Das Piano-Trio im Jazz .... eine Fortschreibung

redbeansandrice
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Re: Das Piano-Trio im Jazz .... eine Fortschreibung

Beitrag von redbeansandrice »

bullschuetz hat geschrieben: 01 Mär 2026, 18:13 Anlässlich des Sieges von Changeless bei der Umfrage im erlöschenden RS-Forum ging mir eine Frage durch den Kopf: Kann es sein, dass bei Keith Jarrett eine musikhistorische Neubewertung im Gang ist? Mir ist natürlich bewusst, dass er immer ein sehr anerkannter und immens erfolgreicher Jazzmusiker war. Aber da schwangen bei vielen doch früher oft auch Vorbehalte mit. JE Behrendt war das Köln Concert harmonisch zu simpel, Wiglaf Droste verspottete es gar als sedierenden New-Age-Kitsch („Junge Menschen wurden greise/ Wenn Keith Jarrett klimperte/ Auf dem Flokati litt ganz leise/ Wer vorher fröhlich pimperte“), Jarretts Geniemanierismen (das Mitsingen, das Einfordern von ehrfürchtiger Stille im Publikum) stießen vielen auf. Ich selber liebe das Köln Concert seit Jahrzehnten, aber es gab Zeiten, da musste ich, sobald ich das gestand, gegen Spötteleien anargumentieren. Ein Jazzfreak sagte mir mal, das sei Jazz für Leute, die keinen Jazz mögen. Ich meine mich zu erinnern, dass Jarrett früher im RS-Forum auch oft eine mit "Ja, aber" versehene Anerkennung erntete. Da ich Changeless im Rahmen des Trioformats in gewisser Weise recht nahe am Köln Concert höre, hat mich der Sieg doch etwas überrascht. Oder trügt mein Eindruck insgesamt? Dazu würden mich Meinungen interessieren.
schön dich wieder zu lesen!

nicht so sicher, ob sich da viel verschiebt... es gibt da ja eine Reihe von Reputationen, die reinspielen, die von Jarrett selbst (schon immer ein bisschen schwierig, und wenn's nur ist, weil er so unsympathisch ist), von ECM (if anything, momentan ein bisschen niedriger als schonmal hätt ich gesagt), die des Jarrett Standards Trios mit Peacock und DeJohnette, die von Jarrett als Solokünstler und schliesslich noch die des Köln Concerts selber...

Hier im Forum bild ich mir ein, dass wir einen relativ breiten Konsens haben, dass das Jarrett Standards Trio das zweite wirklich prägende Trio in der Jazzgeschichte ab den 60ern neben dem von Bill Evans ist... und, das sehen vielleicht ausserhalb des Forums mehr Leute irgendwie anders... aber das hat mE wenig mit dem Köln Concert zu tun, und viel mit Gary Peacock und Jack DeJohnette, die beide über jeden Zweifel erhaben sind... und ich bin mir nicht sicher, wieviel sich das in den letzten Jahren verschoben hat... bei mir selber sicher, aber ich hör auch erst seit ein paar Jahren Bill Evans

Jarrett solo hat hier Fans - ich eher nicht, hab diese Alben noch nicht gebraucht - aber ich kann mich nicht erinnern, dass ich mal von einem echten Jarrett Solo Fan gehört hätte, das Köln Concert sei das Mass aller Dinge... da werden typischerweise dann doch eher die Sun Bear Concerts genannt, oder Facing You, oder was von den späteren... insofern denk ich nicht, dass der Sieg von Changeless in der Umfrage viel über die Reputation des Köln Concert unter Jazzsnobs aussagt... aber auch klar: der Kontext der 70er wie ihn Droste beschrieben hat, ist heute nicht mehr so relevant, und warum damals tausende von Menschen gerade dieses Album haben mussten, ist eine rätselhafte Kuriosität....
soulpope
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Re: Das Piano-Trio im Jazz .... eine Fortschreibung

