amina claudine myers, poems for piano (the piano music of marion brown) (1979)
ich habe nach wie vor nur einen schrottigen vinylrip davon, der mich allerdings jetzt schon viele jahre begleitet. da ich marion browns liner notes nie gelesen habe, weiß ich wenig über das projekt: klavierkompositionen eines altsaxofonisten, nach gedichten, die sich auf jean toomer beziehen, einem protagonisten der harlem renaissance. das lange album (über 50 minuten auf vinyl) hat zwei teile, seite eins ist eine suite, die überhaupt kein imressionistisches getupfe bietet, sondern recht schroffe, kontrastreiche imrpovisationen mit nur wenig melodischen motiven. auf der zweiten seite kippt diese anlage mehr und mehr in gospeltechniken, sucht höhepunkte, ornamentiert, bildet plateaus. dazwischen fast skizzenhafte ostinati, angedeutete songs. myers findet hier "schon" (sie war ja bereits viele jahre aktiv, hatte aber kaum aufgenommen) ihren eigenen weg zwischen dem, was sozusagen in den fingern liegt, und den herausforderungen der neuen formen und praxen, die im AACM lanciert wurden. manchmal finde ich das fast schizophren, zerrissen, aber immer wieder entsteht aus diesen kontrasten etwas drittes, was dann - wie bei ihren jüngsten aufnahmen - eigentlich gar keine fragen mehr aufwirft.