Die Toten Hosen

Diskussionen über Gruppen, Combos, Formationen und Bands
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Hallogallo
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Die Toten Hosen

Beitrag von Hallogallo »



Wenn ich das richtig mitbekommen habe, ist „Trink aus, wir müssen gehen!“ - erscheint am 29.05.2026 - die Abschiedsplatte der Toten Hosen und es gibt wohl auch eine Abschiedstournee. Gestern erschien der erste Song aus dem Album: Die Show muss weitergehen.
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Wenzel
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Re: Die Toten Hosen

Beitrag von Wenzel »

Solider Hosen Standard. Würde ich mir freiwillig aber nicht noch einmal anhören. Die Tour endet im Sommer nächsten Jahres in Düsseldorf. Reicht ja dann eigentlich auch.
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stardog
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Re: Die Toten Hosen

Beitrag von stardog »

Auch wenn ich die Band, insbesondere Campino, stets für ihr politisches Engagement sehr respektiert habe, konnte ich mich mit ihrer Musik nie so recht anfreunden. Dennoch habe ich großen Respekt vor ihrer beeindruckenden musikalischen Karriere.
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Hallogallo
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Re: Die Toten Hosen

Beitrag von Hallogallo »

Ich habe die ersten Singles und die ersten beiden Alben damals gekauft, dann wurde mir die Toten Hosen zu "deutschrockig". Richtig schlecht fand ich sie aber nie und als Gesamtprojekt "Familienunternehmen mit politischer Haltung" fand ich die Hosen auch respektabel.
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Jan Lustiger
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Re: Die Toten Hosen

Beitrag von Jan Lustiger »

Ich habe ein recht ambivalentes Verhältnis zu den Hosen. Als Teenage-Punkrocker gehörten sie zur Grundausstattung, aber im Gegensatz zu vielen anderen Bands, die mich so sehr begeisterten, dass alle Alben her mussten, reichten mir bei den Hosen vier, davon eine Live. Mit der Auswärtsspiel fingen sie schon an, mich zu verlieren, was danach kam, fand ich stellenweise wirklich fürchterlich.

Jetzt, wo sich ihr Abschied ankündigt, hab ich aber die Bereitschaft gefunden, mir retrospektiv doch nochmal ein Bild zu machen vom Gesamtwerk und da ich sie nie live gesehen habe, werde ich das 2027 in Nürnberg nachholen. Stadionkonzert. Im Gegensatz zu den Kollegen aus Berlin macht das bei den Hosen ja Sinn.
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Wopperdaler
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Re: Die Toten Hosen

Beitrag von Wopperdaler »

Der neue Song ist doch ziemlich 08/15 Hosen, hoffentlich nicht repräsentativ für das Album.
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Shanks
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Re: Die Toten Hosen

Beitrag von Shanks »

"Opium fürs Volk" war damals als ebenfalls Teenage-Punkrocker mein Erstkontakt. Man kam zu der Zeit ja kaum an der Band vorbei. Mag das Album immer noch gerne, habe mir auch die kürzlich veröffentlichte Luxusausgabe gegönnt. Zur bedingungslosen Liebe wie bei den "Erzrivalen" aus Berlin hat es aber nie gereicht.
Habe die Hosen auch nur 1x live erlebt. Das war zu Zeiten von "Zurück zum Glück", keine besonders gelungene Platte. War dennoch ein tolles Konzert, nur hatte ich dummerweise ein, zwei Wochen zuvor die Übertragung ihres Auftritts bei Rock am Ring gesehen, weswegen es mich irritierte, dass Campino 1:1 die selben Ansagen brachte. :D

Zur ersten Single: Typischer Hosen Stadion-Rocker von der Stange, wie es sie seit Campino mit Marteria textet leider zuhauf gibt. Nur seltsam aufgenommen diesmal. Gab aber schon weitaus schlimmeres, "Feiern im Regen" etwa. Brr.
I'm going to the moon and you're buying the ticket
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Hallogallo
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Re: Die Toten Hosen

Beitrag von Hallogallo »

Ich habe TH nur einmal live gesehen, 1987 auf einem Festival in Bruchhausen-Vilsen.