Beitrag von soulpope »

redbeansandrice hat geschrieben: 02 Mär 2026, 15:10
bullschuetz hat geschrieben: 01 Mär 2026, 18:13 Anlässlich des Sieges von Changeless bei der Umfrage im erlöschenden RS-Forum ging mir eine Frage durch den Kopf: Kann es sein, dass bei Keith Jarrett eine musikhistorische Neubewertung im Gang ist? Mir ist natürlich bewusst, dass er immer ein sehr anerkannter und immens erfolgreicher Jazzmusiker war. Aber da schwangen bei vielen doch früher oft auch Vorbehalte mit. JE Behrendt war das Köln Concert harmonisch zu simpel, Wiglaf Droste verspottete es gar als sedierenden New-Age-Kitsch („Junge Menschen wurden greise/ Wenn Keith Jarrett klimperte/ Auf dem Flokati litt ganz leise/ Wer vorher fröhlich pimperte“), Jarretts Geniemanierismen (das Mitsingen, das Einfordern von ehrfürchtiger Stille im Publikum) stießen vielen auf. Ich selber liebe das Köln Concert seit Jahrzehnten, aber es gab Zeiten, da musste ich, sobald ich das gestand, gegen Spötteleien anargumentieren. Ein Jazzfreak sagte mir mal, das sei Jazz für Leute, die keinen Jazz mögen. Ich meine mich zu erinnern, dass Jarrett früher im RS-Forum auch oft eine mit "Ja, aber" versehene Anerkennung erntete. Da ich Changeless im Rahmen des Trioformats in gewisser Weise recht nahe am Köln Concert höre, hat mich der Sieg doch etwas überrascht. Oder trügt mein Eindruck insgesamt? Dazu würden mich Meinungen interessieren.
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nicht so sicher, ob sich da viel verschiebt... es gibt da ja eine Reihe von Reputationen, die reinspielen, die von Jarrett selbst (schon immer ein bisschen schwierig, und wenn's nur ist, weil er so unsympathisch ist), von ECM (if anything, momentan ein bisschen niedriger als schonmal hätt ich gesagt), die des Jarrett Standards Trios mit Peacock und DeJohnette, die von Jarrett als Solokünstler und schliesslich noch die des Köln Concerts selber...

Hier im Forum bild ich mir ein, dass wir einen relativ breiten Konsens haben, dass das Jarrett Standards Trio das zweite wirklich prägende Trio in der Jazzgeschichte ab den 60ern neben dem von Bill Evans ist... und, das sehen vielleicht ausserhalb des Forums mehr Leute irgendwie anders... aber das hat mE wenig mit dem Köln Concert zu tun, und viel mit Gary Peacock und Jack DeJohnette, die beide über jeden Zweifel erhaben sind... und ich bin mir nicht sicher, wieviel sich das in den letzten Jahren verschoben hat... bei mir selber sicher, aber ich hör auch erst seit ein paar Jahren Bill Evans
Das mit dem breiten Konsens ist so eine Sache .... denn wo bleibt dann das Ahmad Jamal Trio mit Israel Crosby (b) und Vernell Fournier (dr), welches die Welt von Keith Jarrett offenbar so nachhaltig prägte (sic) ....
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redbeansandrice
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Re: Das Piano-Trio im Jazz .... eine Fortschreibung

Beitrag von redbeansandrice »

