Ich höre gerade ... Jazz
Ich höre gerade ... Jazz
Paul Bley + Jesper Lundgaard "Ramblin" (SteepleChase) 1986 .... (meinerseits) etwas "vergessene" Liveaufnahmen @ Montmartre Kopenhagen .... wiederhörenswert .....
"I'm not much but I'm all I have" (Philip K. Dick)
Re: Ich höre gerade ... Jazz
Gary Peacock "E.D.T." (Soul Note) 1997 .... aus einer Session von Solo- und Duotracks mit Paul Bley aufgenommen am 6ten April 1992 und als Album "Mindset" veröffentlicht .... phänomenal und nicht weniger ....
"I'm not much but I'm all I have" (Philip K. Dick)
Re: Ich höre gerade ... Jazz
GENE AMMONS - Hi Fidelity Jam Session/The Happy Blues
Ammons und Art Farmer spielten beide in Big Bands, vielleicht haben Ammons Alben u.a. deswegen mehr einen Ensemble Sound/Konzept, ich höre das hier mehr als Ensemble, weniger als Jam. Das erste Stück The Happy Blues ist z.B. eindeutig mehr lässige "Tanzmusik" (Jahre vor sowas wie "Madison Time"), das Intro davon beginnt mit Piano, Bass und Drums bevor die Bläser mit einem Riff einsetzen. Art Farmer hatte The Happy Blues geschrieben. Art Farmer spielte allerdings auch bei Johnny Otis, Jay McShan, (u. Lionel Hampton/Quincy Jones) obwohl man Art Farmer vielleicht sonst weniger mit Blues und Rhythm & Blues Bands verbindet. Aber Ammons und Farmer passen nicht nur auf dem Papier zusammen, musikalisch ergänzten sie sich hier ganz gut. "Can't We Be Friends" zeigt das besonders gut, das Stück ist auch eher Tanzmusik, die Performance von Ammons und Farmer bringt es noch auf ein anders Level, die Rhythmusgruppe blieb die meiste Zeit gemütlich locked in beim Groove, was bei Ammons meistens gut passt. Das Solo von Art Farmer ist grandios (Note für Note könnte man Farmer mit Harry Sweets Edison oder Kenny Dorham verwechseln!), Jackie McLean und Duke Jordan übernehmen danach noch. Ein Fragezeichen bleibt für mich der zweite Track "The Great Lie" - eine bekannte (?) Cab Calloway Nummer. Die neuere Version ist schon echt super. Beim Calloway Original könnte u.a. Ike Quebec zu hören sein (Anmerkung: Die Calloway Version war wohl eher mit Chu Berry, ein Favorit u.a. von Coleman Hawkins. Ammons spielte The Great Lie" wahrscheinlich schon etwas früher in der Woody Herman Band, weswegen die spätere Version von Ammons auch ziemlich ausgereift und dennoch frisch klingt. Der Vorschlag "The Great Lie" zu spielen kam übrigens von Art Taylor, s. LP),. "Madhouse" (von McLean) der letzte Track bricht dann mit der Gemütlichkeit, das ist vom Tempo her ein ziemlicher fordernder Mix aus Mambo, Be Bop (weniger Hard Bop), eigentlich mehr was für Tanz Champions (und über 6 Minuten lang).
Zuletzt geändert von thelonica am 28 Feb 2026, 23:58, insgesamt 4-mal geändert.