Die Besetzung des Festivals war ziemlich gemischt:

Bild

https://www.dth-dta.de/de/1982-1990/tou ... ruchhoefen

Die Hosen damals nur in der zweiten Reihe. Haben damals aber auch schon im größeren Rahmen das Publikum gerockt.
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Wenzel
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Re: Die Toten Hosen

Beitrag von Wenzel »

Rant von Rebecca Spilker (Frau von Frank Spilker), den sie auf Facebook abgelassen hat. Tja.

HALBTOTE HOSE

Die Hosen machen Schluss. Zumindest mit Alben. Es ist angeblich auch so ziemlich vorbei mit dem ganzen Rock, mit dem ganzen Männergegröle und dem mediokren Getexte vor dem Hintergrund von Penissen, Buddykultur, Rock am Ring und Bier.
Na, hoffentlich.
Sorry: Meinung. Empfindung.
Es ist so sehr unerträglich, was die Mannen um Campino als letzten Akt in ihrem Punky-Flunky-Theater zum Besten geben, dass die gequälten und geknechteten Hörer:innen mit Restresilienz mittlerweile und endgültig wegknicken sollten wie Halme auf mecklenburgischen Dürrefeldern.

„Trink aus, wir müssen gehen.“
Ja, wann denn nun? Und warum dauernd dieses Austrinken?
Wegen halt immer schon Schnaps oder was?
Wegen saufen als restpunken?
Wegen Anbindung an die Arbeiterklasse in Eckkneipen?
Wegen alles so wie bei Papi?
Es ist so BRD. Dieses Album ist: Auto, Kotzen im Hotel, falsche Telefonnummern verteilen, aus Bock zweite Runde mit der Unterhose. Immer noch. Aber alles in politisch sensibel und erwachsen. Kurz mal relevante Themen aber dann doch wieder nicht.
Mitschunkeln, mitwitzeln, mitreimen. So öde, was Kuddel und Muddel zusammen mit dem provobourgeoisen Banddiktator Campino eigentlich seit immer schon abliefern. Wie soll man da noch zwischen irgendwie Punk und linksliberalem Kirmesrock unterscheiden? Es gibt da keinen Unterschied. Textlich nicht und musikalisch schon gar nicht. Es ist ja noch nicht mal so richtig schlecht. Es gibt da ja noch nicht mal mehr eine Lücke. Kein Störgeräusch. Es ist: total egal.

Ey, guckt euch die aktuelle ARD-Doku an. Ihr seht einen verwirrten, entnervten Produzenten, der mit Megasellern arbeitet, weil sie eben das sind. Warum auch immer, man weiß es nicht. Er scheint sich in manchen Sequenzen fast zu schämen. Money halt. Man wäre ja doof. Und man kriegt mit: Die können nix. Sie haben nicht EINE gute Idee. Da kann der Chef noch so oft sinnierend durch den Wald streifen und anschließend bewegt von sich selbst endreimen. Campi sagt an, diktaturt so durch und hat Rücken. Aua. Themen aus der Männersauna. London '77-Opa erzählt vom Krieg, aber dieser Krieg wurde nur ganz kurz gegen die Familie und die Schule und so geführt. Dann lief's ja. Alle Beine noch dran.
Und „Baby in the Making“. Klar. Nochmal angehen gegen die eigene Endlichkeit. Nochmal Kapitel dranhängen an das Hodentagebuch. Gefühle, Promilletränen, Wehmut und Pseudoleid.

Und die ganze Heldengeschichte: Arenen und so.
Aber vorher war erstmal harte Tour im Bus. Das muss auch mal gesagt werden. Von nix kommt nix. Drogen, Drogen, Drogen. Cool. Weiber, Bier, Schultern, auf die man sich gegenseitig klopft.
Was wegficken auf dem Rasen und anderswo. Gestank, Hörstürze als Beweis von harter Arbeit zwischen Boxen, Rumspringen, Seifenhaaren, falschem Pathos. Nie, wirklich nie eine zweite Ebene. Doofe Musik. Echt. So stumpf, so gewaltvoll durchgedudelt, wie es jede, aber wirklich jede Dorfcombo mit Resthoffnung ja auch tut und kann. Das ist das Erfolgreichste auf Festivals? Das ist, worauf man sich neben den Ärzten einigen kann?

