Ich sammele meist über mehrere Tage für einen Post im Musikalischen Tagebuch. Happy Trails hat bei mir eine erfreuliche Entwicklung hingelegt. Hielt ich früher für eine weitere überflüssige Live-LP, recht unspektakulär. Ist gewachsen. Bo Diddley-Tracks als psychedelischer Jam? Hell yeah.Talking Head hat geschrieben: 26 Mai 2026, 17:51Ich bin mir nicht sicher, ob du alle Alben an einem Tag hörst. Aber eins ist sicher: Aus deiner Liste ist eigentlich fast immer auch einer meiner Favoriten dabei.
Musikalisches Tagebuch
- salamandersalat
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Re: Musikalisches Tagebuch
Keramikvasen geh'n jetzt wieder viel leichter kaputt.
- kathisi
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Re: Musikalisches Tagebuch
Dienstag:
Fela Kuti - Army Arrangement (1985/2001?) ****
Fela hat sich vom ursprünglich fertigen Album distanziert, da es ohne seine Mitwirkung (er wurde bei der Ausreise aus Nigeria auf dem Weg nach NYC verhaftet) in NY gemixt und teilweise mit Overdubs versehen wurde. Er empfand diese Art von Produktion als "nicht afrikanisch". Die 85er Version hat erheblich kürzerer Songlaufzeiten und besteht aus 3 Tracks - auf meiner Version gehen zwei Tracks nahezu je 30 Minuten. Dabei handelt es sich offensichtlich um die dann von Kuti herausgegebene Version mit den Originalarrangements, die in dieser Form auf CD erstmals 2001 herauskam. Frühere LP-Versionen enthielten wohl nur den Originaltrack in zwei Teilen (lt. meiner Discogs-Recherche).
Nun gut - der Titeltrack ist gelungen, der Bonustrack gehört eher zu den schwächeren mir bekannten Kuti-Tracks.
David Bowie - Aladdine Sane (1973) *** 1/2
Das Nachfolgealbum von "Ziggy Stardust" gehört irgendwie nicht zu meinen Lieblingsplatten von Bowie. Was zum Teil auch am schlechten, kompressierten, leicht scheppernden Klang meiner CD-Version liegen mag. Aber es gibt auch keinen wirklich herausragenden Song - die RS-Coverversion ist ok, und "The Jean Genie" sticht etwas heraus.
Roxy Music - For Your Pleasure (1973) ****
1973 war natürlich auch das Jahr von Roxy Music mit gleich zwei Veröffentlichungen, wobei mir die erste deutlich besser gefällt. Sehr stimmiges Album ohne Schwachpunkte und mit "Do The Strand" einem starken Lead-in.
Roxy Music - Stranded 1973 *** 1/2
Beim Wiederhören auch nicht so viel schlechter - "Amazona" ist besser als erinnert und sonst gibt es keine Ausreißer. Solide!
The Who - Quadrophenia (1973) ****
Rockoper, Filmsoundtrack, was auch immer. Konzeptalben finde ich generell ein schwieriges Gebiet, insbesondere wenn sie noch eine lineare Geschichte erzählen sollen bzw. sich daran entlanghangeln. Da folgen den Höhepunkten oft die Durchhänger und das Ganze wird generell zu lang. The Who machen es hier ganz gut mit wirklich tollen Songs und nur wenig überproduziertem Pathos (Und der Song "Love reign o'er me" ist auch gut genug, dies zu vertragen).
Eine schwierige Entscheidung, ausgerechnet an Miles 100stem Geburtstag mit dem Programm auszusetzen, aber der heutige Jazztag gehört aus gegebenen Anlass dem großartigen Sonny Rollins - möge er in Frieden ruhen!
Sonny Rollins - Plus Four (Prestige, rel. und rec. 1956) **** 1/2
Aufgenommen mit dem Clifford Brown/Max Roach Quintett als Begleiter, kurz vor dem Unfalltod von Clifford und Richie Powell. Klassischer Hardbop. Leider kann ich meine grundlegende Abneigung gegen den Walzerrhythmus auch hier bein Eröffnungsstück nur schwer überwinden. Aber das Zusammenspiel von Sonny und Clifford im zweiten Stück "Kiss and Run" ist toll.
Nun zwei meiner Lieblingsalben von ihm! Was für atemberaubend souveräne Soli, welcher Ton. Hardbop at its best!
Sonny Rollins - Tenor Madness (Prestige, rel. und rec. 1956) *****
"Tenor Madness" ist mit der Rhythmussektion des ersten Miles Davis-Quintetts aufgenommen, wenige Wochen nach den legendären Prestige-Sessions von Davis mit den vier resultierenden Meisterwerken. Im Titelstück kommt es zum legendären Zusammentreffen von Rollins und Coltrane, ihre einzige gemeinsame Aufnahme. 12 Minuten wunderbare Musik! Genauso toll der Closer: wunderbarer dringlicher Ton und mitreißender Fluss.
Sonny Rollins - Saxophone Colossus (Prestige, rel. 1957, rec. 1956) *****
Andere Begleiter, ebenso tolle Musik. Klassiker zurecht!
