Bad Brains

Für die Sternwerfer.
lysol
Beiträge: 23
Registriert: 06 Dez 2023, 06:51
Has thanked: 2 times
Been thanked: 8 times

Bad Brains

Beitrag von lysol »

Bad Brains ****1/2
Rock For Light ****1/2
I Against I ****
Live ***1/2
Quickness ***
The Youth Are Getting Restless (Live At The Paradiso,Amsterdam,1987) ****
Rise **
God Of Love **
I & I Survived (Dub) ***1/2
Live At CBGB 1982 ****1/2
Build A Nation ***
Into The Future **1/2

Wenn ein Restaurant zu viele Gerichte auf der Speisekarte hat sollte man ja vorsichtig sein.
Wie verhält es sich denn nun mit den Bad Brains, die vom Jazz kamen, berühmt-berüchtigt wurden durch ihre Melange aus Hardcore und Reggae, um schließlich auch noch Metal, Funk, Rap oder Dub in ihren Sound zu integrieren?
Die ersten beiden Alben funktionieren auch heute noch hervorragend. Ich favorisiere leicht „Rock For Light“ vor dem Debüt. Die schon mal aufgenommenen Songs sind nochmal kürzer, dafür noch mehr Klassiker und die Reggae-Songs gefallen mir auch etwas besser. Welche Produktion ich bevorzuge ist tatsächlich tagesabhängig. Und da das Debüt ja sozusagen das Original ist einige ich mich mit mir heute auf ein Unentschieden.
Am schönsten und gleichberechtigtsten gehen die Hardcore und Reggae Songs auf den Audioaufnahmen von „Live At CBGB 1982“ ineinander über, am stimmungsvollsten ist die DVD mit einer anderen Tracklist, da die Reaktionen im Club wunderbar eingefangen werden.
Mit „Rise“ und „God Of Love“ wird es dann ziemlich schlimm , grässliche neunziger Crossover-Vibes, die für mich heute nur noch schwer zu ertragen sind. Besonders gewöhnungsbedürftig ist „Rise“ mit neuem Sänger, aber auch die Rückkehr von H.R. bei „God Of Love“ kann da nichts retten.
Dann lieber Alben mit einem Flow. Den sich dem Metal zuwendenden dritten Klassiker der Band „I Against l“ zum Beispiel. Ihre einzige Veröffentlichung ohne Reggae-Anteile, dafür mit einer Handvoll Lieblingssongs und einem H.R. in gesanglicher Hochform.
Oder das reine Dubalbum „I & l Survived(Dub)“. Sicherlich kein Album ohne Schwachpunkte und man sollte instrumentale Dubalben schon mögen.
Spät in ihrer Karriere konnte Adam Yauch mit seiner (Nicht)produktion bei „Build A Nation“ ihnen durchaus nochmal etwas Leben einhauchen, während ihr letztes Lebenszeichen
„Into The Future“ allzu clean und zahm ist, geeignet für drei viertel Langeweile und ein viertel Entspannung im Ohrensessel.