Musik im Wandel der Zeit: Wie Musik sich verändert

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August Ramone
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Re: Musik im Wandel der Zeit: Wie Musik sich verändert

Beitrag von August Ramone »

wahr hat geschrieben: 12 Apr 2026, 22:58
salamandersalat hat geschrieben: 12 Apr 2026, 21:44 Hatte mich schon gewundert, dass niemand im RIP-Thread darauf ansprang, obwohl es in der verlinkten Todesnachricht erwähnt wird.
Ich habe über den Link von den Vorwürfen erfahren.
Dito.
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Jan Lustiger
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Re: Musik im Wandel der Zeit: Wie Musik sich verändert

Beitrag von Jan Lustiger »

Hallogallo hat geschrieben: 13 Apr 2026, 11:07
Herr Rossi hat geschrieben: 12 Apr 2026, 23:08 Mich interessiert die intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Künstler, aber auch mit der Problematik.
Die Problematik der Würdigung oder die Problematik der Taten?
Ich würde mal schätzen: Die Problematik der Möglichkeit einer Würdigung ohne Verharmlosung der Taten.
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Friedrich
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Re: Musik im Wandel der Zeit: Wie Musik sich verändert

Beitrag von Friedrich »

Herr Rossi hat geschrieben: 12 Apr 2026, 23:08 Ach so, ich hätte es natürlich noch dazu schreiben müssen, weil solche Clips zwar kommentiert, aber nicht gesehen werden ... Skye würdigt hierin vor allem den Musiker, weil ihm das in den Nachrufen zu kurz kam. Mich interessiert die intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Künstler, aber auch mit der Problematik.
Ich habe mir den Clip angesehen. Skye würdigt hier nicht nur den Musiker Afrika Bambaata, sondern vor allem auch den Aktivisten, der wesentlichen Anteil daran hatte, dass Hip Hop ab den späten 70ern / frühen 80ern vor allem jungen afro-amerikanischen gesellschaftlich marginalisierten Männern zunächst in der Bronx und später darüber hinaus eine Stimme, Selbstvertrauen und kulturelle Identität gab - und zwar über die Musik hinaus mit Werten, die z.B. die Zulu Nation als eine Art (nicht-kriminelle) Gang verkörperte. Die Bronx war damals völlig heruntergekommen und ihre Bewohner ohne Perspektive.

Als alter weißer deutscher Mann der unteren Mittelklasse, der ich bin, ist diese identitätsstiftende Kraft von Popmusik für mich faszinierend, wird mir aber immer etwas fremd bleiben. Da bleibe ich zwangsläufig staunender Zuschauer.

Das ist das eine. Das andere ist, dass Afrika Bambaata - auch unter Ausnutzung seiner Machtposition in diesem Gefüge - jahrzehntelang minderjährige Jungs sexuell misshandelt hat. Was man in der Hip Hop-Community wohl auch wusste, aber stillschweigend unter den Teppich gekehrt hat. Was meines Erachtens auch zumindest Teile der Hip Hop-Community nicht in besonders gutem Licht dastehen lässt.

Was lernen wir daraus? Skye sagt, es können zwei verschiedene Dinge gleichzeitig wahr sein. Bambaata ist in der Öffentlichkeit eine bedeutende sozio-kulturelle Figur, ein Anführer, gewesen und er war gleichzeitig privat "ein Monster". Das kann man in der Person Afrika Bambaata (bürgerl. Lance Taylor) nicht voneinander trennen. Wobei seine kulturellen Leistungen seine Vergehen nicht überdecken oder gar entschuldigen können und umgekehrt seine Vergehen seine kulturellen Leistungen nicht schmälern. You have to swallow the sweet with the bitter. Das ist miteinander verwoben und bleibt komplex und widersprüchlich. Keine eindeutige Lösung absehbar.
„Für mich ist Rock’n’Roll nach wie vor das beste Mittel, um Freundschaften zu schließen.“ (Greil Marcus)
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Hallogallo
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Re: Musik im Wandel der Zeit: Wie Musik sich verändert

Beitrag von Hallogallo »

Jan Lustiger hat geschrieben: 13 Apr 2026, 11:34
Hallogallo hat geschrieben: 13 Apr 2026, 11:07
Herr Rossi hat geschrieben: 12 Apr 2026, 23:08 Mich interessiert die intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Künstler, aber auch mit der Problematik.
Die Problematik der Würdigung oder die Problematik der Taten?
Ich würde mal schätzen: Die Problematik der Möglichkeit einer Würdigung ohne Verharmlosung der Taten.
Vielleicht bin ich etwas zu optimistisch, aber ich sehe da gar nicht so das Problem. Sowohl in dem Video als auch im Nachruf auf der RS-Webseite wird beides gewürdigt bzw. angesprochen und eingeordnet. Und das scheint mir auch nicht so schwierig zu sein. Problematisch wird es wohl erst, wenn man eins von beidem gar nicht anspricht. Wie Skye u. a. richtig sagen: es können zwei verschiedene Dinge gleichzeitig wahr sein - oder sogar mehr als zwei.

https://www.rollingstone.de/afrika-bamb ... p-3130223/
We hope you all enjoy the show. And remember, people, that no matter who you are and what you do to live, thrive and survive, there're still some things that makes us all the same. You. Me. Them. Everybody. Everybody.