Donnerstag bis Samstag:
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Musikalisches Tagebuch
- kathisi
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Re: Musikalisches Tagebuch
Samstag:
John Coltrane - Live At The Village Vanguard Again! (Impulse, rel. und rec. 1966) **** 1/2
Zum Abschluß der John Coltrane-Hörsessions das Live-Gegenstück zum gestrigen Set, 5 Jahre später am gleichen Ort mit fast völlig neuer Bandbesetzung aufgenommen. Nur Jim Garrison ist von der alten Besetzung noch an Bord - Alice Coltrane ersetzt den von mir geliebten McCoy Tyner, Pharoah Sanders Eric Dolphy. Und Rashid Ali Elvin Jones an den Drums.
Schon mit den ersten Takten von "Naima" wird der Bruch überdeutlich - über die balladeske Klavier- und Rhythmusstruktur blasen die beiden Saxophonisten relativ freie Tonfolgen. Das führt teilweise zu spektakulären Effekten, insbesondere im Zusammenspiel mit dem zurückgenommenen Klavier, manchmal führt es beim Hörer aber auch zur schnellen Ermüdung. Sicher keine Musik für Mammuthörsessions wie gestern. Nach dem längeren Bass-Intro folgt mit dem zweiten Haupttrack eine spannende Version von "My Favorite Things", die Melodie schleicht sich fast im Hintergrund über expressive Schlagzeug und Klavierklänge in die Hörgänge, bevor sich auch das/die Saxophon/e in zunehmend freiere Variationen des Themas "hineinarbeiten". Das funktioniert hier wirklich sehr gut.
Insgesamt ist das hier alles spannend zu hören, ist aber doch am Ende eher Musik für den Kopf als für die "Seele". Intellektuell spannend, aber nicht emotional anrührend. Manchmal ist die Aufbruch- und Suchphase interessanter als das Ergebnis?
Weiter mit den Vocaljazz-Sessions des letzten Wochenendes:
Chet Baker - Chet Baker Sings (Pacific Jazz, rel. 1955, rec. 1954) *****
Letzte Woche übersehen, unfassbar. Dabei die vielleicht schönste Vocaljazz-Aufnahme einer männlichen Stimme (ich weiß, da gibt es starke andere Meinungen!). Das passt für mich in seiner Coolness trotz oder gerade wegen seiner gesangstechnischen Defizite einfach perfekt zusammen.
Carmen McRae - Birds Of A Feather (Decca, rel. und rec. 1958) ***
Das Album mit den Vögeln... Jazzstandards mit Vogelbezug sind das Thema. Das funktioniert manchmal gut ("Skylark"), wenn die Bläser mit der Stimme spielen und umspielen (u.a. mit Ben Webster), manchmal aber auch weniger. Mehr als *** sind nicht drin.
Anita O'Day - Anita Sings The Winners (Verve, rel. und rec. 1958) ****
Schöne American Songbook-Klassiker mit Bigbandbegleitung - aber die Bläsersätze sind scharf und aggressiv - so mag ich es. Eine klasse Version von "A Night In Tunesia", das ich glaube ich hier zum ersten Mal mit Vocals gehört habe.
Frank Sinatra - Sings For Only The Lonely (Capitol, el. und rec. 1958) ****
Die Platte repräsentiert für mich alle Plusse und Minusse seiner Kunst. Eigentlich tolle Stimme, die mir aber generell zu sehr croont und nicht "gefühlsecht" rüberkommt, was dann durch die Streicherarrangements übertrieben untermalt wird, um die Stimmung zu unterstreichen. Ein wenig wie die oft überdramatische Filmmusik dieser Zeit. Aber tolle Songs, eigentlich tolle Stimme, weniger Aufwand wäre vielleicht mehr gewesen. Man denke, Rick Rubin hätte mal Sinatra produziert?!
Abbey Lincoln - Abbey Is Blue (Riverside, rel. und rec. 1959) ***
Wieder mit einer erstklassigen Jazzbegleitung (Turrentine, Dorham, Kelly, Sam Jones, P.J. Jones, Les Spann), leider für mich im Vergleich mit dem Vorgänger die etwas schwächere Songauswahl. Aber bei Lincoln muss ich definitiv noch Lücken füllen.
Anita O'Day - Anita O'Day Swings Cole Porter (Verve, rel. und rec. 1959) *** 1/2
Und nochmal Anita mit Bigband, arrangiert von Billy May, diesmal mit Cole Porter-Repertoire. Die Bigband nicht so scharf in ihren Einsötzen, was mir dann gleich wieder etwas weniger behagt. Aber es sind schöne ungewöhnliche Orchestrierungen dabei, die es dann doch wieder interessanter machen (Bsp. "I Get A Kick...").
