Der letzte Film, den ich gesehen habe

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Talking Head
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Talking Head »

Der Griff nach den Sternen (A Million Miles Away, Alejandra Márquez Abella, 2023)

Der Sohn einer mexikanischen Wanderarbeiterfamilie möchte Astronaut werden. Sein Vater beschließt, seinen Traum von einem hübschen Häuschen in den USA aufzugeben, ermöglicht dem Sohn eine gute Schulausbildung und wartet ab.

Der Sohn, inzwischen Ingenieur, wird auf seiner ersten Stelle erst einmal mit dem neuen Hausmeister verwechselt und außerdem mit Kopierarbeiten beschäftigt, bis er den Kollegen auf Grund komplexer Berechnungen beweist, was in ihm steckt.

Die NASA will ihn aber nicht haben und lehnt diverse Bewerbungen ab. Doch José Moreno Hernández ist insbesondere durch die Unterstützung durch seine Ehefrau beharrlich ...

Sehenswerter Film, der auf wahren Begebenheiten beruht und den eigentlich auf Action- und Kriegsfilme abonnierten Michael Peña mal in einer ganz anderen Rolle zeigt.
Das Leben als Pensionär ist einfach nur geil!
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FifteenJugglers
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von FifteenJugglers »

Zuletzt gesehen:

Viva Las Vegas (George Sidney, 1964)

Das Drehbuch gewinnt, wie bei den meisten Elvis-Filmen, keinen Originalitätspreis: Finanziell klammer Rennfahrer verliebt sich in Schwimmlehrerin, gewinnt Rennen, heiratet Mädchen. Dass der Film trotzdem zündet, liegt zu 50% an der Ausstrahlung und der Performance von Ann-Margret, die Elvis hier klar aussticht. Die Chemie stimmte offensichtlich auch, es kam zu einer Affäre zwischen den Hauptdarstellern. Und noch Jahrzehnte später bezeichnete Ann-Margret Elvis als „Soulmate“.
Lieblingsmomente:
- „The Lady Loves Me“, das Duett von Elvis und Ann-Margret. Großartige Performance, tolle Lyrics, makellos in Szene gesetzt. Skandalöserweise wurde der Track erst 1983 offiziell veröffentlicht.
- Der irrwitzige Tanz von Ann-Margret in der Turnhalle der Universität.
- Die Anfangssequenz mit „Viva Las Vegas“ zur Kamerafahrt vorbei an den Lichtern des Las Vegas Strip. („Viva Las Vegas“ wird auch im Film noch einmal performt, aber die Szene kommt nicht ganz so gut.)
- „Appreciation“, gesungen/getanzt von Ann-Margret.
Nicht alles an dem Film ist toll, manches ist schlecht gealtert, manches war wahrscheinlich damals schon cringy, und das Ende kommt sehr abrupt. Man könnte vermuten, Colonel Tom Parker hätte den Stecker gezogen (der Film sprengte am Ende wohl das geplante Budget, auch aufgrund der aufwendigen Kameraarbeit). Trotzdem: Sollte man mal gesehen haben. 7,5/10.
Zuletzt geändert von FifteenJugglers am 07 Mär 2026, 15:40, insgesamt 1-mal geändert.
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salamandersalat
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von salamandersalat »

Das könnte der Anstoß sein, endlich mal in die 8-Film-Collection aus den Niederlanden reinzuschauen. Welchen sollte ich mir denn als "besten" Elvis-Film zuletzt anschauen? Jailhouse Rock?
Keramikvasen geh'n jetzt wieder viel leichter kaputt.
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FifteenJugglers
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von FifteenJugglers »

Ich habe da keine Meinung zu. Ich habe nur ein paar gesehen, und bei den meisten ist das schon ewig her.
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jimmydean
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von jimmydean »

salamandersalat hat geschrieben: 05 Mär 2026, 21:40 Das könnte der Anstoß sein, endlich mal in die 8-Film-Collection aus den Niederlanden reinzuschauen. Welchen sollte ich mir denn als "besten" Elvis-Film zuletzt anschauen? Jailhouse Rock?
also für mich ist "viva las vegas" eh der beste.. vor allem da der titelsong formidabel von den dead kennedys gecovert wurde... cineastisches masterpiece ist da aber imho eh keines zu entdecken
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h8g7f6
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von h8g7f6 »

NR24 - Norwegischer Film über den Widerstand im dritten Reich als Rückblick des gealterten Protagonisten. Wehret den Anfängen!
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h8g7f6
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von h8g7f6 »

Becoming Led Zeppelin

Unterhaltsam und informativ. Bringt mir zumindest die Band schon näher. Bin vor allem von John Bonham beeindruckt.
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Friedrich
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Friedrich »



Verbrannte Erde (Thomas Arslan, 2024)

Hatte ich 2024 schon im Kino gesehen. Läuft gerade noch ein paar Tage bei arte im Stream. Einer der Filme, die beim zweiten mal Sehen noch viel besser werden, weil man da erst richtig erkennt, wie die Geschichte aufgebaut ist, wie die Figuren agieren und warum.

