Raoul Walsh

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Grievous Angel
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Raoul Walsh

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"For me, cinema is action. My pictures move fast. My characters traveled lonely. Gangsters... Cowboys... Soldiers... Pirates... We knew them all like the back of our hands, back then. After all, we created them."

Meinen ersten größeren Beitrag möchte ich einem Regisseur widmen, bei dem ich das Gefühl habe, dass er insgesamt sehr stark unter Wert gehandelt wird. Albert Edward Walsh, der sich für seine Karriere Raoul nannte, wurde zwar im Herbst seines Lebens mit einigen anderen ehemaligen Weggenossen von französischen Kritikern und angehenden Kino-Erneuerern als Meister seines Fachs wiederentdeckt, neben Ford, Hawks oder Hitchcock steht der Name Walsh heute aber wieder eher für einen Geheimtipp und einen respektablen Wegbereiter mit dem einen oder anderen Klassiker auf der Habenseite, denn als unbestrittene Regisseur-Koryphäe.

Und das, obwohl Walsh schon seit den Anfängen des Kinos mittendrin statt nur dabei war, als Assistent von D.W. Griffith die Grenzen des neuen Formats auslotete und dann bereits 1915 seinen ersten eigenen Spielfilm auf der Visitenkarte stehen hatte. Vielleicht liegt es aber auch gerade daran, dass Walsh von den Kindertagen des Kinos bis hinein in die 60er praktisch durchgehend aktiv und produktiv war, dass er bei den großen Würdigungen für die alten Meister regelmäßig übergangen wird (und bis 2011 nicht einmal eine offizielle Biographe zu Buche stehen hatte, abgesehen von einer als Autobiographie getarnten Abenteuergeschichte), da sich sein umfangreiches Werk über ein halbes Jahrhundert erstreckt und sich nicht so leicht einer einzelnen Film-Ära zuordnen lässt.

So war Raoul Walsh der Mann, der im umstrittenen Griffith-Epos „The Birth of a Nation“ 1915 als John Wilkes Booth Präsident Lincoln erschoss, im selben Jahr den als ersten Gangster-Film bezeichneten „Regeneration“ als Regie-Debüt auf die Leinwand brachte, Ende der 20er den ersten Outdoor-Talkie „In Old Arizona“ verantwortete (und dafür neben der Anerkennung für das ambitionierte Unterfangen mit einem Auge und seiner Schauspielkarriere bezahlte), mit „The Big Trail“ wiederum die neuen Möglichkeiten des Mediums auslotete und schließlich nach schwierigen Jahren mit überaus wechselhaften Ergebnissen in den 30ern bei Warner Bros. in Jack Warner einen verlässlichen Geldgeber und lebenslangen Freund fand, dabei in seine erfolgreichste und ergiebigste Schaffensperiode startete, bevor die angehenden 50er den Vorhang für eine letzte geschäftige Periode voller Auftragsarbeiten für diverse Filmstudios heben sollten, die bis zum würdevollen Abtritt von der großen Bühne mit „A Distant Trumpet“ 1964 von Meisterstücken bis Nichtigkeiten noch einmal alles beinhalten sollte.

Stolpert man irgendwo über seinen Namen, ist meist von einem Action- oder Western-Regisseur die Rede, dabei war Walsh in seiner langen Karriere in vielen Gebieten unterwegs. Solange Papier und Druckbuchstaben der süße Duft von Abenteuer anhaftete und im Zentrum der Geschichte eine romantische Beziehung zwischen Mann und Frau stand, konnte man Walsh mit einem einigermaßen vielversprechenden Script locken. Den Film gab es dann in der Regel wenige Monate später und innerhalb des Budgets im Kasten, selbst im Spätsommer seiner Karriere noch bis zu vier Mal pro Jahr.

Womöglich liegt es auch wie oben angedeutet an diesem beinahe durchgehend hohen Arbeitspensum, das manchen eine Art Fließband-Auftragsarbeiter suggerieren lässt oder - wohl wahrscheinlicher - am Umstand, wonach es in der langen Karriere zu keinem einzigen Filmpreis seitens der von ihm mitgegründeten Academy gereicht hat, dass die allgemeine Wertschätzung kein gerechtes Level erreicht. Walsh verstand sich selbst - zumindest offiziell - nicht als Künstler, sondern wollte mit seinen Filmen lediglich unterhalten und einen regelmäßigen Lohnscheck um seine Ausgaben für Alimente, Wetten und einer lebenslangen Liebe für Pferde zu decken. Dass er bereits in seiner Anfangszeit unter Griffith die wichtigsten Dinge über effektvolle Kameraarbeit, Schnitt und Atmosphäre gelernt hat, sieht man seinem Werk aber von Beginn weg an. Und die unverhoffte späte Wertschätzung aus Frankreich dürfte ihm auch mehr geschmeichelt haben als er je zugegeben hätte.