Sonny Rollins - Tour De Force (Prestige, rel. 1958, rec. 1956) *** 1/2
Was für ein kreativer Lauf in 1956 - Prestige musste die Aufnahmen aus markttechnischen Gründen wohl erstmal zurückhalten. Rollins wechselte dann ja zu Blue Note, auch da wurde die erste tolle Session noch in 1956 aufgenommen. Gegen die anderen Aufnahmen fällt diese hier leider etwas ab. Sein Ton klingt hier für mich nicht so souverän, sondern etwas nervöser, gehetzter, Vielleicht zuviel "Force". Und die Gesangsnummern sind zwar nicht schlecht gemacht, ich hätte sie hier aber nicht gebraucht, Kenny Drew am Klavier spielt toll, in der Aufnahme klingt es aber so, als ob er in einem anderen Raum spielt - gedämpft und entfernt. Schade,
Sonny Rollins - Way Out West (Contemporary, rel. und rec. 1957) *****
Ohne Klavier, sein erster WestCoast-Ausflug mit dem ikonischen Gunslinger-Cover. Aufgenommen in einer einzigen Session, beginnend um 3 Uhr morgens mit völlig übermüdeten Musikern. Ergebnis: ein Klassiker, mit Alternativversionen auf der CD. Und diese lohnen in diesem Fall sehr, sind sie zumindest in zwei Fällen doch deutlich länger als die ursprünglich veröffentlichen Versionen und überzeugen mit ausgiebigen hochklassigen Soli.
Sonny Rollins - Newk's Time (Blue Note, rel. 1959, rec. 1957) **** 1/2
Das Album jagt sofort los - in bewährter Blue Note-Aufnahmequalität, alle Instrumente präsent im Mix und die Dynamik haut einen erstmal um. Und die Intensität wird weitgehend über den Spannungsbogen des Albums gehalten. Und "The Surrey With The Fringe On Top" nur im Zusammenspiel von Schlagzeug und Saxophon ist fantastisch.
Sonny Rollins - The Bridge (RCA Victor, rel. und rec. 1962) *****
Nach der legendären dreijährigen Auszeit und den Übungssessions auf der Williamsburg Bridge dann das Comeback mit dem passenden Albumtitel. Erstmals auch mit Gitarre, Rollins mit wunderbaren Ton und Phrasierung - die Band fügt sich passend ein. Weniger spannend, auch bei den Uptempo-Stücken, aber wunderschön.
Fela Kuti - Army Arrangement (1985/2001?) ****
Fela hat sich vom ursprünglich fertigen Album distanziert, da es ohne seine Mitwirkung (er wurde bei der Ausreise aus Nigeria auf dem Weg nach NYC verhaftet) in NY gemixt und teilweise mit Overdubs versehen wurde. Er empfand diese Art von Produktion als "nicht afrikanisch". Die 85er Version hat erheblich kürzerer Songlaufzeiten und besteht aus 3 Tracks - auf meiner Version gehen zwei Tracks nahezu je 30 Minuten. Dabei handelt es sich offensichtlich um die dann von Kuti herausgegebene Version mit den Originalarrangements, die in dieser Form auf CD erstmals 2001 herauskam. Frühere LP-Versionen enthielten wohl nur den Originaltrack in zwei Teilen (lt. meiner Discogs-Recherche).
Nun gut - der Titeltrack ist gelungen, der Bonustrack gehört eher zu den schwächeren mir bekannten Kuti-Tracks.
David Bowie - Aladdine Sane (1973) *** 1/2
Das Nachfolgealbum von "Ziggy Stardust" gehört irgendwie nicht zu meinen Lieblingsplatten von Bowie. Was zum Teil auch am schlechten, kompressierten, leicht scheppernden Klang meiner CD-Version liegen mag. Aber es gibt auch keinen wirklich herausragenden Song - die RS-Coverversion ist ok, und "The Jean Genie" sticht etwas heraus.
Roxy Music - For Your Pleasure (1973) ****
1973 war natürlich auch das Jahr von Roxy Music mit gleich zwei Veröffentlichungen, wobei mir die erste deutlich besser gefällt. Sehr stimmiges Album ohne Schwachpunkte und mit "Do The Strand" einem starken Lead-in.
Roxy Music - Stranded 1973 *** 1/2
Beim Wiederhören auch nicht so viel schlechter - "Amazona" ist besser als erinnert und sonst gibt es keine Ausreißer. Solide!
The Who - Quadrophenia (1973) ****
Rockoper, Filmsoundtrack, was auch immer. Konzeptalben finde ich generell ein schwieriges Gebiet, insbesondere wenn sie noch eine lineare Geschichte erzählen sollen bzw. sich daran entlanghangeln. Da folgen den Höhepunkten oft die Durchhänger und das Ganze wird generell zu lang. The Who machen es hier ganz gut mit wirklich tollen Songs und nur wenig überproduziertem Pathos (Und der Song "Love reign o'er me" ist auch gut genug, dies zu vertragen).
