The Hardest-Working Man in Show Business, Mr. Dynamite: James Brown

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Friedrich
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The Hardest-Working Man in Show Business, Mr. Dynamite: James Brown

Beitrag von Friedrich »

Auf einer Ü 50-Party gewesen, bei der ich den Altersdurchschnitt vermutlich sogar noch etwas nach oben trieb. Wider Erwarten wurde ausgelassen getanzt, zum Glück aber nicht zu beliebten Gassenhauern aus der verflossenen Jugend der Partygäste. Stattdessen ein mitreißender Mix aus dancefloor-Klassikern und einigen Stücken aktuelleren Datums. Irgendwann habe ich mir innerlich Ain’t It Funky Now von James Brown gewünscht, aber nicht damit gerechnet, dass das wirklich gespielt wird. Will dazu irgendjemand tanzen, außer mir? Was passiert denn da über fast 10 Minuten? Nicht viel, bzw. eigentlich nur immer das gleiche. Doch der DJ (Danke, @vorgarten ) musste wohl meine Gedanken gelesen haben und spielte das Stück tatsächlich.



Ein unwiderstehlich understateter vibrierender groove, eigentlich kaum was anderes, fast endlos. Ein Bass-Lick, ein Bläserriff, wie ein Uhrwerk laufende drums, ein paar kurze vokale Einwürfe von JB („Ain’t It Funky Now?“), der auch etwas auf der Orgel dudelt, und spielt die Gitarre da wirklich immer nur den einen gleichen Ton? Ächzen, Stöhnen, Jauchzen, dann und wann ein break – und weiter gehts: Läuft und läuft und läuft … Zum Glück erfordert das Stück keine ekstatischen Tanzeinlagen. Bei diesem understatetem groove fährt man mit ebensolchen minimalistischen Bewegungen über die 10 Minuten eigentlich sehr gut. Das kam mir entgegen!

Ein guter Grund, mal wieder die James Brown-Abteilung meiner Plattensammlung durchzugehen. Ich habe 9 Compilations, 4 Live-Alben und zwei Studio-Alben von oder mit James Brown. Von den 9 Compilations sind die meisten Doppel-CDs. Die haben also jeweils eine Laufzeit von ca. 4 Vinyl-Alben. Macht summa summarum gut und gerne eine Gesamtlaufzeit von über 30 Vinyl-Alben. Und das deckt im Großen und Ganzen nur den Zeitraum von 1956 bis 1976 ab und lässt viele der damals veröffentlichten Stücke aus.

Wann hat James Brown eigentlich geschlafen? Ein Besessener, ein Getriebener, der nur zufrieden war, wenn er auf der Bühne oder im Studio stand – und eigentlich nicht mal dann, denn irgendwas gab es immer zu meckern, irgendwas war immer zu verbessern und es musste immer weiter und weiter und weiter gehen.

Ich weiß nicht, ob es tragisch oder irgendwie komisch ist, dass dieser Kontrollfreak, der überprüfte, ob die Schuhe seiner Band geputzt waren, irgendwann in den 80ern die Kontrolle über sich selbst verlor und in ein Chaos aus Drogen und Kriminalität abstürzte. Erfahrungen von Rassismus, Armut und Gewalt hatten ihn geprägt und irgendwie musste der daraus entstehende Druck wohl raus - auf die eine oder die andere Art. Aufhören kam für ihn nicht in Frage, er tingelte weiter durch wahrscheinlich immer kleinere Hallen und nahm bestenfalls mittelmäßige Alben auf, die heute niemand mehr hören will.

Also mal aus dem Regal gezogen und in den CD-Player gelegt:

Bild

James Brown – Soul Pride - The Instrumentals 1960-1969 (Compilation 1993)

36 instrumentale Tracks auf 2 CDs, die ursprünglich auf unzähligen Singles und LPs verstreut waren. Das ist wohl keine vollständige Sammlung aber alleine diese Auswahl läuft über 2 Stunden und ist durchgehend mindestens solide, meist gut und manchmal brillant. Oft ist James Brown mit kleinen vokalen Einwürfen zu hören oder sitzt an der Orgel. Aber ansonsten ist hier mal die Band der Star, mit großartigen Bläsern und natürlich tollen drummern. Ganz am Ende natürlich auch Ain’t It Funky Now (in einer etwas kürzeren Single-Version) und der Funky Drummer. Aber es finden sich da auch noch andere Perlen, die man sonst kaum noch woanders zu hören bekommt.

„Für mich ist Rock’n’Roll nach wie vor das beste Mittel, um Freundschaften zu schließen.“ (Greil Marcus)

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