Man kann entweder sehr viel oder sehr wenig über Verbrannte Erde schreiben. Wir sehen eigentlich immer nur die Oberfläche. Was in den Köpfen und Seelen der Menschen im Film vorgeht, wird nur angedeutet. Sie sind schweigsam, selbst die Mimik ist kontrolliert und zurückhaltend. Kein Wort zuviel, nichts preisgeben, denn hier kann keiner dem anderen trauen. Die Spannung entsteht hier zwischen den wenigen gespochenen Sätzen und zwischen den Szenen, in den wirklich etwas passiert. Berlin als Kulisse besteht hier aus anonymen Hotelzimmern, stereotypen Büros, Parkhäusern, Stadtautobahnen und Gewerbegebieten. Das ist kühl, bitter, aber nicht zynisch, denn irgendwie fühlt man sich doch in die Hauptfigur Trojan ein, den einsamen Berufskriminellen, großartig gespielt von Mišel Matičević.

Ganz am Ende tut sich ein kleiner Spalt Hoffnung auf etwas menschliche Wärme zwischen Trojan und seiner Komplizin Diana (Marie Leuenberger) auf. Aber auch die löst sich in einer schauspielerisch unterkühlten, aber unterschwellig emotionsgeladenen Szene auf. Gefühl gehört leider nicht zum Geschäft.

Großartig!
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zissou
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von zissou »

Friedrich hat geschrieben: 07 Mär 2026, 13:36

Verbrannte Erde (Thomas Arslan, 2024)

Hatte ich 2024 schon im Kino gesehen. Läuft gerade noch ein paar Tage bei arte im Stream. Einer der Filme, die beim zweiten mal Sehen noch viel besser werden, weil man da erst richtig erkennt, wie die Geschichte aufgebaut ist, wie die Figuren agieren und warum.

Man kann entweder sehr viel oder sehr wenig über Verbrannte Erde schreiben. Wir sehen eigentlich immer nur die Oberfläche. Was in den Köpfen und Seelen der Menschen im Film vorgeht, wird nur angedeutet. Sie sind schweigsam, selbst die Mimik ist kontrolliert und zurückhaltend. Kein Wort zuviel, nichts preisgeben, denn hier kann keiner dem anderen trauen. Die Spannung entsteht hier zwischen den wenigen gespochenen Sätzen und zwischen den Szenen, in den wirklich etwas passiert. Berlin als Kulisse besteht hier aus anonymen Hotelzimmern, stereotypen Büros, Parkhäusern, Stadtautobahnen und Gewerbegebieten. Das ist kühl, bitter, aber nicht zynisch, denn irgendwie fühlt man sich doch in die Hauptfigur Trojan ein, den einsamen Berufskriminellen, großartig gespielt von Mišel Matičević.

Ganz am Ende tut sich ein kleiner Spalt Hoffnung auf etwas menschliche Wärme zwischen Trojan und seiner Komplizin Diana (Marie Leuenberger) auf. Aber auch die löst sich in einer schauspielerisch unterkühlten, aber unterschwellig emotionsgeladenen Szene auf. Gefühl gehört leider nicht zum Geschäft.

Großartig!
war auch sehr begeistert, toller Film!
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FifteenJugglers
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von FifteenJugglers »

Gestern Herzog-Double-Feature (zur Abwechslung mal nicht im Kino):

Lektionen der Finsternis (Werner Herzog, 1992)

Herzogs Film über die Auswirkungen des Golfkriegs ist mehr Essay-Film als Dokumentation, was ihn im Zweifelsfall eher noch stärker macht. Den Schwerpunkt bilden die Ölquellenbrände, die Löscharbeiten und die großflächige Umweltzerstörung. Die Bilder wirken apokalyptisch, in Verbindung mit Herzogs Voiceover leicht surreal. 9/10 mindestens.

The Fire Within (Werner Herzog, 2022)

"The Fire Within" ist Herzogs Hommage an die Dokumentarfilmer und Vulkanlogen Maurice und Katia Krafft, die 1991 beim Ausbruch des Unzen ums Leben kamen. Der Film ist im wesentlichen eine Collage aus dem spektakulären Bildmaterial der beiden. Ein kleiner Kritikpunkt ist die Musik, die sich manchmal etwas zu stark in den Vordergrund drängt. Trotzdem ein starker Film. 8/10.