked at my hands and I saw I had eleven fingers. One of these fingers fell from my hand onto the carpet, crawled across the floor, up on my shelf inside my piggy bank and stole my stash". Witzig und gleichzeitig beängstigend.

Leider können die restlichen Songs des Albums das hohe Niveau der beiden Stücke nicht halten. Kerb Crawler und Kadu Flyer sind aber gefällige kurze Hard/Classic Rock Songs, während die drei Instrumentals zwischen Genie und Wahnsinn pendeln.

Highlights: Reefer Madness, Steppenwolf, Kerb Crawler, Kadu Flyer
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Hallogallo
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Re: 1976

Beitrag von Hallogallo »

Highdelberg - s/t

Da hat sich 1976 eine Supergroup des deutschen Krautrock zusammen getan, mit Mitgliedern von Kraan, Guru Guru und Cluster/Harmonia:

Ax Genrich - guitar / percussion / bass / banjo / mouth organ / vocals
Mani Neumeier - drums / conga
Jan Fride - drums
Peter Wolbrandt - guitar / conga / vocals
Helmut Hattler - bass / backing vocals
Dieter Moebius - ARP synthesizer
Achim Roedelius - Yamaha organ / echo

Es blieb das einzige Album dieses Projektes. Aufgenommen von Conny Planck in dessem Studio. Die Besetzung verspricht viel, das Album kann dies Versprechen aus meiner Sicht leider nicht erfüllen. Eine Sammlung von Rocksongs, nichts experimentelles, kein Prog; und die Synthies höre ich so gut wie nie. Handwerklich gibt es allerdings nichts zu bemängeln.

"Betreutes Proggen" nennt das Album "Im Grunde genommen ... ein Soloalbum des Gitarristen Ax Genrich. ... Dabei sind sie mal rockig, mal funky und mal bluesig unterwegs. ... Bluegrass Nummern und ein Blues Stück sind ebenso vertreten wie vorsichtige Ausflüge in den Jazzrock Bereich."

Kann man gut hören, aber eher kein muss, würde ich sagen. Am ehesten was für 70er-Rock-Liebhaber.
We hope you all enjoy the show. And remember, people, that no matter who you are and what you do to live, thrive and survive, there're still some things that makes us all the same. You. Me. Them. Everybody. Everybody.