soulpope hat geschrieben: 02 Mär 2026, 15:23
redbeansandrice hat geschrieben: 02 Mär 2026, 15:10
bullschuetz hat geschrieben: 01 Mär 2026, 18:13 Anlässlich des Sieges von Changeless bei der Umfrage im erlöschenden RS-Forum ging mir eine Frage durch den Kopf: Kann es sein, dass bei Keith Jarrett eine musikhistorische Neubewertung im Gang ist? Mir ist natürlich bewusst, dass er immer ein sehr anerkannter und immens erfolgreicher Jazzmusiker war. Aber da schwangen bei vielen doch früher oft auch Vorbehalte mit. JE Behrendt war das Köln Concert harmonisch zu simpel, Wiglaf Droste verspottete es gar als sedierenden New-Age-Kitsch („Junge Menschen wurden greise/ Wenn Keith Jarrett klimperte/ Auf dem Flokati litt ganz leise/ Wer vorher fröhlich pimperte“), Jarretts Geniemanierismen (das Mitsingen, das Einfordern von ehrfürchtiger Stille im Publikum) stießen vielen auf. Ich selber liebe das Köln Concert seit Jahrzehnten, aber es gab Zeiten, da musste ich, sobald ich das gestand, gegen Spötteleien anargumentieren. Ein Jazzfreak sagte mir mal, das sei Jazz für Leute, die keinen Jazz mögen. Ich meine mich zu erinnern, dass Jarrett früher im RS-Forum auch oft eine mit "Ja, aber" versehene Anerkennung erntete. Da ich Changeless im Rahmen des Trioformats in gewisser Weise recht nahe am Köln Concert höre, hat mich der Sieg doch etwas überrascht. Oder trügt mein Eindruck insgesamt? Dazu würden mich Meinungen interessieren.
schön dich wieder zu lesen!

nicht so sicher, ob sich da viel verschiebt... es gibt da ja eine Reihe von Reputationen, die reinspielen, die von Jarrett selbst (schon immer ein bisschen schwierig, und wenn's nur ist, weil er so unsympathisch ist), von ECM (if anything, momentan ein bisschen niedriger als schonmal hätt ich gesagt), die des Jarrett Standards Trios mit Peacock und DeJohnette, die von Jarrett als Solokünstler und schliesslich noch die des Köln Concerts selber...

Hier im Forum bild ich mir ein, dass wir einen relativ breiten Konsens haben, dass das Jarrett Standards Trio das zweite wirklich prägende Trio in der Jazzgeschichte ab den 60ern neben dem von Bill Evans ist... und, das sehen vielleicht ausserhalb des Forums mehr Leute irgendwie anders... aber das hat mE wenig mit dem Köln Concert zu tun, und viel mit Gary Peacock und Jack DeJohnette, die beide über jeden Zweifel erhaben sind... und ich bin mir nicht sicher, wieviel sich das in den letzten Jahren verschoben hat... bei mir selber sicher, aber ich hör auch erst seit ein paar Jahren Bill Evans
Das mit dem breiten Konsens ist so eine Sache .... denn wo bleibt dann das Ahmad Jamal Trio mit Israel Crosby (b) und Vernell Fournier (dr), welches die Welt von Keith Jarrett offenbar so nachhaltig prägte (sic) ....
Wegen Bands wie dieser hatte ich ein "ab den 60ern" ergänzt...
soulpope
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Re: Das Piano-Trio im Jazz .... eine Fortschreibung

Beitrag von soulpope »

redbeansandrice hat geschrieben: 02 Mär 2026, 15:58
soulpope hat geschrieben: 02 Mär 2026, 15:23
redbeansandrice hat geschrieben: 02 Mär 2026, 15:10
schön dich wieder zu lesen!

nicht so sicher, ob sich da viel verschiebt... es gibt da ja eine Reihe von Reputationen, die reinspielen, die von Jarrett selbst (schon immer ein bisschen schwierig, und wenn's nur ist, weil er so unsympathisch ist), von ECM (if anything, momentan ein bisschen niedriger als schonmal hätt ich gesagt), die des Jarrett Standards Trios mit Peacock und DeJohnette, die von Jarrett als Solokünstler und schliesslich noch die des Köln Concerts selber...

Hier im Forum bild ich mir ein, dass wir einen relativ breiten Konsens haben, dass das Jarrett Standards Trio das zweite wirklich prägende Trio in der Jazzgeschichte ab den 60ern neben dem von Bill Evans ist... und, das sehen vielleicht ausserhalb des Forums mehr Leute irgendwie anders... aber das hat mE wenig mit dem Köln Concert zu tun, und viel mit Gary Peacock und Jack DeJohnette, die beide über jeden Zweifel erhaben sind... und ich bin mir nicht sicher, wieviel sich das in den letzten Jahren verschoben hat... bei mir selber sicher, aber ich hör auch erst seit ein paar Jahren Bill Evans
Das mit dem breiten Konsens ist so eine Sache .... denn wo bleibt dann das Ahmad Jamal Trio mit Israel Crosby (b) und Vernell Fournier (dr), welches die Welt von Keith Jarrett offenbar so nachhaltig prägte (sic) ....
Wegen Bands wie dieser hatte ich ein "ab den 60ern" ergänzt...
Die stärksten Aufnahmen dieser "Band" - das Zusammenspiel dieses Trios war zu diesem Zeitpunkt magisch - waren in den frühen 60ern knapp vor Israel Crosbys unerwartetem Tod (er verstarb knapp ein Jahr nach Scott La Faro) ....
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Re: Das Piano-Trio im Jazz .... eine Fortschreibung

