
Iron Maiden haben mich durch meine Jugend begleitet, und bis zu A Real Live One und A Real Dead One habe ich so gut wie alles von der Band auch im Regal stehen. Alleine die Cover machten die Alben und (Maxi-) Singles maximal interessant, und auch musikalisch war das innerhalb des Genres NWOBHM in meinen Ohren absolute Spitze. Doch nach Bruce Dickinsons Ausstieg habe ich das Wirken der Band nicht weiter verfolgt, auch dann nicht, als es zur Reunion kam. Meine musikalischen Interessen haben sich eben gewandelt, weswegen ich auch ewig kein Album mehr aufgelegt habe. Die Tour wollte ich trotzdem sehen, da mir das bisher nie vergönnt war. Einfach aus einer gewissen Nostalgie heraus.
Während der Anreise war das Wetter die ganze Zeit über sehr unbeständig, zwischendurch hat es richtig heftig geregnet, und im Radio war ständig die Rede von möglichen Stürmen und Gewittern, so dass wir schon ein wenig besorgt waren, ob das Konzert wie geplant stattfinden kann. Doch irgendwer ganz oben hatte ein Einsehen mit uns und so kam der Regen erst wieder ca eine halbe Stunde vor Ende des Konzertes, und auch das nie so stark, dass z.B. mein Pullover durchnässt gewesen wäre. Glück gehabt! Oder war es kein Glück, sondern Dickinsons Flüche gegen den Regen? Wer kann es sagen, ich jedenfalls bin froh, dass es war, wie es war.
Eröffnet haben den Abend Megadeath. Von denen habe ich zwei Alben, selten gehört. Nicht meine liebste Band. Da ist es mir dann auch egal, dass der Sound suboptimal ist ist. Die Menge hat trotzdem Spaß, ich lasse mich anstecken und genieße die Show so mehr, als die Umstände hätten erwarten lassen. Vic Rattlehead schaut auch kurz auf der Bühne vorbei, aber das ist freilich kein Vergleich mit Eddie, den wohl alle im Stadion deutlich sehnsüchtiger erwartet haben.
In der Umbaupause habe ich es gerade so geschafft, ein Tour-Shirt zu bekommen, bevor dann mit dem Intro Doctor Doctor (UFO) Iron Maiden auf die Bühne kamen und das Set mit Murders In The Rue Morgue eröffnet haben. Es folgten Klassiker auf Klassiker, optisch immer begleitet durch Einblendungen der animierten Cover (besonders genial für mich die minimale Animation des Seventh Son-Covers), durch Videos (z.B. Eddie bei der Luftschlacht um England während Aces High) und die wechselnden Kostüme Dickinsons. Und natürlich durch Ediies Auftritte auf der Bühne. Man mag das kindisch finden, ich mag es. Genauso wie ich es mochte, dass sich an der Show in den letzten Jahrzehnten scheinbar wenig getan hat. Jede Pose der Band kennt man von diversen Live-Mitschnitten, und Dickinsons wiederholte Aufforderung "Scream for me, Hannover, scream for me, Deutschland!" hört man so auch nicht zum ersten Mal. Passt für mich, wie gesagt, ist ja eh eine Nostalgienummer für mich.
Der Menge gefällt es auch, gerade bei den ganz großen Hits geht das Publikum ordentlich mit, und das bis auf die hinteren Ränge. Hab auch kaum Gequatsche gehört, die Leute waren alle voll im Geschehen. Schön so, kenne ich auch anders.
Die Setlist lies für mich kaum Wünsche offen, besonderes Highlight war für mich Hallowed Be Thy Name. Obwohl der Song gar nicht auf meiner persönlichen Top-3-Wunschliste für den Abend gestanden hatte. Die Auswahl der Songs in Verbindung mit meiner Versicherung, dass die Band gut drauf war, dürfte dem geneigten Fan zeigen, dass der Abend aber nicht nur für mich ein guter war.
Murders In The Rue Morgue
Wrathchild
Killers
Phantom Of The Opera
The Number Of The Beast
Infinite Dreams
Powerslave
2 Minutes To Midnight
Rime Of The Ancient Mariner
Run To The Hills
Seventh Son Of A Seventh Son
The Trooper
Hallowed Be Thy Name
Iron Maiden
Aces High
Fear Of The Dark
Wasted Years
