Charli XCX

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Hallogallo
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Charli XCX

Beitrag von Hallogallo »

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10 Anmerkungen zu brat von Charli xcx, weil ich es gerade höre, in Vorbereitung auf das Hören ihrer beiden Folge-Alben, den Soundtrack zu Wuthering High und Music, Fashion, Film - auf dem Cover sind übrigens John Cale, Marc Jacobs und Martin Scorsese. Und auf dem Cover des aktuellen deutschen RS ist sie nun auch. Es gibt auch noch die "Brat and It's the Same but There's Three More Songs So It's Not"-Version und die "Brat and It's Completely Different but Also Still Brat"-Version (=Remix-Version). Der metacriti-score ist 95.

Musikalisch ist das Werk eine Hommage an die illegale Londoner Rave-Szene der frühen 2000er Jahre.

Statt glattgebügeltem Radio-Pop liefert sie einen lauten, aggressiven Club-Sound, der Elemente aus Electropop und Hyperpop vereint.

Im harten Kontrast zu den Rave-Beats stehen die extrem verletzlichen und reflexiven Texte der Songs.

Charli XCX dekonstruiert darin das Image des perfekten Popstars und thematisiert stattdessen weibliche Themen, das Imposter-Syndrom und tiefe Trauer.

Auch visuell bricht das Album mit Erwartungen: Das schlichte, limettengrüne Cover mit unscharfer Schrift etablierte eine Anti-Ästhetik.

Dieser "Ugly"-Look und die dazugehörige "Brat Summer"-Mentalität beendeten den Trend der makellosen "Clean Girl"-Ästhetik und machten chaotische Authentizität zum neuen Ideal.

Der gesellschaftliche Einfluss war so massiv, dass "Brat" zum Wort des Jahres 2024 gekürt wurde und diese Ästhetik sogar Einzug in die US-Politik hielt.

Zusammenfassend hat Charli XCX mit diesem Werk gezeigt, dass kompromissloser Underground-Sound den Mainstream dominieren und einen weltweiten Lifestyle prägen kann.

brat kriegt 5 Sterne und ist wohl eins der einflussreichsten Popalbum der 20er Jahre.
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Roberto
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Re: Charli XCX

Beitrag von Roberto »

Die Mühe, welche Du dir mit deinen Anmerkungen gegeben hast, sollte nicht als Nullnummer enden.
Ich höre mir gerade "Brat" im Net an, inklusive der KK-Extended Edits, die nochmals im Bassgewitter einen draufpacken.
Wäre ich (mindestens) gute 25 Jahre jünger, würde ich mich dafür richtig begeistern können, unabhängig von den gesammelten Intentionen dieses Albums. Ich bin natürlich absolut kein Experte auf diesem Gebiet, aber ich denke, so gewaltig "underground" klingt das Album gar nicht. Ob es jetzt in der Club- oder Rave-Szene die sog. üblichen Verdächtigen dominiert, könnte ich jetzt nicht unbedingt beurteilen. Es setzt vielleicht einen gewissen Summit, gegen den der Mainstream in diesem Genre kaum wird anstinken können. Und es klingt dennoch mainstreamig genug, daß sich wohl eine sehr erkleckliche Anzahl von Fans gefunden hat. Für Fans ganz sicher eine heiße Nummer, für mich in meinem Alter noch gut hörbar mit diesem gewissen Rave-Nostalgiefaktor.
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Mirror Man
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Re: Charli XCX

Beitrag von Mirror Man »

Ein paar einzelne Stücke daraus höre ich mir immer wieder gerne mal an (v.a. die Stücke der Remix-Fassung mit Billie Eilish und Tinashe), das einzelne Album lief aber nur ein oder zweimal, auf Dauer gehen mir diese aufgedrehten Rave-Sounds dann doch etwas auf den Zeiger. Das ist schon ok aber auch nicht bahnbrechend, ich kann mich erinnern dass Grimes (was macht DIE eigentlich?) schon vorher mit ähnlicher Sound-Ästhetik gearbeitet hat. Die Singles vom neuen Album konnten mich leider nicht so begeistern.
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Roberto
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Re: Charli XCX

Beitrag von Roberto »

Rave scheint sicherlich -vielleicht auch und gerade im Alter vieler Leute hier- nicht mehr ganz so angesagt. ;)
Deshalb schrieb ich ja auch "vor 25 Jahren". Ich kann mich noch ein wenig an die sog. Clubszene meiner Gegend bis Anfang der 2000er erinnern, die mich kurzzeitig aufhorchen ließ, aber auf Dauer konnte ich mit dem für meine Begriffe fast ewig gleichen Bass-Boom Boom, dem eintönig pulsierenden Electro-Gedöns und teils auch den Vocoderstimmen nichts mehr anfangen.
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salamandersalat
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Re: Charli XCX

Beitrag von salamandersalat »

Ein bisschen Vocoder und Talkbox anstatt Autotune klingt himmlisch.
Keramikvasen geh'n jetzt wieder viel leichter kaputt.
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Hallogallo
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Re: Charli XCX

Beitrag von Hallogallo »

Charli XCX kommt ja aus der Rave-Szene und das Album brat ist ein Album für die Clubs, absolute tanzbar, da sehe ich die Kontinuität. Die Vokabel Underground habe ich als Gegenüberstellung oder Kontrast zum weiblichen Chartpop genommen. Das ist aus meiner Sicht die spezielle Leistung von Charli XCX, mit diesem Album, das nicht der vorherschenden Pop-Ästhetik entspricht, in den Popmainstream einzubrechen ohne sich dem anzupassen.

Ich kann mir das Album immer noch gut anhören. Aber all zu oft mache das auch nicht. Bei den Remixen gefallen mir auch einige features sehr gut.

Der "Wuthering High"-Soundtrack gefällt mir auch sehr gut. Das Album ist allerdings anders. Viel düsterer, keine Club- oder Party-Platte, keine Tanzbeats. In den Kritiken wird es manchmal als Goth und Indusrial bezeichnet, so weit würde ich aber nicht gehen. Moderner Electronic Goth von mir aus, aber meiner Meinung nach müsste es dann noch viel düsterer sein und mit Indusrial verbinde ich schwere Beats und einen brachialen Sound, dies ist hier nicht zu finden. Ich finde es deutlich experimenteller als brat. Ich würde es als melancholisch und spooky bezeichnen. Sie hat wohl gesagt, es sei ein Zwillingsalbum zu ihrem Album True Romance. Das kenne ich allerdings nicht. Wird noch nachgeholt.
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