1976

Die Siebziger - die Dekade und Einzeljahrgänge
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Talking Head
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Re: 1976

Beitrag von Talking Head »

Quantum Jump – Quantum Jump * * * * *

Nicht von diesem Album, sondern vom Nachfolger Barracuda hatte ich in der kleinen schwarzen Bibel eine sehr überzeugende Rezension gelesen. Angeblich sollte aber der Vorgänger, nämlich dieses Album, noch viel besser sein.
Ich kannte keinen einzigen Ton dieses Albums. Als ich es dann Anfang der 80er auf einer Plattenbörse in „m/m-Zustand“ sah, habe ich es für preiswerte 10 DM erstanden und den Kauf bis heute nie bereut.

Wiki schreibt, dass es sich bei dem Album um eine „Fusion, Funk, Jazz-Rock“ Geschichte handeln würde. Dem kann ich nur bedingt zustimmen. Es wird zwar ein bisschen gegniedelt und gefrickelt, aber Rupert Hine hält das Ganze stets mit seiner Stimme sehr gut zusammen.

Mit Captain Boogaloo eröffnet das Album ein bisschen jazzig, aber recht konventionell. Ein Track, der mir sofort ins Ohr ging.

Over Rio ist voll funkig und geht ebenso sehr leicht ins Ohr.

The Lone Ranger, der Track mit der unnachahmlichen ersten Textzeile dürfte auch einigen, die das Album nicht kennen, bekannt sein. Ein bisschen Jazz und insgesamt der größte Hit der Band.

No American Starship würde ich mal ganz einfach als Earth, Wind & Fire für Fortgeschrittene bezeichnen. Keine Ahnung, warum dieser Track damals kein Hit wurde. Verdient hätte er es aus meiner Sicht allemal!

Bei Alta Loma Road und dem Rest werden auch niemandes Ohren überfordert, auch wenn es stellenweise ein bisschen experimenteller wird.

Insgesamt ein sehr überzeugendes Album. Ich würde meinen, dass es dir, @Wopperdaler und eventuell auch @soulpope gefallen könnte.

Leider hat die Band dann nur noch den Nachfolger Barracuda veröffentlicht. Schade.

Wer den Bandleader und Sänger Rupert Hine auf seinem besten Soloalbum hören möchte, dem sei Immunity (1981) empfohlen. Großes Kino mit großer Besetzung (u.a. Phil Collins und Marianne Faithfull).

In Memorial für KlausK, der auch ein großer Fan von The Lone Ranger war.
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soulpope
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1976

Beitrag von soulpope »

Talking Head hat geschrieben: 17 Mär 2026, 13:09 Quantum Jump – Quantum Jump * * * * *

Nicht von diesem Album, sondern vom Nachfolger Barracuda hatte ich in der kleinen schwarzen Bibel eine sehr überzeugende Rezension gelesen. Angeblich sollte aber der Vorgänger, nämlich dieses Album, noch viel besser sein.
Ich kannte keinen einzigen Ton dieses Albums. Als ich es dann Anfang der 80er auf einer Plattenbörse in „m/m-Zustand“ sah, habe ich es für preiswerte 10 DM erstanden und den Kauf bis heute nie bereut.

Wiki schreibt, dass es sich bei dem Album um eine „Fusion, Funk, Jazz-Rock“ Geschichte handeln würde. Dem kann ich nur bedingt zustimmen. Es wird zwar ein bisschen gegniedelt und gefrickelt, aber Rupert Hine hält das Ganze stets mit seiner Stimme sehr gut zusammen.

Mit Captain Boogaloo eröffnet das Album ein bisschen jazzig, aber recht konventionell. Ein Track, der mir sofort ins Ohr ging.

Over Rio ist voll funkig und geht ebenso sehr leicht ins Ohr.

The Lone Ranger, der Track mit der unnachahmlichen ersten Textzeile dürfte auch einigen, die das Album nicht kennen, bekannt sein. Ein bisschen Jazz und insgesamt der größte Hit der Band.

