Der letzte Film, den ich gesehen habe

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salamandersalat
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von salamandersalat »

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American Gangster [Unrated Extended Cut] (Regie: Ridley Scott - USA, 2007) [Re-Watch] 7,5/10
The Blood on Satan's Claw (Regie: Piers Haggard - Großbritannien, 1971) 8/10
A.I. Artificial Intelligence (Regie: Steven Spielberg - USA, 2001) 6,5/10

Mit Robert Eggers The VVitch: A New-England Folktale und Ari Asters Midsommar erwuchs auch bei einem größeren Publikum ein Interesse an Folk-Horror, vorher eher ein Ding für eine kleine verschworene Gemeinschaft (vielleicht mal von Robin Hardys The Wicker Man abgesehen), zu der sich auch Jus Oborn von Electric Wizard zählen lässt: In Interviews wies er mehrmals auf seine Vorliebe für Piers Haggards The Blood on Satan's Claw hin. Und wenn man einmal die Beschwörung von Behemoth aus dem Film zu Ohren bekam, kann man direkte Verbindungen zu einigen Zeilen der Texte seiner Band ziehen.
Weniger stilisiert als Eggers' oder Asters Film, dezent und mit einem Auge für einfache Schönheit fotografiert, zieht The Blood on Satan's Claw einiges seiner Kraft aus dem Soundtrack von Marc Wilkinson. Um die Klasse von The Wicker Man zu erreichen, reicht es dann leider doch nicht ganz, dafür bleibt vieles zu einfach gestrickt und auf simple Schockwirkung fokussiert, die sich 2026 natürlich nicht mehr im Ausmaß von 1971 einstellen will. Die Gräben des Generationenkonfliktes pflügen heute nicht mehr so tief durch die Gesellschaft, wie es uns das Gerede von Boomern und Zoomern glaubhaft machen will.
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Friedrich
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Friedrich »

gypsy tail wind hat geschrieben: 07 Sep 2026, 10:31 Das ist aber doch auch irgendwie der Grundkonflikt bei Nolan/Damon, dass Odysseus ja begreift, dass er und seine Männer die gefürchteten Leute, die vom Meer kommen sind, dass er eben all die alten Regeln zerstört, gerade in dem er deren Hochhalten einfordert?

Abgesehen von den tollen Bildern der interessanteste Punkt des Films, fand ich.
(...)
Allerdings! Dieses Paradoxon fand ich faszinierend. Odysseus zerstört das, was er zu bewahren glaubte und wird zuhause herbeigesehnt als Beschützer vor der Gefahr, zu der er selbst geworden ist. Das könnte man psychologisch interpretieren, vielleicht sogar politisch. Ich hätte mir gewünscht, dass das noch deutlicher herausgearbeitet worden wäre. So bleibt es ein Aspekt unter anderen, der gegenüber den "tollen Bildern" etwas aus dem Fokus gedrängt wird.
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NvF
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von NvF »

gypsy tail wind hat geschrieben: 07 Sep 2026, 10:31 Das ist aber doch auch irgendwie der Grundkonflikt bei Nolan/Damon, dass Odysseus ja begreift, dass er und seine Männer die gefürchteten Leute, die vom Meer kommen sind, dass er eben all die alten Regeln zerstört, gerade in dem er deren Hochhalten einfordert?

Abgesehen von den tollen Bildern der interessanteste Punkt des Films, fand ich.
Ist der "indem"-Nebensatz so richtig? Ich sehe den Grundkonflikt eher darin, dass die alten Regeln (insbesondere Gastfreundschaft) zwar vordergründig und scheinbar noch hochgehalten werden, aber schon längst (der Fall Trojas ist am Ende ja über 10 Jahre her) von allen gebrochen[1] werden, sobald man sich einen Vorteil davon verspricht, während zu spät klar wird, weshalb diese Regeln überhaupt bestanden haben und was man durch diese Regelverletzungen unwiderbringlich zerstört hat.

[1] oder schlimer, schon mit der Absicht eingefordert werden, um sich in eine vorteilhafte Situation zu bringen, während der Verrat bereits geplant ist.
Zuletzt geändert von NvF am 08 Sep 2026, 07:50, insgesamt 1-mal geändert.
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gypsy tail wind
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »

Der Satz ist nicht ganz glücklich formuliert, stimmt. Odysseus sieht sich als Vertreter der "alten" Werte - und zerstört sie gerade beim Versuch, sie hochzuhalten, endgültig. Aber es stimmt schon, die "List", mit der er alles und jeden hintergeht, steht dem eh entgegen - aber das wiederum scheint Nolans Odysseus nicht zu beschäftigen. Im Gegensatz zum Niedergang der Gastfreundschaft, der quasi zum Niedergang der Zivilisation wird.
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Friedrich
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Friedrich »

Nolans Film Odyssee scheint das Bedürfnis zu wecken, Pasolinis Rückkehr nach Ithaka anzusehen. Jedenfalls bei mir. Pasolini rückt offenbar das in den Fokus, was ich bei Nolan als etwas zu schwach ausgeprägt empfand. Leider habe ich Ithaka im Kino verpasst. Würden wir hier alle in der gleichen Stadt leben, schlüge ich einen gemeinsamen Filmabend vor.

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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von jimmydean »

Friedrich hat geschrieben: 07 Sep 2026, 18:56
gypsy tail wind hat geschrieben: 07 Sep 2026, 10:31 Das ist aber doch auch irgendwie der Grundkonflikt bei Nolan/Damon, dass Odysseus ja begreift, dass er und seine Männer die gefürchteten Leute, die vom Meer kommen sind, dass er eben all die alten Regeln zerstört, gerade in dem er deren Hochhalten einfordert?

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die "sea people" gabs ja wirklich, allerdings nicht bei homer... sowas wie die "pirates of the mediterrenean"
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von jimmydean »

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zugfahrt vor dem hintergrund eines nicht benannten chinesischen bürgerkrieges (war damals schon kommunistische revolution ?) ... marlene dietrich als love interest... sehr schön das spiel mit schwarz/weiss fotografie, ein vorbote des film noir... der männliche hauptdarsteller kommt sichtlich noch aus der zeit des stummfilms... sehr gutes ensemble insgesamt und ziemlich witzige dialoge... einer der besten filme mit marlene offensichtlich, empfehlung
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salamandersalat
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von salamandersalat »

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