Sarah Vaughan - No Count Sarah (Mercury, rel. 1959, rec. 1957) *** 1/2
Von meinen fünf SV-Alben ist mir dies das unbeliebteste. Standard-Bigbandarrangements. Obwohl es das Count Basie-Orcherster ist (aber ohne seinen Leader), trotz einer zusagenden Songauswahl, von Sarah natürlich routiniert ausdrucksstark gesungen. Hier fehlt mir aber trotzdem der richtige Kick, und ich kann nicht endgültig sagen, warum es für mich nicht so passt. Sie könnte es halt stimmungsvoller und ausdruckstärker - wo sie stimmlich explodiert (wie bei dem Titelstück) wird dies durch die Band übertönt. Von allem etwas zuviel?
Zum musikalischen Abschluß heute, anläßlich seines 90. Geburtstags:
Steve Reich - Music For 18 Musicians (Nonesuch, rel. 1997, rec. 1996)
John Coltrane - Live At The Village Vanguard Again! (Impulse, rel. und rec. 1966) **** 1/2
Zum Abschluß der John Coltrane-Hörsessions das Live-Gegenstück zum gestrigen Set, 5 Jahre später am gleichen Ort mit fast völlig neuer Bandbesetzung aufgenommen. Nur Jim Garrison ist von der alten Besetzung noch an Bord - Alice Coltrane ersetzt den von mir geliebten McCoy Tyner, Pharoah Sanders Eric Dolphy. Und Rashid Ali Elvin Jones an den Drums.
Schon mit den ersten Takten von "Naima" wird der Bruch überdeutlich - über die balladeske Klavier- und Rhythmusstruktur blasen die beiden Saxophonisten relativ freie Tonfolgen. Das führt teilweise zu spektakulären Effekten, insbesondere im Zusammenspiel mit dem zurückgenommenen Klavier, manchmal führt es beim Hörer aber auch zur schnellen Ermüdung. Sicher keine Musik für Mammuthörsessions wie gestern. Nach dem längeren Bass-Intro folgt mit dem zweiten Haupttrack eine spannende Version von "My Favorite Things", die Melodie schleicht sich fast im Hintergrund über expressive Schlagzeug und Klavierklänge in die Hörgänge, bevor sich auch das/die Saxophon/e in zunehmend freiere Variationen des Themas "hineinarbeiten". Das funktioniert hier wirklich sehr gut.
Insgesamt ist das hier alles spannend zu hören, ist aber doch am Ende eher Musik für den Kopf als für die "Seele". Intellektuell spannend, aber nicht emotional anrührend. Manchmal ist die Aufbruch- und Suchphase interessanter als das Ergebnis?
Weiter mit den Vocaljazz-Sessions des letzten Wochenendes:
Chet Baker - Chet Baker Sings (Pacific Jazz, rel. 1955, rec. 1954) *****
Letzte Woche übersehen, unfassbar. Dabei die vielleicht schönste Vocaljazz-Aufnahme einer männlichen Stimme (ich weiß, da gibt es starke andere Meinungen!). Das passt für mich in seiner Coolness trotz oder gerade wegen seiner gesangstechnischen Defizite einfach perfekt zusammen.
Carmen McRae - Birds Of A Feather (Decca, rel. und rec. 1958) ***
Das Album mit den Vögeln... Jazzstandards mit Vogelbezug sind das Thema. Das funktioniert manchmal gut ("Skylark"), wenn die Bläser mit der Stimme spielen und umspielen (u.a. mit Ben Webster), manchmal aber auch weniger. Mehr als *** sind nicht drin.
Anita O'Day - Anita Sings The Winners (Verve, rel. und rec. 1958) ****
Schöne American Songbook-Klassiker mit Bigbandbegleitung - aber die Bläsersätze sind scharf und aggressiv - so mag ich es. Eine klasse Version von "A Night In Tunesia", das ich glaube ich hier zum ersten Mal mit Vocals gehört habe.
Frank Sinatra - Sings For Only The Lonely (Capitol, el. und rec. 1958) ****
Die Platte repräsentiert für mich alle Plusse und Minusse seiner Kunst. Eigentlich tolle Stimme, die mir aber generell zu sehr croont und nicht "gefühlsecht" rüberkommt, was dann durch die Streicherarrangements übertrieben untermalt wird, um die Stimmung zu unterstreichen. Ein wenig wie die oft überdramatische Filmmusik dieser Zeit. Aber tolle Songs, eigentlich tolle Stimme, weniger Aufwand wäre vielleicht mehr gewesen. Man denke, Rick Rubin hätte mal Sinatra produziert?!
Abbey Lincoln - Abbey Is Blue (Riverside, rel. und rec. 1959) ***
Wieder mit einer erstklassigen Jazzbegleitung (Turrentine, Dorham, Kelly, Sam Jones, P.J. Jones, Les Spann), leider für mich im Vergleich mit dem Vorgänger die etwas schwächere Songauswahl. Aber bei Lincoln muss ich definitiv noch Lücken füllen.