No American Starship würde ich mal ganz einfach als Earth, Wind & Fire für Fortgeschrittene bezeichnen. Keine Ahnung, warum dieser Track damals kein Hit wurde. Verdient hätte er es aus meiner Sicht allemal!

Bei Alta Loma Road und dem Rest werden auch niemandes Ohren überfordert, auch wenn es stellenweise ein bisschen experimenteller wird.

Insgesamt ein sehr überzeugendes Album. Ich würde meinen, dass es dir, @Wopperdaler und eventuell auch @soulpope gefallen könnte.

Leider hat die Band dann nur noch den Nachfolger Barracuda veröffentlicht. Schade.

Wer den Bandleader und Sänger Rupert Hine auf seinem besten Soloalbum hören möchte, dem sei Immunity (1981) empfohlen. Großes Kino mit großer Besetzung (u.a. Phil Collins und Marianne Faithfull).

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Dank für die Erinnerung sowohl an als auch für mich .... übrigens Bassist John G. Perry auch ein "Guter" ....
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Wopperdaler
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Re: 1976

Beitrag von Wopperdaler »

@Talking Head Habe mir Quantum Jump auf YT angehört. Ein ziemlicher Gemischtwarenladen, einiges gefällt mir, anderes nicht. The Lone Ranger kenne ich tatsächlich, erinnert mich etwas an Frank Zappa. Insgesamt hat das Album ein wenig von Godley & Creme.
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Talking Head
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Re: 1976

Beitrag von Talking Head »

Wopperdaler hat geschrieben: 17 Mär 2026, 16:11 @Talking Head Habe mir Quantum Jump auf YT angehört. Ein ziemlicher Gemischtwarenladen, einiges gefällt mir, anderes nicht. The Lone Ranger kenne ich tatsächlich, erinnert mich etwas an Frank Zappa. Insgesamt hat das Album ein wenig von Godley & Creme.
Hm, auf Gemischtwarenladen, Zappa und Godley & Creme wäre ich jetzt nicht unbedingt gekommen ;-)
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Onkel Tom
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Re: 1976

Beitrag von Onkel Tom »

Hab eben auch mal in Quantum Jump reingehört. Das ist wohl nix für mich.
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Re: 1976

Beitrag von Talking Head »

Onkel Tom hat geschrieben: 17 Mär 2026, 18:16Hab eben auch mal in Quantum Jump reingehört. Das ist wohl nix für mich.
Bei dir war ich mir da ziemlich sicher, bei Wolfgang nicht so ganz.
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Talking Head
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Re: 1976

Beitrag von Talking Head »

Wopperdaler hat geschrieben: 08 Mär 2026, 12:10

Eloy - Dawn

Zu dieser Platte habe ich eine besondere Beziehung, denn bei der Tour 1976 war ich beim Konzert in der Düsseldorfer Philipshalle zugegen. Eloy hatte 1975 mit Power And The Passion ein Konzeptalbum veröffentlicht, in dem schon alle späteren Ingredenzien vorhanden waren. Auch der Nachfolger Dawn ist ein Konzeptalbum und quasi die Fortsetzung des Vorgängers. Das war ein Quantensprung für ihre Karriere, was die großartige Produktion und Instrumentierung mit den drei Neuzugängen Detlev Schmidtchen, Klaus-Peter Matziol und Jürgen Rosenthal betraf, wobei Rosenthal für die Texte zuständig war. Auf diesem Album hört man epischen Rock, packende Melodien und wuchtige und ebenso fließende Keyboards, da konnte man den häufig kritisierten Dialekt von Sänger und Gitarrist Frank Bornemann leicht verschmerzen.
Highlights - Awakening, Between The Times, The Sun-Song, The Midnight Fight/The Victory Of Mental Force.

