Musikalisches Tagebuch

Ich höre gerade..., musikalisches Tagebuch
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Jan Lustiger
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Re: Musikalisches Tagebuch

Beitrag von Jan Lustiger »

salamandersalat hat geschrieben: 30 Jul 2026, 21:58 Musikalisch sind Die Ärzte sicher vielseitiger und handwerklich begabter, trotzdem lege ich lieber WIZO auf. Nicht unbedingt ein großer Favorit von mir, macht aber immer Spaß, wenn es dann läuft.
Och, so wichtig ist mir Handwerk nun nicht, dass das das ausschlaggebende Kriterium wäre (trifft auch nur auf Die Ärzte ab 1993 zu, gut illustriert von den Darbietungen auf dem Livealbum Nach uns die Sintflut von 1988). Vielseitigkeit schon eher, aber auch nur weil sie in das hineinspielt, was Die Ärzte für mich wirklich im - for lack of a better word - Fun-Punk von so mancher Konkurrenz abhebt: Cleverness. Die Ärzte fanden auf einem Gros ihrer Alben immer wieder neue überraschende Drehs, die mich bis heute begeistern, und haben mit Farin Urlaub einen meiner liebsten deutschsprachigen Songwriter im Stall (Bela B. war das speziell in den 90ern auch, aber in den letzten Jahrzehnten kam da recht wenig, qualitativ). Da spielt Axel Kurth m.E. nicht in der selben Liga, aber er hat definitiv seine Genie-Momente und ich kann auch gut nachvollziehen, warum du den Spaß-Aspekt betonst: Die politischen Sachen von WIZO sind für mich heute fast ausnahmslos ziemlich harter Cringe. Mit 14 traf der pubertäre Trotz-Anarchismus von "Kein Gerede" natürlich voll ins Schwarze bei uns, aber heute kann ich das nicht mehr ernstnehmen.* Ihr Weltschmerz-Hit "Quadrat im Kreis" ist erstaunlich gut, aber die spaßigeren Sachen sind definitiv die, wo man bei WIZO die Perlen suchen muss. Und auch abseits der altbekannten Punk-Pfade haben sie die eine oder andere Perle in petto. Wie großartig ist bitte zum Beispiel die Idee, einen melancholischen Indie-Pop-Song über die Schließung eines Schlachthofes zu machen (vermutlich mein WIZO-Fave)?



salamandersalat hat geschrieben: 30 Jul 2026, 21:58 Meinst du, WIZO haben die alte Frau im Kadett B überfahren? :D
Ich habe die Bleib tapfer so lange nicht mehr gehört, dass ich erst nach einer Nacht drüber schlafen verstanden habe, worauf du anspielst, aber ich würde schwer davon ausgehen!

*Wo wir schon bei dem Vergleich sind: den Ärzten würde ich bei ihren politischen Nummern zwar einen besseren Schnitt attestieren - bzw. sind sie teilweise sehr gut darin, den Humor-Aspekt mit dem Subversionsanspruch in Einklang zu bringen ("Wenn es Abend wird"!) -, aber Bela, Farin und Rod haben in dem Kontext schon auch die eine oder andere Gurke produziert. Äußerte sich aber nicht in Form von pubertärem Edgelord-Gepose, sondern eher in so einem sich sehr erwachsen gebenden sozialdemokratischen Gestus, besonders schlimm bei "Demokrate" a.k.a. "Our Bass Player Hates This Song" (#teamrod).
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Jan Lustiger
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Re: Musikalisches Tagebuch

Beitrag von Jan Lustiger »

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Blascore - Blascore (1999)
R.E.M. - Document (1987)
Paul McCartney - Tug of War (1982)
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Lord Tanamo - Festival Jump-Up (1965)
Byron Lee & The Dragonaires - Come Fly with Lee (1962)
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Cloudy
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Re: Musikalisches Tagebuch

Beitrag von Cloudy »

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salamandersalat
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Re: Musikalisches Tagebuch

Beitrag von salamandersalat »

Jan Lustiger hat geschrieben: 31 Jul 2026, 11:36...warum du den Spaß-Aspekt betonst: Die politischen Sachen von WIZO sind für mich heute fast ausnahmslos ziemlich harter Cringe. Mit 14 traf der pubertäre Trotz-Anarchismus von "Kein Gerede" natürlich voll ins Schwarze bei uns, aber heute kann ich das nicht mehr ernstnehmen.
Sie konnten doch auch Spaß und Politik verbinden:

Keramikvasen geh'n jetzt wieder viel leichter kaputt.
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Mr. Blue
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Re: Musikalisches Tagebuch

Beitrag von Mr. Blue »

