jazz 2026
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Re: jazz 2026
(Also: Lief, läuft heute erneut - bin mitten in CD 2 ... und noch ein Gedanke: es gibt im eruptiven Charakter der Musiker eine Parallele zu Chris McGregor's Brotherhood of Breath - bei der aber nur der wilde, gemeinsame Groove der Riff-Tunes die Einheit gewährleisten kann, nicht sowas wie Disziplin der Bandleaderin.)
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #174 – 11.08.2026, 22:00
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- vorgarten
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Re: jazz 2026
diese carla-bley-band gehört ja auch zum großen spektrum des übergangs von den 70er zu den 80ern im jazz, auch als einer von vielen wegen aus dem free-movement in eine art avantgarde für alle. hab ich noch nie so richtig vertieft.
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Re: jazz 2026
Da dachte ich gestern etwas drüber nach ... hab keine klare Vorstellung, wie das alles gelaufen ist, aber es gibt ja Aspekte, die durchaus "messy" waren - etwa dass für Arthur Blythe, von Tapscott und der Loft-Szene, auch bei den Young Lions bzw. deren Label Columbia Platz war. Der Gedanke zu Bley leuchtet mir ein, denn ihre Band hatte tatsächlich diese Disziplin, die Swallow anspricht, aber auf eine Art, dass die Höhenflüge und Ausbrüche der Solisten nicht gehemmt wurden, und so ergibt sich ein irgendwie tightes Gefüge, das eben doch sehr viel Raum für Freies lässt - und damit vielleicht tatsächlich als eine Art Bindeglied betrachtet werden kann. Dass das dann von einer Arrangeurin geleistet wird und nicht von einem Macker am Sax oder einem Blender an der Trompete, passt auch gut ins Bild, setzt eben ein breiteres Interesse und einen weiteren Blick voraus. Wobei das ja vermutlich alles eher unbewusst passierte und man nicht im Rückblick zu viel reininterpretieren sollte.vorgarten hat geschrieben: 08 Mai 2026, 13:02 diese carla-bley-band gehört ja auch zum großen spektrum des übergangs von den 70er zu den 80ern im jazz, auch als einer von vielen wegen aus dem free-movement in eine art avantgarde für alle. hab ich noch nie so richtig vertieft.
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Re: jazz 2026
Anouar Brahem Quartet Zürich, Tonhalle - 15.05.2026
Anouar Brahem, oud / Klaus Gesing, bass clarinet & soprano sax / Björn Meyer, electric bass / Khaled Yassine, darbouka & bendir
Gestern in der Tonhalle mein zweites Brahem-Konzert, mit der exzellenten Band von "The Astounding Eyes of Rita", dem Album von 2008. Das war über weite Strecken magisch, nachdem die leise Irritation über die Verstärkung mal verflogen war (die war sehr viel zurückhaltender als vor einem Jahr in Basel mit der "After the Last Sky"-Band). Gesing spielte die meiste Zeit Bassklarinette, seine Linien fügten sich mal in den kompakten Sound des Quartetts ein, scherten aber auch immer wieder motivisch und manchmal improvisatorisch aus. Unglaublich dicht und eng abgestimmt scheint mir das Zusammenspiel von Brahem und Meyer zu sein, der seinen Bass geradezu filigran spielt und Brahem noch in die kleinsten Verzierungen folgt. Anfangs fand ich, der Bass sei im Mix etwas zu leise, aber immer deutlich hörte ich, wie er ständig bei der Oud ist, ihren Klang quasi verdoppelt, schattiert, grundiert. Im zweiten Stück griff Gesing zum ersten Mal zum Sopransax - und spielte lange, unendlich zarte Töne, die dann zu melodischen Linien wurde, die sich im Lauf des Abends einige Male zu ausgewachsenen Soli steigerten. Doch Brahem, der Meister an der Oud, blieb stets im Mittelpunkt, ob im gesamten Quartett oder auch immer wieder im Dialog mit der Percussion von Yassine (aus Beirut angereist für die aktuellen Konzerte) oder mit Meyer. Das Aufbrechen des Quartetts in seine Einzelteile, die eine oder andere längere Solo-Passage von Brahem, der oft mit leiser, durchaus schöner Stimme mitsummte, sorgte für Abwechslung im Set, das wohl um die 90 Minuten dauerte, worauf nach stehenden Ovationen noch zwei Zugaben folgten. Das pünktlich um 20 Uhr eröffnete Konzert war um zehn Minuten vor 22 Uhr zu Ende - keine Pause, aber die hätte es auch nicht gebraucht, denn die Musik zog den ganzen Saal in ihren Bann und Brahem weiss offensichtlich, wie man ein so langes Set strukturiert. Die Gänsehaut-Momente waren zahlreich - auch das eine längere Bass-Solo von Meyer gehörte dazu. Ein wunderbares Konzert, das ich möglicherwiese ohne den Zürich-Besuch von @lotterlotta nicht besucht hätte - vielen Dank dafür und schön, Dich persönlich zu treffen!
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Re: jazz 2026
Ich weiss nicht, ob hier nur eigene Erfahrungen gefragt sind ... sonst machen wir mal einen Glossen-Faden oder sowas?
Jedefalls: Tyshawn Soreys Klavkieronzert "For Marilyn Crispell" wurde gerade mit Aaron Diehl und dem Philadelphia Orchestra unter Yannick Nézet-Séguin uraufgeführt. Bei Bachtrack gibt es eine Rezension von Cameron Kendall - der relevante Ausschnitt daraus. Klingt leider nicht besonders gut - aber neugierig wäre ich schon, das mal zu hören.