Anita O'Day - Anita O'Day Swings Cole Porter (Verve, rel. und rec. 1959) *** 1/2
Und nochmal Anita mit Bigband, arrangiert von Billy May, diesmal mit Cole Porter-Repertoire. Die Bigband nicht so scharf in ihren Einsötzen, was mir dann gleich wieder etwas weniger behagt. Aber es sind schöne ungewöhnliche Orchestrierungen dabei, die es dann doch wieder interessanter machen (Bsp. "I Get A Kick...").
Sarah Vaughan - No Count Sarah (Mercury, rel. 1959, rec. 1957) *** 1/2
Von meinen fünf SV-Alben ist mir dies das unbeliebteste. Standard-Bigbandarrangements. Obwohl es das Count Basie-Orcherster ist (aber ohne seinen Leader), trotz einer zusagenden Songauswahl, von Sarah natürlich routiniert ausdrucksstark gesungen. Hier fehlt mir aber trotzdem der richtige Kick, und ich kann nicht endgültig sagen, warum es für mich nicht so passt. Sie könnte es halt stimmungsvoller und ausdruckstärker - wo sie stimmlich explodiert (wie bei dem Titelstück) wird dies durch die Band übertönt. Von allem etwas zuviel?
Zum musikalischen Abschluß heute, anläßlich seines 90. Geburtstags:
Steve Reich - Music For 18 Musicians (Nonesuch, rel. 1997, rec. 1996)
Love Goes On!
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Re: Musikalisches Tagebuch
und, dein Ding?
(die Sagittarius - Present Tense steht auf meiner Want-List)
I have to believe in a world outside my own mind
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Re: Musikalisches Tagebuch
Thee Oh Sees / Osees
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Ian Dury - New Pants And Booties!!
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"Really good music isn't just to be heard, you know. It's almost like a hallucination." (Iggy Pop)
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Re: Musikalisches Tagebuch
Doch ja. Ich mag diese poppigen Alben aus den späten 60ern. Feine Melodien.
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Re: Musikalisches Tagebuch
Absolut richtig, eine Top Serie mit der Musik aus den 70ern. Auch die zweite Serie Ashes To Ashes Zurück in die 80er ist fantastisch gemacht und Sam Tyler wird hier durch die Polizistin Alex Drake ersetzt, natürlich mit der Musik der 80er.kathisi hat geschrieben: 03 Okt 2026, 15:53Dann ist das jetzt auch noch ein Tipp für ein klasse englische Krimiserie...pipe-bowl hat geschrieben: 03 Okt 2026, 15:46Bei mir natürlich auch nicht.
Nein, sagt mir nichts.kathisi hat geschrieben: 03 Okt 2026, 14:55Kennst Du eigentlich die Szene aus der Serie "Life on Mars", wo die Hauptfigure Sam Tyler, aus den 90ern in die 70er zurücktransportiert, in einer Disco Marc Bolan trifft und ihn bittet, doch bitte zukünftig nur angeschnallt Auto zu fahren und nur einen fassungslosen Blick erntet?
Think I'll sit down and invent some fool - some Grand Court Jester
Re: Musikalisches Tagebuch
Motorpsycho – The Tower (2017)
Link Wray – The Link Wray Rumble (1974)
Golden Earring – Prisoner Of The Night (1980)
Nektar – Sunday Night At London Roundhouse (1974)
Saxon – Forever Free (1992)
The Tangent – A Spark In The Aether: The Music That Died Alone: Volume Two (2015)
New Model Army – Raw Melody Men (1991)
Terry Reid – River (1973)
The Nighthawks – Ten Years Live (1983)
Bjørn Riis – A Storm Is Coming (2019)
Mitch Ryder – Live At The Logo Hamburg (1996)
Haken – In A Fever Dream, EP (2026)
Øresund Space Collective – Different Creatures (2015)
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Re: Musikalisches Tagebuch
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Re: Musikalisches Tagebuch
Was? Das Sparks-Album? Das ist sehr gut, ja!Mozza hat geschrieben: 03 Okt 2026, 23:00 Heute:
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Hier:

Sparks - Madder! (EP, 2025)
Die Ärzte - Hurra (Single, 1995)
The Beatles - Help! (1965)
The Beatles - Rubber Soul (1965)
The Rolling Stones - Between the Buttons (1967)
Stephin Merritt - Songs from This American Life - Episode 541: Regrets, I've Had a Few (EP, 2014)
Johnny Cash - I Walk the Line (1964)
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Re: Musikalisches Tagebuch
Ja, ich bezog mich auf das Sparks-Album. Damals nur wegen des Albumcovers gekauft. Da hatte ich Glück.
Heute nach längerer Pause mal wieder gehört. * * * * 1/2. Das ist die Höchstwertung des kleinen Mannes.
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Bei mir natürlich auch nicht. 