es ist ja nicht nur das playing, da wurde ja auch konzeptionell was gefunden, was völlig eigen ist. ich brauchte das gestern, um zu überprüfen, wie sich das nach 26 jahren anfühlt - aber ich denke, das war mein letztes coleman-konzert.gypsy tail wind hat geschrieben: 28 Mär 2026, 12:07 Der Zwiespalt ist heftig, aber wenn das Playing so gut ist, lohnt es sich halt dennoch sehr, hinzugehen.
Jazz-Konzerte und Festivals 2026
Re: Jazz-Konzerte und Festivals 2026
- gypsy tail wind
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Re: Jazz-Konzerte und Festivals 2026
Ja, klar – und das funktioniert ja auch weiterhin.vorgarten hat geschrieben: 28 Mär 2026, 12:32es ist ja nicht nur das playing, da wurde ja auch konzeptionell was gefunden, was völlig eigen ist. ich brauchte das gestern, um zu überprüfen, wie sich das nach 26 jahren anfühlt - aber ich denke, das war mein letztes coleman-konzert.gypsy tail wind hat geschrieben: 28 Mär 2026, 12:07 Der Zwiespalt ist heftig, aber wenn das Playing so gut ist, lohnt es sich halt dennoch sehr, hinzugehen.
Und bei mir war das erste wohl auch gleich das letzte.
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #173 – 09.06.2026, 22:00
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Re: Jazz-Konzerte und Festivals 2026
Habe da mein eigenes System. Musik von Miles Davis ist ja nicht nur Musik von Miles, außerdem war er oft nicht das einzige (Musik) Genie innerhalb einiger Gruppen, wobei aber auch manches Talent (leider) an der kurzen Leine gehalten wurde (kaum Stücke von Coltrane auf den Miles Alben). Red Garland im Trio ist genauso wertvoll, sehr oft sogar noch interessanter, was ich aber erst spät herausfinden konnte. Bei Coltrane kann man sich ziemlich sicher sein, dass er kein Frauenhasser war (also safe), das gilt wahrscheinlich auch für Gil Evans. Und Cannonball, Red Garland, Paul Chambers, Philly Joe Jones, Bill Evans, Jimmy Cobb, Jimmy Heath und ein paar mehr hatten stark eigene Ambitionen, noch ein Leben nach der Zeit bei Miles. Miles ist ja bekannt für's Abwerben/Umwerben von sehr begabten Musikern aus anderen Bands (Joe Zawinul, Wayne Shorter, Ron Carter z.B.). *vorgarten hat geschrieben: 28 Mär 2026, 11:05
wie gehe ich als hörer damit um? wieso besuche ich dieses konzert? ich kann das nicht wirklich auflösen. wir alle hören weiterhin die musik von frauenverprüglern (miles davis, max roach). kann man das trennen?
Coltrane kam zu Miles, weil sich Philly Joe Jones für Coltrane einsetzte, das ist daher nur zum Teil der Verdienst von Miles. Dass die Rhythmusgruppe mit Kelly/Chambers/Cobb sich von Miles trennte (nicht umgekehrt), darf man auch nicht unterschätzen (tolle Musik machten die auch weiterhin, z.B. mit Wes Montgomery). Ab "In A Silent Way" ist fast alles in der Masse nicht mehr so interessant für mich, da mache ich einen Schnitt, weil es so viel tollere Musik noch gibt (Danke auch an Iverson). Ich höre z.B. auch nicht gerne Kraftwerk oder Can, mag aber manches von Hendrix oder David Bowie schon. Dass z.B. Gil Evans Musik von Hendrix aufgenommen hatte (interessant schon), lässt mich allerdings eher kalt. Da höre ich lieber was mit Keith Jarrett, George Duvivier, Sam Jones oder Billy Higgins aus den 70ern. Möglicherweise sogar Art Farmer, weil es diese eine Platte von ihm gibt, die mir wirklich zusagt.
* Wenn M. Davis gar kein Interesse an Herbie Hancock gehabt hätte, wäre Herbie vielleicht noch eine Weile bei Donald Byrd oder Kenny Dorham geblieben. Tony Williams wurde ja anfangs von Sam Rivers u. Alan Dawson gefördert und später von Jackie McLean entdeckt (Max Roach war wohl auch ein Mentor für kurze Zeit).
Zuletzt geändert von thelonica am 29 Mär 2026, 00:11, insgesamt 5-mal geändert.
Re: Jazz-Konzerte und Festivals 2026
da kann ich mitgehen.thelonica hat geschrieben: 28 Mär 2026, 14:26Habe da mein eigenes System. Musik von Miles Davis ist ja nicht nur Musik von Miles, außerdem war er oft nicht das einzige Genie innerhalb einiger Gruppenvorgarten hat geschrieben: 28 Mär 2026, 11:05
wie gehe ich als hörer damit um? wieso besuche ich dieses konzert? ich kann das nicht wirklich auflösen. wir alle hören weiterhin die musik von frauenverprüglern (miles davis, max roach). kann man das trennen?
Re: Jazz-Konzerte und Festivals 2026
Nur unsympathisches Verhalten toleriere ich eigentlich meistens. Sowohl weil "Künstler" letztendlich auch einfach ein Beruf ist als auch weil ich die vermeintlich sympathischen Künstler ja auch nicht wirklich kenne und ich bei parasozialen Beziehungen sowieso extrem skeptisch bin. Bei Verhalten an der Grenze zur Strafbarkeit sieht das dann anders aus.vorgarten hat geschrieben: 28 Mär 2026, 11:05 wie gehe ich als hörer damit um? wieso besuche ich dieses konzert? ich kann das nicht wirklich auflösen. wir alle hören weiterhin die musik von frauenverprüglern (miles davis, max roach). kann man das trennen? seit jeher trenne ich im fall von coleman den unsympath von seiner musik. aber gibt es da nicht auch eine grenze?
Meine entsprechenden Konsequenzen entscheide ich bei aktiven Künstlern meistens anhand der Frage, ob ich jemandem so (mehr) Geld gebe und damit nicht nur sein[1] unangemessenes Verhalten zumindest mittelbar fördere und unterstütze, sondern den kulturellen Strukturen sogar aktiv schade. Da der Beweis, dass künstlerische Qualität und "problematisches" Verhalten nicht korrelieren, längst erbracht ist, fällt es mir meistens nichtmal schwer, mich bei Konzerten und Tonträgern auf Künstler zu beschränken, die nicht mit massivem Fehlverhalten aktenkundig geworden sind.
Bei nicht mehr lebenden Künstlern bin ich da meistens toleranter, aber da ist die Lage m. A. n. auch oft komplexer - angefangen beim jeweiligen Zeitgeist, aber auch wenn es um den Einfluss des Umfelds und der Biographie geht.
[1] Das generische Maskulinum erscheint mir hier angebracht.
Reality is that which, when you stop believing in it, doesn’t go away. Reality denied comes back to haunt.
Philip K. Dick
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Re: Jazz-Konzerte und Festivals 2026
Ich hatte übersehen, dass es einen gesonderten Thread für Jazzkonzerte gibt. vorgarten hat das oben im Text zwar auch schon verlinkt, ich mache es hier aber noch mal etwas deutlicher:
Lionel Loueke & Dave Holland (26.03.2026, Zig Zag Jazz Club, Berlin)
Lionel Loueke & Dave Holland (26.03.2026, Zig Zag Jazz Club, Berlin)
„Für mich ist Rock’n’Roll nach wie vor das beste Mittel, um Freundschaften zu schließen.“ (Greil Marcus)