Beitrag von redbeansandrice »

wegen mir kann Jamal gerne auch noch mit rein als dritter, ich hab Bill Evans in dem Moment breiter gedacht, nicht nur das eine Trio, und dann zieht es sich durch die Jahre... und es gibt sicher auch Leute, die sagen, dass man Corea/Hancock/Tyner nicht einfach auslassen kann, vor allem Corea... wie auch immer, wir hatten ja gerade eine Umfrage, die den Stand des Konsens herausarbeitete, und ergab, dass die besten Triomusiker aller Zeiten die folgenden sind:

Paul Motian (714 Punkte – 17 Alben)
Bill Evans (618 Punkte – 8 Alben)
Gary Peacock (601 Punkte – 20 Alben)
Jack DeJohnette (552 Punkte – 16 Alben)
Keith Jarrett (417 Punkte – 12 Alben)
Scott LaFaro (391 Punkte – 4 Alben)

da liegen, Peacock und deJohnette doch deutlich vor Jarrett und hinter Evans...
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Das Piano-Trio im Jazz .... eine Fortschreibung

Beitrag von soulpope »

redbeansandrice hat geschrieben: 02 Mär 2026, 16:18 wegen mir kann Jamal gerne auch noch mit rein als dritter, ich hab Bill Evans in dem Moment breiter gedacht, nicht nur das eine Trio, und dann zieht es sich durch die Jahre... und es gibt sicher auch Leute, die sagen, dass man Corea/Hancock/Tyner nicht einfach auslassen kann, vor allem Corea... wie auch immer, wir hatten ja gerade eine Umfrage, die den Stand des Konsens herausarbeitete, und ergab, dass die besten Triomusiker aller Zeiten die folgenden sind:

Paul Motian (714 Punkte – 17 Alben)
Bill Evans (618 Punkte – 8 Alben)
Gary Peacock (601 Punkte – 20 Alben)
Jack DeJohnette (552 Punkte – 16 Alben)
Keith Jarrett (417 Punkte – 12 Alben)
Scott LaFaro (391 Punkte – 4 Alben)

da liegen, Peacock und deJohnette doch deutlich vor Jarrett und hinter Evans...
Mag mich da nicht streiten, wozu auch .... der grosse Einfluss von Ahmad Jamal auf Keith Jarrett und Miles Davis ist dokumentiert ....

Das Argument von den meistgenannten Musikern als "Beste" bei 16 eingereichten Listen ist für mich nicht nachvollziebar ....
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vorgarten
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Re: Das Piano-Trio im Jazz .... eine Fortschreibung

Beitrag von vorgarten »

der knackpunkt für mich ist die frage, warum bullschütz CHANGELESS so nah am köln-konzert hört... vermutung: anders als beim 'eigentlichen' projekt des trios, nämlich jazz-standards neu zu interpretieren (sehr ungewöhnliches projekt von no-bop-eicher, eigentlich), gibt es ja hier den fokus auf die freien improvisationen, allerdings im trio, also als kollektive bewegung, was wiederum anschlussfähig für manche sein könnte, die the necks hören oder nik bärtsch oder das borderlands trio, bis hin zu momenten bei sorey und iyer...

aber ich finde auch, dass 16 listen kein feuilleton sind. außerdem wird in diesem und dem vorgänger-forum ja noch immer über dinge "diskutiert" wie solche, ob jarrett bei spielen geflligst die klappe zu halten hat. das macht man woanders wohl seit den 80ern nicht mehr.
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Friedrich
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Re: Das Piano-Trio im Jazz .... eine Fortschreibung