Wie kaum ein anderer Regisseur verstand Walsh es, seine Filme von unnötigem Ballast fernzuhalten. Selbst die weniger gelungenen Werke haben so üblicherweise ein zügiges Tempo und sind dadurch zumindest in irgendeiner Form unterhaltsam. Durch seine Art Szenen zu filmen und zu editieren machte er es auch der Zensurbehörde in der Regel schwer, seine Filme zu schneiden. Bei „The Naked and the Dead“ (einem von R.W. Fassbinders allerliebsten Filmen) war dies allerdings ein unmögliches Unterfangen.

Ich habe an R.W. auch schätzen gelernt, dass er für mich in gewisser Weise ein Portal in ein längst vergessenes Amerika aus vergangenen Jahrhunderten geworden ist. Seine Abenteuer kreisen immer wieder um historische Ereignisse wie den Bürgerkrieg, die Ära der Prohibition oder diverse internationale Konflikte mit Beteiligung der USA. Der wilde Westen durch die Augen von George Armstrong Custer oder John Wesley Hardin oder das Amerika aus Walshs Kindheit durch jene vom boxenden Gentleman James Corbett oder Brooklyn Bridge-Springer Steve Brodie werden so zu Schauplätzen einer Welt, die man nur mehr im Kino erleben konnte bzw. kann. Die geschichtliche Akkuranz steht dabei immer im Hintergrund, die Freude am Abenteuer, am Einfangen von beeindruckenden Landschaften um den Saskatchewan oder der Sierra und des Wiederauflebenlassens von vergangenen Zeiten und Figuren mit einer gehörigen Portion von sich selbst darin stehen im Zentrum und zeichnen sein Werk für mich aus. Bis zu seinem Tod hat er auf Fragen nach seinem Leben üblicherweise die wildesten Geschichten erzählt, von „Cowboys und Indianern“, gefährlichen Überfahrten oder Verfolgungsjagden in Mexiko. Diese Art von schlagfertigem Entertainer, der noch behauptet Buffalo Bill oder Mark Twain kennengelernt zu haben, sich mit wahnwitzigen Abenteuergeschichten von den Erschwernissen oder auch der grauen Monotonie des Alltagslebens davonträumt und Witze über seine Begegnungen mit den Angehörigen allerlei indigener Völker, die ist wohl mit ihm gemeinsam ausgestorben. Seine Autobiographie könnte jedenfalls genauso gut einem verworfenen Filmskript entstammen.

Innerhalb eines halben Jahrhunderts arbeitete Walsh für und mit den wichtigsten Leuten Hollywoods ihrer Zeit, verhalf John Wayne zu seiner ersten großen Rolle (was sich leider fürs Erste nicht auszahlen sollte) und Humphrey Bogart zum großen Durchbruch, quälte sich mit George Raft herum und schuf nebenbei einige der ikonischen Figuren der amerikanischen Filmgeschichte mit den Gesichtern von Bogey, Cagney, Peck, Lupino, de Havilland, Russell, Swanson, Mitchum, Fairbanks, Gable oder seinem Kumpel Flynn. Auch wenn seinem Namen nicht derselbe Glanz anhaftet wie jenem anderer Altmeister, halte ich ihn für einen der allergrößten Regisseure überhaupt, einen Auteur, der das aber nicht unbedingt sein wollte, mit einem großen Gespür für die Facetten des Filmgeschäfts während seiner Zeit:

„A peculiar thing – you could kill a Cagney or a Bogart and have a very successful picture. But you could never kill a Gable, a Cooper or a Peck. The audience wouldn't go for it.“

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Photo: Warner Bros.
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Grievous Angel
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Re: Raoul Walsh

Beitrag von Grievous Angel »

Auch dank tatkräftiger Unterstützung von einfach nicht nachlassendem Long Covid-Brainfog ist das Schreiben zusammenhängender Texte nicht gerade meine Paradedisziplin.