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Onkel Tom
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Re: Musikalisches Tagebuch

Beitrag von Onkel Tom »

Catch-22 hat geschrieben: 30 Jul 2026, 19:21
Onkel Tom hat geschrieben: 30 Jul 2026, 18:05

@krauspop Steeleye Span ist als Referenz schon mal ziemlich zutreffend. Ich würde noch Spirogyra in dem Zusammenhang nennen. Hab gerade das erste Album von Mr. Fox gehört und es wusste durchaus zu gefallen.
Ich besitze und kenne von Spirogyra nur St. Radigunds (1971) und Bells, Boots And Shambles (1973), die finde ich besonders, intensiv und sehr hörenswert. Kennst du mehr von Spirogyra?
@krauspop auspop

Ich habe diese Beiden und dann noch "Old Boot Wine" aus 1972 sowie die Compi "Burn The Bridges" aus 2000. Diese enthält Demo Tapes aus den Jahren 70 - 71.
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Onkel Tom
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Re: Musikalisches Tagebuch

Beitrag von Onkel Tom »

Wopperdaler hat geschrieben: 30 Jul 2026, 19:48
Onkel Tom hat geschrieben: 30 Jul 2026, 17:27
Talking Head hat geschrieben: 30 Jul 2026, 17:10 In Extremo - Mein rasend Herz (2005)
In Extremo - Saengerkrieg (2008)

Schon ewig lange nicht mehr gehört. Die Band (man kann zu ihr stehen, wie man will) hat eine ganz spezielle Bedeutung für einen ganz speziellen Abschnitt meines Lebens.
Ich mochte die seinerzeit auch.

Bei mir liefen gestern und heute:
R.E.M. - Automatic For The People (1992)
Manchester Orchestra - A Black Mile To The Surface (2017)
The Unthanks - Here's The Tender Coming (2009)
Oasis - (What's The Story) Morning Glory (1995)
Jethro Tull - Stormbringer (1979) (Steven Wilson Remix)
Das Steven Wilson Stormbringer remixt hat, wäre mir neu. ;)
Wollte nur mal schauen ob hier auch aufgepasst wird. ;)
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krauspop
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Re: Musikalisches Tagebuch

Beitrag von krauspop »

Onkel Tom hat geschrieben: 31 Jul 2026, 14:13
Catch-22 hat geschrieben: 30 Jul 2026, 19:21
Onkel Tom hat geschrieben: 30 Jul 2026, 18:05

@krauspop Steeleye Span ist als Referenz schon mal ziemlich zutreffend. Ich würde noch Spirogyra in dem Zusammenhang nennen. Hab gerade das erste Album von Mr. Fox gehört und es wusste durchaus zu gefallen.
Ich besitze und kenne von Spirogyra nur St. Radigunds (1971) und Bells, Boots And Shambles (1973), die finde ich besonders, intensiv und sehr hörenswert. Kennst du mehr von Spirogyra?
@krauspop auspop

Ich habe diese Beiden und dann noch "Old Boot Wine" aus 1972 sowie die Compi "Burn The Bridges" aus 2000. Diese enthält Demo Tapes aus den Jahren 70 - 71.
Spirogyra kenne ich, glaube ich, nur vom Namen... Werde es mit den oben genannten mal probieren...
(We Don't Need This) Fascist Groove Thang
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Onkel Tom
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Re: Musikalisches Tagebuch

Beitrag von Onkel Tom »

krauspop hat geschrieben: 31 Jul 2026, 14:28
Onkel Tom hat geschrieben: 31 Jul 2026, 14:13
Catch-22 hat geschrieben: 30 Jul 2026, 19:21

Ich besitze und kenne von Spirogyra nur St. Radigunds (1971) und Bells, Boots And Shambles (1973), die finde ich besonders, intensiv und sehr hörenswert. Kennst du mehr von Spirogyra?
@krauspop auspop

Ich habe diese Beiden und dann noch "Old Boot Wine" aus 1972 sowie die Compi "Burn The Bridges" aus 2000. Diese enthält Demo Tapes aus den Jahren 70 - 71.
Spirogyra kenne ich, glaube ich, nur vom Namen... Werde es mit den oben genannten mal probieren...
Meine Rückmeldung war eigentlich für @Catch-22 gedacht . Aber schön, wenn ich jemand Neues für die Band interessieren konnte. ;)
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Jan Lustiger
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Re: Musikalisches Tagebuch

Beitrag von Jan Lustiger »

salamandersalat hat geschrieben: 31 Jul 2026, 13:34 Sie konnten doch auch Spaß und Politik verbinden:

Hahaha. Hach, das waren noch Zeiten, als ich das Hören dieses Songs für einen revolutionären Akt hielt