Jedefalls: Tyshawn Soreys Klavkieronzert "For Marilyn Crispell" wurde gerade mit Aaron Diehl und dem Philadelphia Orchestra unter Yannick Nézet-Séguin uraufgeführt. Bei Bachtrack gibt es eine Rezension von Cameron Kendall - der relevante Ausschnitt daraus. Klingt leider nicht besonders gut - aber neugierig wäre ich schon, das mal zu hören.
https://bachtrack.com/de_DE/review-neze ... a-may-2026I've had the privilege of hearing Sorey and Crispell perform together, where their collaboration exuded the exhilarating spirit of improvisation so many jazz artists strive to capture. I wouldn't expect that to be replicated in a through-composed work, but this 30-minute, single-movement piece often seemed the opposite: it sounded rigid, forced and stultifying. Sorey eschewed the traditional push and pull of a Romantic concerto, but it frequently felt like the orchestra under Nézet-Séguin and soloist Aaron Diehl were on static, parallel plains: the small complement kept at a fixed tempo and modulation, some notes played deliberately under pitch, while Diehl repeated curt chords with little development or variation.
Some moments produced a mystical effect: the hum of tubular bells and vibraphone (reminiscent of Morton Feldman), the muted timpani strikes, the distant wail of a flugelhorn. But the spareness and austerity of Sorey's writing ultimately created a somnolent effect, to the point where an errant cell phone in the audience produced a momentary jolt that proved more exciting than annoying. Perhaps most disappointingly, the lack of collaboration continued, with Diehl's focused but wan playing remaining at arm's length. Sorey is clearly ambitious and fearless in a quest to create his own sound, but unlike a great jazz session, For Marilyn Crispell proved easier to admire than love.
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Re: jazz 2026
klingt nicht unspannend - aber was ich bisher von soreys klassischen sachen gehört habe, hat mich noch nicht so recht reingelassen.
ich habe jetzt mehrfach das hier gehört:

jeff parker ETA IVtet, happy today (2025)
macht natürlich wieder spaß, vor allem, weil sie als band agieren, ohne druck. aber das ist schon sehr leicht konsumierbar, lick-basiert, gerade grooves, schöne sounds. einen tripp ergibt das bei mir nicht, mir geht es oft so wie dem sehr präsenten publikum, das immer aufjohlt, wenn bellerose einsteigt und das mäandern mit einem groove sortiert. ich finde aber die neue lust an imrovisierten langformen schon schön, the necks, ambarchi, und vieles, was ich nicht so höre. gestern habe ich anschließend nochmal das neue tape von mazurek/lux/avery hinterhergehört, gleiches label - das ist mir dann doch näher, weil es viel unvorhersehbare entwicklungen durchläuft (LIVE AT THE LAND SCHOOL).
ich habe jetzt mehrfach das hier gehört:

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Re: jazz 2026
....kam heute, lagerte bei der dhl übers wochende, noch nicht gehört, bin aber gespannt....leider kein dl dabei, da als bundle gekauft...vorgarten hat geschrieben: 18 Mai 2026, 16:59 klingt nicht unspannend - aber was ich bisher von soreys klassischen sachen gehört habe, hat mich noch nicht so recht reingelassen.
ich habe jetzt mehrfach das hier gehört:
jeff parker ETA IVtet, happy today (2025)
macht natürlich wieder spaß, vor allem, weil sie als band agieren, ohne druck. aber das ist schon sehr leicht konsumierbar, lick-basiert, gerade grooves, schöne sounds. einen tripp ergibt das bei mir nicht, mir geht es oft so wie dem sehr präsenten publikum, das immer aufjohlt, wenn bellerose einsteigt und das mäandern mit einem groove sortiert. ich finde aber die neue lust an imrovisierten langformen schon schön, the necks, ambarchi, und vieles, was ich nicht so höre. gestern habe ich anschließend nochmal das neue tape von mazurek/lux/avery hinterhergehört, gleiches label - das ist mir dann doch näher, weil es viel unvorhersehbare entwicklungen durchläuft (LIVE AT THE LAND SCHOOL).
ich wurde mal gefragt warum ich jazz höre. ganz einfach, weil er frei von hautfarbe und emotional ist....
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Re: jazz 2026
ui, irrtum! kam per email....
ich wurde mal gefragt warum ich jazz höre. ganz einfach, weil er frei von hautfarbe und emotional ist....
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Re: jazz 2026
Fein - das manchen manche Labels bei Bandcamp-Bundles ja nicht mal auf Anfrage ... ich glaub ich setze bei Jeff Parker weiter aus, höre auch die Sachen, die ich gekauft habe, praktisch nicht (finde mich in der Beschreibung von @vorgarten oben durchaus, aber ich glaub mir gefällt das dann einfach nochmal etwas weniger bzw. ich hab nur höchst selten Lust darauf - im Quartett habe ich Parker mit "The New Breed" und dann schon mit dem ETA IVtet die Doppel-LP "Mondays at the Enfield Tennis Academy")
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Re: jazz 2026
mmhhh... ich nähere mich da weiter an - im gegensatz zu anderen projekten der gleichen leute (butterss, josh johnson) ist das quartett viel entspannter. ich finde es auch sehr subtil, wie parker und johnson live-elektronik einsetzen. aber gut, existenziell ist das nicht, dafür zugänglich für leute, die sonst wenig jazz hören. und ja schon auch eine kernband einer neuen szene (um international anthem herum). ich überlege immer, wie das klingen würde, wenn ein etwas aufregender saxofonist dabei wäre - dabei ist johnson gar nicht schlecht...
alan braufman habe ich auch gehört, da gibt es mal viel platz für patricia brennan, fand ich auch gut und auch nicht existenziell, aber das muss ich noch öfter hören.
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