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redbeansandrice
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Ben Tucker And His Quintet – Baby, You Should Know It
zum Quintett des Bassisten Ben Tucker gehören Victor Feldman (p), Ray Crawford (g), Larry Bunker (vib) und Bobby Thomas (dr). Coverfoto von William Claxton. "When we say that this is a commercial album, no apology is intended. Like good scotch, this music goes down easy. It smiles at all times, just as you will when you find yourself playing each side again and again..." so versprechen die Liner Notes, machen dabei aber auch ein bisschen Angst... im Grunde ist das Album genau wie man denkt, die Soli sind schon gut, aber im Ganzen ist es etwas langweilig
Richie Kamuca – Jazz Erotica
davor lief eine andere neue Platte ... fun fact: es ist gar nicht so einfach, die Arme so zu halten, wie das Modell auf dem Cover, man will sich nicht ausmalen, wie sie stundenlang so dasitzen musste.... Hier war ich ziemlich neugierig, endlich mal ein Original auf HifiJazz zu hören, dem legendären Label hinter Sachen wie dem Elmo Hope Trio oder The Fox, die dann später bei Contemporary erschienen.... Klingt schon alles ziemlich gut - und musikalisch ist das 1A West Coast Jazz aus der besten Zeit dieser Musik
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redbeansandrice
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Marian McPartland – Ambiance
Tatsächlich hab ich heute drei Platten gekauft, das hier ist die dritte... und während Kamuca ungefähr so ist, wie erhofft, und Tucker schon ein bisschen toller hätte sein können, ist das hier genau das, was man immer hofft, wenn man für kleines Geld eine obskure Platte kauft: ein Volltreffer, bestes Klaviertrioalbum, das im Thread drüben nie erwähnt wurde? Ganz klar ist das nicht, aber ausschliessen wollen, würd ich es nach dem ersten Eindruck auf gar keinen Fall. Auf das Preisschildchen hatte jemand "Free Jazz" geschrieben und ich hatte mich schon gewundert, allmusic sagte "Bebop, Dizieland" aber ja: wenn man frei über vamps improvisiert und auch mal ins Klavier hineingreift um perkussive Effekte zu erzeugen, dann ist das Ergebnis weder Bebop noch Dixieland. Bass spielt Michael Moore, der auch einen grossen Teil der Stücke komponiert hat, Schlagzeug teilen sich Jimmy Madison und Billy Hart. McPartland war zu der Zeit etwas über 50 ... und offensichtlich nicht bereit, Leuten wie Herbie Hancock, Chick Corea oder Keith Jarrett das Feld einfach so zu überlassen. Was ich ja auch immer schön finde, ist, wenn es viele eher kurze Stücke gibt, Vignetten nennt man das wohl... Wie gesagt: Volltreffer.
PS: hier sind ziemlich spannende Erinnerungen von Hank O Neal an Sherman Fairchild, die beiden Partner von McPartland in ihrem gemeinsamen Labelprojekt Halcyon/Chiaroscuro...
ch höre gerade ... Jazz
Paul Bley + Gary Peacock "Again anew" (Owl Records) 1991 .... das "dream team" am 18ten Dezember 1989 @ New York ....
"I'm not much but I'm all I have" (Philip K. Dick)
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Re: Ich höre gerade ... Jazz
Das klingt gut, hätte ich gern. Ich hatte im Rahmen der Umfrage zum ersten Mal von ihr gehört, "From This Moment On" von 1979 war auf meiner Longlist für die Top20.redbeansandrice hat geschrieben: 27 Feb 2026, 15:28 Marian McPartland – Ambiance
Tatsächlich hab ich heute drei Platten gekauft, das hier ist die dritte... und während Kamuca ungefähr so ist, wie erhofft, und Tucker schon ein bisschen toller hätte sein können, ist das hier genau das, was man immer hofft, wenn man für kleines Geld eine obskure Platte kauft: ein Volltreffer, bestes Klaviertrioalbum, das im Thread drüben nie erwähnt wurde? Ganz klar ist das nicht, aber ausschliessen wollen, würd ich es nach dem ersten Eindruck auf gar keinen Fall. Auf das Preisschildchen hatte jemand "Free Jazz" geschrieben und ich hatte mich schon gewundert, allmusic sagte "Bebop, Dizieland" aber ja: wenn man frei über vamps improvisiert und auch mal ins Klavier hineingreift um perkussive Effekte zu erzeugen, dann ist das Ergebnis weder Bebop noch Dixieland. Bass spielt Michael Moore, der auch einen grossen Teil der Stücke komponiert hat, Schlagzeug teilen sich Jimmy Madison und Billy Hart. McPartland war zu der Zeit etwas über 50 ... und offensichtlich nicht bereit, Leuten wie Herbie Hancock, Chick Corea oder Keith Jarrett das Feld einfach so zu überlassen. Was ich ja auch immer schön finde, ist, wenn es viele eher kurze Stücke gibt, Vignetten nennt man das wohl... Wie gesagt: Volltreffer.