Eine schwierige Entscheidung, ausgerechnet an Miles 100stem Geburtstag mit dem Programm auszusetzen, aber der heutige Jazztag gehört aus gegebenen Anlass dem großartigen Sonny Rollins - möge er in Frieden ruhen!
Sonny Rollins - Plus Four (Prestige, rel. und rec. 1956) **** 1/2
Aufgenommen mit dem Clifford Brown/Max Roach Quintett als Begleiter, kurz vor dem Unfalltod von Clifford und Richie Powell. Klassischer Hardbop. Leider kann ich meine grundlegende Abneigung gegen den Walzerrhythmus auch hier bein Eröffnungsstück nur schwer überwinden. Aber das Zusammenspiel von Sonny und Clifford im zweiten Stück "Kiss and Run" ist toll.
Nun zwei meiner Lieblingsalben von ihm! Was für atemberaubend souveräne Soli, welcher Ton. Hardbop at its best!
Sonny Rollins - Tenor Madness (Prestige, rel. und rec. 1956) *****
"Tenor Madness" ist mit der Rhythmussektion des ersten Miles Davis-Quintetts aufgenommen, wenige Wochen nach den legendären Prestige-Sessions von Davis mit den vier resultierenden Meisterwerken. Im Titelstück kommt es zum legendären Zusammentreffen von Rollins und Coltrane, ihre einzige gemeinsame Aufnahme. 12 Minuten wunderbare Musik! Genauso toll der Closer: wunderbarer dringlicher Ton und mitreißender Fluss.
Sonny Rollins - Saxophone Colossus (Prestige, rel. 1957, rec. 1956) *****
Andere Begleiter, ebenso tolle Musik. Klassiker zurecht!
Sonny Rollins - Tour De Force (Prestige, rel. 1958, rec. 1956) *** 1/2
Was für ein kreativer Lauf in 1956 - Prestige musste die Aufnahmen aus markttechnischen Gründen wohl erstmal zurückhalten. Rollins wechselte dann ja zu Blue Note, auch da wurde die erste tolle Session noch in 1956 aufgenommen. Gegen die anderen Aufnahmen fällt diese hier leider etwas ab. Sein Ton klingt hier für mich nicht so souverän, sondern etwas nervöser, gehetzter, Vielleicht zuviel "Force". Und die Gesangsnummern sind zwar nicht schlecht gemacht, ich hätte sie hier aber nicht gebraucht, Kenny Drew am Klavier spielt toll, in der Aufnahme klingt es aber so, als ob er in einem anderen Raum spielt - gedämpft und entfernt. Schade,
Sonny Rollins - Way Out West (Contemporary, rel. und rec. 1957) *****
Ohne Klavier, sein erster WestCoast-Ausflug mit dem ikonischen Gunslinger-Cover. Aufgenommen in einer einzigen Session, beginnend um 3 Uhr morgens mit völlig übermüdeten Musikern. Ergebnis: ein Klassiker, mit Alternativversionen auf der CD. Und diese lohnen in diesem Fall sehr, sind sie zumindest in zwei Fällen doch deutlich länger als die ursprünglich veröffentlichen Versionen und überzeugen mit ausgiebigen hochklassigen Soli.
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Zuletzt geändert von kathisi am 27 Mai 2026, 10:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Musikalisches Tagebuch
Southern Empire – Another World (2023)
Tusmørke – Nordisk Krim (2021)
Erra – Silence Outlives On The Earth (2026)
Otis Spann – The Bottom Of The Blues (1968)
Whiskey Myers – Whiskey Myers (2019)
Nospun – Opus (2023)
The Specials – The Specials (1979)
The Amorphous Androgynous – We Persuade Ourselves We Are Immortal (2020)
Crippled Black Phoenix – Sceaduhelm (2026)
Chris Spedding – Chris Spedding (1976)
Armored Saint – Symbol Of Salvation (1991)
Karmamoi – Eternal Mistake (2026)
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Re: Musikalisches Tagebuch
Gute Playlist! Ich mag den Song "Virus" vom Best of the Beast Album. Wie gefällt Dir der Song?Jan Lustiger hat geschrieben: 27 Mai 2026, 01:04
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Re: Musikalisches Tagebuch
Für mich einer der schwächeren der Blaze-Ära, von den Singles seiner Zeit bei Maiden gefällt mir nur "The Angel and the Gambler" weniger. Die Laut/Leise-Dynamik des Tracks kommt m.E. etwas arg ungelenk daher. Hat weder die Eleganz epischer Blaze-Nummern wie "The Sign of the Cross" noch funktioniert es als straighter Rocker à la "Futureal".Rockyron hat geschrieben: 27 Mai 2026, 08:24 Ich mag den Song "Virus" vom Best of the Beast Album. Wie gefällt Dir der Song?
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Re: Musikalisches Tagebuch
Trau dich, ein sehr starkes Album. Du solltest vielleicht ein wenig weniger nach der Eigenständigkeit fragen, was ich sowieso für sehr schwierig halte, keiner erfindet die Rockmusik neu und besser gute Inspiration als schlecht selbst erfunden.
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