Sterne werfen fällt mir da schon leichter:

1915: Regeneration * * * *
1922: Kindred of the Dust * * * *
1924: The Thief of Bagdad * * * * ½
1925: The Wanderer * * ½
1926: The Lucky Lady * *
1926: What Price Glory? * * * *
1927: The Monkey Talks * * *
1927: The Loves of Carmen * * * ½
1928: Sadie Thompson * * * * ½
1928: The Red Dance * * * ½
1928: In Old Arizona * * * *
1929: The Cock-Eyed World * * *
1930: The Big Trail * * * * *
1931: The Man Who Came Back * * * ½
1931: Women of All Nations * *
1931: The Yellow Ticket * * * *
1932: Wild Girl * * * *
1932: Me and My Gal * * * * ½
1933: Sailor’s Luck * * ½
1933: The Bowery * * * * ½
1933: Going Hollywood * * *
1935: Under Pressure * * * *
1935: Baby Face Harrington * * ½
1935: Every Night at Eight * * *
1936: Klondike Annie * * * ½
1936: Big Brown Eyes * * * *
1936: Spendthrift * * ½
1937: Artists and Models * * * ½
1937: Hitting a New High * *
1937: O.H.M.S. * * *
1937: Jump for Glory * * *
1938: College Swing * * *
1939: St. Louis Blues * * * ½
1939: The Roaring Twenties * * * * ½
1940: Dark Command * * * *
1940: They Drive by Night * * * * ½
1941: High Sierra * * * *
1941: The Strawberry Blonde * * * * *
1941: Manpower * * * ½
1941: They Died with Their Boots On * * * * ½
1942: Desperate Journey * * * ½
1942: Gentleman Jim * * * *
1943: Background to Danger * * *
1943: Northern Pursuit * * * *
1944: Uncertain Glory * * * ½
1945: Objective, Burma! * * * *
1945: Salty O’Rourke * * ½
1945: The Horn Blows at Midnight * * *
1947: The Man I Love * * * *
1947: Pursued * * * * *
1947: Cheyenne * * * ½
1948: Silver River * * * *
1948: Fighter Squadron * * *
1948: One Sunday Afternoon * *
1949: Colorado Territory * * * * ½
1949: White Heat * * * * *
1951: Captain Horatio Hornblower * * * * ½
1951: Along the Great Divide * * * ½
1951: Distant Drums * * * *
1952: Glory Alley * * * ½
1952: The World in His Arms * * * *
1952: Blackbeard the Pirate * * ½
1953: The Lawless Breed * * * ½
1953: Sea Devils * * ½
1953: A Lion Is in the Streets * * * ½
1953: Gun Fury * * *
1954: Saskatchewan * * * * ½
1955: Battle Cry * * * *
1955: The Tall Men * * * *
1956: The Revolt of Mamie Stover * * * * ½
1956: The King and Four Queens * * * * ½
1957: Band of Angels * * * * ½
1958: The Naked and the Dead * * * * ½
1958: The Sheriff of Fractured Jaw * * ½
1959: A Private’s Affair * * *
1960: Esther and the King * * * ½
1961: Marines, Let’s Go * ½
1964: A Distant Trumpet * * * *
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Grievous Angel
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Re: Raoul Walsh

Beitrag von Grievous Angel »

Meine Walsh-Top 30 sieht wohl so aus:

1. White Heat
2. The Big Trail
3. Pursued
4. The Strawberry Blonde
5. The Roaring Twenties
6. The Naked and the Dead
7. The Bowery
8. They Died with Their Boots On
9. The Revolt of Mamie Stover
10. The Thief of Bagdad
11. Band of Angels
12. Sadie Thompson
13. Captain Horatio Hornblower
14. Colorado Territory
15. They Drive by Night
16. Saskatchewan
17. The King and Four Queens
18. Me and My Gal
19. The Tall Men
20. High Sierra
21. Distant Drums
22. Dark Command
23. Gentleman Jim
24. Wild Girl
25. The Man I Love
26. Regeneration
27. A Distant Trumpet
28. In Old Arizona
29. Objective, Burma!
30. Silver River

Danach dann "Battle Cry", "Under Pressure", ...
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Grievous Angel
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Re: Raoul Walsh

Beitrag von Grievous Angel »

"Band of Angels" war eigentlich ganz vorne mit dabei, da gab es beim Wiedersehen vor nicht allzu langer Zeit jedoch einige Dinge, die den Film ein paar Plätze zurückreihen ließen.
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motörwolf
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Re: Raoul Walsh

Beitrag von motörwolf »

Wow, Danke für den Thread und deinen tollen Text! Ich kenne von Walsh weit weniger als du, aber was ich kenne, mag ich, besonders deine Nr. 13, Captain Horatio Hornblower, liebe ich seit Kindheitstagen. @latho übrigens auch, wenn ich mich recht erinnere.
Außerdem kenne und schätze ich folgende seiner Werke sehr: White Heat, The Big Trail, The Roaring Twenties. Auch stark: They Died with Their Boots On, Saskatchewan und Pursued. Gesehen habe ich weiterhin mindestens The Tall Men und Blackbeard, the Pirate, aber da habe ich jeweils nur dunkle Erinnerungen dran.
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Grievous Angel
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Re: Raoul Walsh

Beitrag von Grievous Angel »

Danke für deine Rückmeldung!
Es müssten alle Filme sein, die nicht als lost film eingestuft sind. Es gibt noch ein paar weitere Werke, bei denen Walsh mittendrin übernommen oder kurzzeitig involviert war, aber die wollte ich hier nicht anführen. Nur "The Inforcer" mit Bogart dürfte hauptsächlich von ihm sein, da hat Walsh aber darauf verzichtet, seinen verdienten Credit zu beanspruchen.