Beitrag von Friedrich »

lotterlotta hat geschrieben: 01 Mär 2026, 20:45 @friedrich also ich würde dir ja empfehlen das wright-album bei imusic zu bestellen, es ist wirklich sein geld wert, könnteaber auch einen ripp am 26. mitbringen....
@lotterlotta

Bei imusic aktuell €43,49! Bin im Moment nicht bereit, soviel anzulegen. Village Vanguard hat bei decks.de €29,99 gekostet. Da konnte ich nicht widerstehen. John Wrights Southside haben die aber leider nicht im Angebot.

Vielen Dank für das Angebot, das ich dankend ablehne. Vorerst reicht mir der stream.
„Für mich ist Rock’n’Roll nach wie vor das beste Mittel, um Freundschaften zu schließen.“ (Greil Marcus)
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Das Piano-Trio im Jazz .... eine Fortschreibung

Beitrag von soulpope »



Keith Jarrett Trio "Live in Sendai 1986" (Soundboard) .... ein Set der Darbietungen vom 20ten Oktober 1986 @ Den-Ryoku Hall Sendai und akustische Dokumention meiner Sicht, dies sei eigentlich das Gary Peacock Trio ....
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lotterlotta
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Re: Das Piano-Trio im Jazz .... eine Fortschreibung

Beitrag von lotterlotta »

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hier musik von einem trio aus 1957, welches als ganzes super funktioniert und standards als solche auch spielt.

zur jarrett-diskussion:
ob jarrett nun jamal als einfluss bzw. wegmarke für sich angegeben hat ist doch für die abstimmung und den pianothread völlig unerheblich und das jamal da so gut wie garnicht vertreten ist sagt nichts über die qualität seiner aufnahmen aus, die btw. in den frühen jahren überragend waren und auch die archivaufnahmen aus dem penthouse sind immer noch viel besser als manch anderes trio auf scheibe in den letzten jahrzehnten auf den markt gebracht hat.

die 16 listen sind momentaufnahmen von musikfreunden, die durch ihr alter/sozialisierung und den ersten einstieg in dies format mitgeprägt wurden, was sich dann auch in den listen niederschlägt, sagt aber null über die qualität der musik im ganzen aus. es sind die vorlieben von ein paar nerds die sich gegenseitig beeinflussen oder inspirieren, sich mit dem einen oder anderen auseinanderzusetzen. das da dann ein album wie changeless zu oberst steht muss einen dann auch nicht wundern und spekulationen über die neubewertung von jarretts qualität und einfluss sind da auch nicht zwingend notwendig....ein paar wassertropfen machen noch keinen ozean....sind aber unsere hörgewohnheiten, das ist die einzige aussage die man aus dem ganzen vielleicht sogar objektiv ableiten kann....

jarrett im trio hat für mich nicht die gleiche bedeutung wie bei seinen soloaufnahmen, er bekommt da auch nicht die aufmerksamkeit wie bei seinen solowerken, hören tu ich da bewusster peacock und dejohnette, was sie zum spiel des kauzes beitragen ist für mich wesentlich spannender. zum kölnkonzert mag von mir aus auch jeder stehen wie er will, den status eines überalbums hat es bei mir nicht, auch wenn ich ihm evtl. mal ***** verliehen habe bleiben da mind. drei abende in japan die da in meiner gunst viel höher stehen....

wenn sich wie in meinem fall über 30 jahre so ca. 230 klaviertrioalben ansammeln und man muss daraus dann 20 bei 100 kandidaten für die top aussuchen, bleiben halt auch 80 auf der strecke die ja auch überragend sein können! man schmeißt ja meist nicht unbedingt seine schon lang lieb gewonnenen alben sofort über bord, nur weil man gerade ein neues fantastisches album kennengelernt hat......
ich wurde mal gefragt warum ich jazz höre. ganz einfach, weil er frei von hautfarbe und emotional ist....