Ich überlege noch, wie oft ich Ibrahim live gehört habe ... das erste war das tollste, solo und soweit ich weiss in Winterthur, als ich grad kurz davor aufs Langzeitgymnasium (ab 7. Schuljahr) gewechselt hatte ... ganz sicher bin ich mir nicht, aber das hier könnte passen:
3. Juni 1992: Abdullah Ibrahim Piano Solo - Afro-Pfingsten, Casino, Winterthur
erinnere ich als pure Magie, ein Set aus einem Guss ... ich war da 13, ziemlich sicher war das mein erstes Jazzkonzert
31. Mai 1996 - Abdullah Ibrahim & Max Roach - Tonhalle, Zürich
das war leider damals sehr enttäuschend für mich, gerettet hat's nur das kurze Solo-Set von Roach, mit dem der Abend begann, von Ibrahim Solo und dann dem Duo gefolgt ... sonst der falsche Rahmen, lieblose Musik ohne Engagement
19. oder 20. April 2001 - Abdullah Ibrahim Trio - Moods, Zürich
wie bei den Konzerten davor war ich da mit meinen Eltern - in Winterthur waren wir alle, auch meine Schwester, die mit Jazz wenig anfangen kann und damals dann erst 11 war - die erhoffte "Yarona"-Magie mochte sich mit Belden Bullock (b) und Sipho Kunene (d) nicht einstellen, aber es war schön, den Meister im kleinen Rahmen zu erleben - der Club war vollgepackt wie selten, der Gig fehlt auf dem Archiv, den genauen Tag konnte ich nicht eruieren. Ich hab mich damals gefragt, warum er nicht einfach solo auftritt, wenn das Trio kaum Raum kriegt ... würde den Abend wahnsinnig gerne mit heutigen Ohren nochmal erleben.
14. November 2007: Abdullah Ibrahim Piano Solo - Kirche Neumünster, Zürich
da durfte ich für meinen Vater einspringen, der beruflich unterwegs war - ein magisches Solo-Konzert ... damals notiert:
"Ein paar Tage später das wohl schönste Konzert Abdullah Ibrahims, das ich erlebte. Er hätte 75 Minuten spielen sollen, in einer schönen Kirche, in deren Nachbarschaft ich wohne. Als diese Zeit um war, gab es eine Standing Ovation, er setzte sich hin, spielte noch einen halbe Stunde, dann dasselbe, und noch einmal 20 Minuten. Ein wundervolles Konzert, in dem er sich die meiste Zeit von seinen typischen Grooves fernhielt und sehr nuanciert spielte."
12. März 2010: Abdullah Ibrahim & Ekaya - Stadtcasino Basel
Cleave Guyton mit offenem Hosenstall im ersten Set - wir sassen in der ersten Reihe - mein Vater schickte mir davor noch eine Paparazzo-Schnappschuss, weil meine Eltern im selben Restaurant essen waren wie die Band, ich sass da erst auf dem Zug nach Basel; ich fand's damals super, im Gegensatz zu den eine Generation älteren deutschen Konzert- und Festivalreisenden, die ich erst ein paar Jahre später kennenlernte und herausfand, dass sie auch dort gewesen waren - damals auf Organissimo gepostet:
"They played two hours and twenty minutes with no break, Ibrahim starting solo for ten minutes or so, then a trio piece, and then the horns joined in. Wonderful, wonderful music! At first it started like a celebration thing, but as they went on it got livelier, and that dude on baritone sax was terrific!
The line-up was: Abdullah Ibrahim (p), Belden Bullock (b), George Gray (d), Cleave Guyton (as, fl, musical dir), Keith Loftis (ts), Jason Marshall (bari), Andrae Murchinson (tb).
All four horns were marvellous, Guyton doing creamy lead playing in the big tradition (they did one very Ellingtonian piece and he almost sounded like Hodges...), Loftis was terrific, robust sound, Coltrane plus more rough edges, more volume, and plenty of ideas; Marshall blew the roof a few times, and Murchinson was mighty fine, too - very vocal sound, soft and warm, building solos like a conversation.
Ibrahim obviously enjoyed it a lot, often just leaning back and listening to his band and smiling. He also has an obvious connection to Bullock, who often sought eye contact while playing.
Bullock/Grey turned into a fine, fine rhythm section over the years, and I think w/horns they're even better as in trio (where they played second or rather fifth fiddle to the master, when I saw them several years ago). Ibrahim too was pretty good, thanks to the horns carrying most of the melodic and "groovy" lines, he was pretty free to just add some colours and do some here and there, which was pretty cool. But he was very mellow mostly, and I'd have enjoyed one more trio piece where he'd dig into the groove a bit more... Anyway, great, great concert!."
--
Ein prägender Musiker für mich ... schon in meiner Kindheit lief daheim sehr oft "African Marketplace", noch immer ein absolutes Lieblingsalbum ... und eine der Pläne Solo-Platten lief auch oft (die mit "Tula Dubula" und "Hit & Run", klick), und als meine Eltern einen CD-Player kauften (ca. 1989?) war "South Africa" eine der ersten zwei CDs ("Pearl" von Janis Joplin war die andere).
jazz 2026
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Re: jazz 2026
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Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #174 – 11.08.2026, 22:00
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Re: jazz 2026
toll, danke! das einzige konzert, zu dem ich beinahe gegangen wäre, war vor ein paar jahren (2021?), eine letzte deutschlandtour, bei der ihm sein alter manager nochmal begleitet hatte, mit dem ich befreundet bin. covid kam (bei mir) dazwischen. soll toll gewesen sein.
bei ibrahim und ulmer schmerzt vielleicht nochmal mehr, dass es total individuelle stimmen im jazz waren, nicht nur "alte garde". umso mehr sollte man auf die individualist*innen von heute achten.
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Re: jazz 2026

oren ambarchi & will guthrie, cold shoulder (futura resistenza, 2024)
in den blogs wird gerätselt, was george michael hier auf dem cover zu suchen hat (turner williams jr, selbst musiker, hat damit das cover von "careless whisper" übermalt). die zwei stücke (this und that cold shoulder) sind eigentlich eine kontinuierliche performance, die sich, sehr typisch für ambarchi und den drummer guthrie, ungehetzt aus dem geräusch in den furor und wieder zurück entwickelt. klingt vorhersehbar, ist es dann doch wieder nicht, weil sich die texturen wunderbar schillernd bewegen und nie klar ist, wer hier wen wohin treibt. der leslie speaker wabert vor sich hin und begreift nicht, was durch ihn hindurch geschickt wird. ein ganz schöner trip.