Hornblower ist großartig, vor allem die erste Stunde liebe ich sehr. Danach merkt man für meinen Geschmack halt ein bisschen zu sehr, dass da mehrere Bücher gleichzeitig in einem Film verarbeitet werden. Hätte ich jedenfalls auch gerne schon seit meinen Kindheitstagen gekannt.
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latho
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Re: Raoul Walsh

Beitrag von latho »

Wow, @Grievous Angel! Was für ein Text über einen Regisseur, der allerorten immer noch als "Handwerker" verkannt wird!
Ja, @motörwolf , Captain Horatio Hornblower liebe ich seit der ersten Sicht (ich hatte vorher das zentrale Buch gelesen).
Ich habe bei weitem nicht so viele Filme von ihm gesehen, aber der und The Roaring Twenties dürften oben stehen.
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Re: Raoul Walsh

Beitrag von Grievous Angel »

Lieben Dank für die Rückmeldung!

Das ist tatsächlich eine Tragödie, aber immerhin wissen wir es hier ja besser. :)
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Re: Raoul Walsh

Beitrag von Grievous Angel »

Ad Handwerker: Walsh hatte mit "Evangeline" (1919), einem der zahlreichen Filme mit seiner damaligen Frau Miriam Cooper, viel Herzblut in den Versuch investiert einen "künstlerischen" Film zu machen. Die Kritiker waren zwar angetan, an den Nachkriegs-Kinokassen wurde es aber ein früher und folgenschwerer Flop für ihn persönlich: "The picture didn't make a quarter. So I said, 'That's the end of art. Give me the dagger, the sword and the gun.'"

Der nächste Flop einer an Box Office-Enttäuschungen beeindruckend armen Karriere, diesmal auf kommerzieller UND rezeptionstechnischer Ebene, sollte "The Big Trail" werden. Mit einem der größten Budgets seiner Zeit, hunderten von Statisten, tausenden von Tieren und einer kleinen Armada an Wagen, gedreht an etlichen Locations in insgesamt sieben US-Staaten, ist der Film vor allem ein Aufbruch in eine neue Zeit des Kinos. Gedreht wurde in zwei Versionen, in 35mm und in 70mm Grandeur-Version, für welche die meisten Kinos, die ja 1930 noch mit der gemächlichen Umstellung von Stummfilm zu Talkie beschäftigt waren, nicht über die erfolderliche technische Ausrüstung verfügten. Was wiederum begünstigen sollte, das "The Big Trail" zum kommerziellen Misserfolg wurde. Dies sollte letztlich nicht nur John Wayne auf seinem Weg nach ganz oben für einige Jahre zurückwerfen und Walsh selbst in Richtung einer Dekade mit einigen großen Highlights, aber ebenso vielen wenig inspirierten Werken leiten, mit denen sich der Regisseur nur bedingt identifizieren konnte. In Zeiten der großen Depression waren die großen Studios danach fürs Erste eher vorsichtig, derart ambitionierten und aufwendigen Filmen grünes Licht zu geben.

Ich als genereller Kino-Spätstarter habe jedenfalls einen zweiten Blick benötigt, um die große Kunst zu begreifen, die in "The Big Trail" steckt. Der Film steckt vom visuellen Standpunkt fast alles locker in die Tasche, was 1930 in den Kinos lief, gleichzeitig wirkt er unglaublich modern, obwohl der erste Outdoor-Talkie da noch keine zwei Jahre alt war. Die Fluss-Überquerungen, das mühsame Abseilen der Wagons und dann wird der Treck auch noch im Schneegestöber vorangetrieben. Alles in beeindruckenden Bildern festgehalten und eine einigermaßen frühe (im Gegensatz zu "Evangeline" auch überlebende) Demonstration von Raoul Walsh als großem Filme-Macher und Nicht-Handwerker.

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Grievous Angel
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Re: Raoul Walsh

Beitrag von Grievous Angel »

Freue mich natürlich über jeden, der hier den einen oder anderen Stern wirft. Egal ob für einen oder fünfzehn Filme. Ist kein One Man-Thread, wollte nur ein wenig die Werbetrommel rühren für einen meiner - unter Wert gehandelten - Helden und dabei einfach nach langer Zeit mal wieder was Produktives beitragen. Bin echt froh und dankbar, mich noch einmal mit euch austauschen zu dürfen.
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