Ich höre gerade .... Klassik
- gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade .... Klassik
Was ich - abgesehen von der sehr angenehmen Musik, die wirklich toll gespielt und aufgenommen ist - hier vor allem interessant finde ist der Aspekt, dass Gottschalk hier quasi Elemente vorwegnimmt, die später im Ragtime auftauchen ... und diese beruhen auf afro-amerikanischen Einflüssen, die halt recht direkt in seine Stücke eingeflossen sind. Eins der - zahlreichen, aber allgemein totgeschwiegenen - Indizien dafür, dass die europäische Klassik eben sehr viel weniger weiss und europäisch ist, als die sie sich bis heute geriert. Es gibt nicht nur die gelegentlichen Poster-Boys wie Saint-Georges sondern auch Sklavenorchester und was weiss ich alles, schon lange vor Gottschalk, der zudem als reisender Pianist sein Zeug selbst aufgeführt hat (wie Clara Schumann oder Franz Liszt und viele andere im 19. Jahrhundert) und darüber auch ein Buch geschrieben hat, "Notes of a Pianist" (leider noch nicht gelesen).
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #174 – 11.08.2026, 22:00
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soulpope
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Ich höre gerade .... Klassik
Interessant, Dank für die Infos ....gypsy tail wind hat geschrieben: 20 Jul 2026, 08:26 Was ich - abgesehen von der sehr angenehmen Musik, die wirklich toll gespielt und aufgenommen ist - hier vor allem interessant finde ist der Aspekt, dass Gottschalk hier quasi Elemente vorwegnimmt, die später im Ragtime auftauchen ... und diese beruhen auf afro-amerikanischen Einflüssen, die halt recht direkt in seine Stücke eingeflossen sind. Eins der - zahlreichen, aber allgemein totgeschwiegenen - Indizien dafür, dass die europäische Klassik eben sehr viel weniger weiss und europäisch ist, als die sie sich bis heute geriert. Es gibt nicht nur die gelegentlichen Poster-Boys wie Saint-Georges sondern auch Sklavenorchester und was weiss ich alles, schon lange vor Gottschalk, der zudem als reisender Pianist sein Zeug selbst aufgeführt hat (wie Clara Schumann oder Franz Liszt und viele andere im 19. Jahrhundert) und darüber auch ein Buch geschrieben hat, "Notes of a Pianist" (leider noch nicht gelesen).
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- gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade .... Klassik
Bei mir die letzten Tage im Fernsehen u.a. Mahler und Rachmaninoff vom Lucerne Festival letztes Jahr, beide Male mit dem Festivalorchester unter Riccardo Chailly - die zehnte in der Version von Deryck Cooke ... fand ich recht langfädig und nicht ganz auf der Höhe der anderen neun (davor Elina Garanca mit den Rückert-Liedern). Das Rachmaninoff-Konzert fand ich besser, da gab es zum Einstieg "Der Fels", dann mit Beatrice Rana die Paganini-Variationen, und im zweiten Teil die erste Symphonie.
Zudem lief - passend dazu, dass ich kürzlich den etwas zu hollywood-y Film über Bologne geguckt habe, diese Neuheit:

Romuald Grimbert-Barré ist der Solist in zwei Konzerten von Joseph Bologne, Chevalier de Saint-George (G-Dur Op. 8 und A-Dur Op. 5 Nr. 2) und dazwischen gibt es das Violinkonzert "Hommage à Saint-George" von Thierry Pécou, der zwar in der Banlieue geboren wurde, aber antillischer Herkunft ist und entsprechend aufgewachsen ist. Der Geiger Grimbert-Barré stammt seinerseits aus Guadeloupe - und mit ihm zu hören ist das Orchestre national de Cannes unter Benjamin Levy. Wenn Saint-George geradezu vorbildlich klassisch unterwegs ist, öffnet sich die Musik bei Pécou in verschiedener Hinsicht, wird natürlich zeitgenössisch und verarbeitet unterschiedliche Einflüsse, dabei auch welche aus der Musik der Antillen.
Zudem lief - passend dazu, dass ich kürzlich den etwas zu hollywood-y Film über Bologne geguckt habe, diese Neuheit:

Romuald Grimbert-Barré ist der Solist in zwei Konzerten von Joseph Bologne, Chevalier de Saint-George (G-Dur Op. 8 und A-Dur Op. 5 Nr. 2) und dazwischen gibt es das Violinkonzert "Hommage à Saint-George" von Thierry Pécou, der zwar in der Banlieue geboren wurde, aber antillischer Herkunft ist und entsprechend aufgewachsen ist. Der Geiger Grimbert-Barré stammt seinerseits aus Guadeloupe - und mit ihm zu hören ist das Orchestre national de Cannes unter Benjamin Levy. Wenn Saint-George geradezu vorbildlich klassisch unterwegs ist, öffnet sich die Musik bei Pécou in verschiedener Hinsicht, wird natürlich zeitgenössisch und verarbeitet unterschiedliche Einflüsse, dabei auch welche aus der Musik der Antillen.
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Re: Ich höre gerade .... Klassik

Nachdem mir die zwei Westminster-Alben von Nina Milkina (in der Box "Piano Library: Westminster & American Decca Edition") sehr gut gefielen und ich las, dass sie den ganzen Mozart aufgeführt hat, machte ich mal auf die Suche (ein Album mit zwei Konzerten gibt es auch noch, aber das fand ich bisher nicht), fand ich neulich endlich die ASV-CD mit zwei Sonaten (KV 330 und KV 576), dem Rondo KV 511 und dem Adagio KV 540. Die Aufnahmen sind im August 1987 entstanden, drei Jahrzehnte nach den beiden Westminster-Alben, und gerade so schön, finde ich.
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Ich höre gerade .... Klassik
Eigne die ASV CD ebenfalls, ein spielerisch fast tanzendes Mozartbild .... auch der Pianoklang ist toll abgebildet ....gypsy tail wind hat geschrieben: 31 Jul 2026, 11:04
Nachdem mir die zwei Westminster-Alben von Nina Milkina (in der Box "Piano Library: Westminster & American Decca Edition") sehr gut gefielen und ich las, dass sie den ganzen Mozart aufgeführt hat, machte ich mal auf die Suche (ein Album mit zwei Konzerten gibt es auch noch, aber das fand ich bisher nicht), fand ich neulich endlich die ASV-CD mit zwei Sonaten (KV 330 und KV 576), dem Rondo KV 511 und dem Adagio KV 540. Die Aufnahmen sind im August 1987 entstanden, drei Jahrzehnte nach den beiden Westminster-Alben, und gerade so schön, finde ich.
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