Wenders, Brandauer, Heidenreich – dann eben doch wieder Kulturbetrieb mit angezogener Handbremse. Ja, antifaschistisch. Gut, natürlich. Aber kann die korrekte Haltung überdecken, was an Männlichkeitsscheiße durchsuppt? „Ülüsü“. Ey, was war denn da los? Am Boden liegen, durchhalten, aufstehen, weitermachen, immer zusammen mit den Brüdern, wir schütteln die Zeit ab, alle in ein Grab. Schicksal. Hahahaha. So geil damals. Alle. Wir. Aber dann doch einer "zusammener". Ohohohooooooo.
Biermann. Bargeld. Niedecken. Sullivan. Urlaub. „Wollt jeden Wunsch erfüllen, den so 'n Junge hat.“ „Wie der Vater, so der Sohn.“ Brüllbrüllbrüll. Gitarre. Getexte. Happy End. Wunden lecken. Es ist so schlicht. So unterkomplex. „Die mit der lautesten Meinung haben meistens die leiseste Ahnung.“ Ja, eben. Genau. Warum um Himmels Willen dieser Konsens überall? Warum U2, Metallica, Slade, „Seite an Seite“? Nichts anderes ist es doch. Rock an der Leine. Grillwurstpunk. Rammdösig und grobschrittig über Bühnen latschen. Sabbern in Mikros. Faust hochrecken. Damalsdamals, ja damals. Demnächst bei Lanz im Talk. Aber so richtig. Gegen vieles aber nicht alles. Vorsicht! Und dann Comeback-Tour? Düsseldorf = Heimat.
Heimat ist wichtig. Düsseln am ewigen längsten Tresen der Welt. Endstation „Ratinger Hof“.
Und zum Schluss: doch wieder fast nur Testosteron. Älteres Testosteron. Aber Testosteron.
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Pheebee
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Re: Die Toten Hosen

Beitrag von Pheebee »

Offen gesagt, vieles davon kann ich gut nachvollziehen. Speziell die ARD-Doku zu diesem angeblich letzten Album macht doch in meinen Augen einiges kaputt. Irgendwie stoßen sie sich mit dem Film und auch der letzten Platte selbst vom Sockel. Campino, der schon immer Schwieirgkeiten mit dem Texten hatte, fällt eigentlich nichts mehr ein. Sagt er ja selbst. Breiti sagt, er könne noch immer nicht richtig Gitarre spielen. Andi war nur dabei, weil Campino und Kuddel fanden, er wäre so ein netter Typ. Baß spielen? Keine Ahnung, wie das geht. Lange her.

Für zwei Jahre Arbeit ist das Ergebnis am Ende ziemlich dünn, weil sie zum Schluss doch unter dem Zeitdruck stehen, der wohl eigentlich so nicht geplant war, obwohl es nun der große, krachende Abschluss der Plattenkarriere werden sollte. Kann man wirklich so abtreten? Ich weiß nicht, ich weiß nicht. Zweifel bleiben jedenfalls. Sie beteuern zwar alle am Ende des Films, wie froh sie über die Platte sind, aber man sieht ihnen an, dass sie sich dabei scheiße fühlen und Campino sitzt in seinem Studiosessel und lallt herum wie ein Betrunkener, bis er selbst merkt, dass er nur noch belanglos labert. Auch ohne der Band sonderlich nahe zu stehen, mich macht das traurig. Und keiner von den Toten Hosen hat auch nur im Ansatz eine Idee, was passieren soll, wenn auch die kommende Tour irgendwann im Sonner 2027 vorbei ist.

Campino hatte mal mit Farin Urlaub eine Wette laufen, dass Die Ärzte es keine 5 Jahre der Auflösung durchhalten würden. Er gewann und Farin schickte ihm angeblich den Tausender per Post von Berlin nach Düsseldorf mit einer Begleitkarte: "Du hattest recht". Ich denke, Ähnliches kann den Toten Hosen auch noch passieren.
Music’s for listening to, not to store away in a bloody cupboard. Yeah, I love my music.