Das obengenannte Konzert vor vollbesetzen Rängen war sehr professionell und regelrecht bombastisch, was Sound und Licht betraf. Es wurden Highlights aus vier der bis dato fünf veröffentlichten Alben gespielt, das Debut fand keine Berücksichtigung. Höhepunkte waren The Awakening, Between The Times, Gliding Into Light And Knowledge, Midnight Fight, Inside und Mutiny.
Ich habe zu dieser Platte auch eine ganz besondere Beziehung, aber aus einem ganz anderen Grund als du. Als dieses Album damals erschien haben sich meine zwei besten Kumpels und ich uns in einem Zimmer verschanzt, die Gardinen zugezogen und den ganzen Tag nur dieses Album gehört. Da es mit ca. 48 Minuten eine recht lange Spielzeit hat, werden es wohl so um die 10 Umläufe gewesen sein. Wir waren alle drei von dem Album magisch angezogen. Es verströmte damals eine ganz besondere Atmosphäre und ich kann mich nicht daran erinnern, das uns/mir das jemals mit einem anderen Album noch einmal so ergangen ist.

Auf die immer wiederkehrende Kritik an dem Gesangsstil von Frank Bornemann ist geschissen. Eloy haben damals einfach geile Musik gemacht die mich begeisterte. Natürlich wurde kurze Zeit später der Vorgänger Power And The Passion angeschafft und danach auch alle neuen Veröffentlichungen. Eloy blieb eine Band, die mich ziemlich lange begeistert hat. Metromania (1984) ist mein letztes Album von ihnen.
Auf einem Konzert habe ich die Band allerdings erst Anfang der 80er Jahre gesehen. Das Konzert in Berlin im Quartier Latin (gibt es leider auch schon lange nicht mehr) hatte eine familiäre Atmosphäre, wie ich sie nie wieder erlebt habe.

Btw. habe ich beim Stöbern gerade festgestellt, das Dawn damals von der Fernsehzeitschrift "Hörzu" empfohlen wurde (wie auch Radioaktivität von Kraftwerk!), dass ich die Time To Turn hier sogar als Picture Disc herumstehen habe und das als nächste Band im Alphabet Emerson, Lake und Palmer folgen ;-)
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Wopperdaler
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Re: 1976

Beitrag von Wopperdaler »

Kansas - Leftoverture ( D -, UK -, US 5)

Wenn man Kansas kennenlernen möchte, sollte man es so machen wie ich, als ich 1976 den ersten Song von Kansas hörte, Carry On Wayward Son und es hat mich aus dem Sessel geblasen. A Capella Gesang als Intro, Unisono Bridge, sowie ein ständiger Wechsel zwischen Rock und Shuffle Grooves, tolle Gitarren Soli und der kraftvolle beseelte Gesang von Steve Walsh. Was für ein Einstieg, es wurde ihr zweitgrößter Hit, mit Platz 11 in den USA.

Bislang hatte Kansas sich mit drei Alben mehr schlecht als recht in die US Charts gekämpft. Nun erreichten sie dort den Durchbruch mit Platz 5. Sie vereinten den alten Progressive Rock europäischer Herkunft mit harten Rockpassagen, beseelten Melodien, ernsten Texten und dem fantastischen Violinenspiel von Robbie Steinhardt, der außerdem noch als zweiter Leadsänger fungierte. Für die meisten Texte war Gitarrist Kerry Livgren verantwortlich, häufig unterstützt von Sänger/Keyboarder Steve Walsh. Hervorheben möchte ich noch den Schlußtrack Magnum Opus, wobei sie in achteinhalb Minuten aus allen Rohren feuern, vom langsamen Beginn bis zum Finale Furioso, wobei man meint, sich auf den Prog Alben von Gentle Giant und Jethro Tull wiederzufinden.

Highlights - Carry On Wayward Son, The Wall, Miracles Out Of Nowhwere, Magnum Opus


Jethro Tull - Too Old To Rock 'N' Roll: Too Young To Die ( D 26, UK 25, US 14)

Nach dem eher introvertierten Minstrel In The Gallery standen zur neuen Platte Veränderungen an. Der Bassist Jeffrey Hammond nahm seinen Hut, um sich vom stressigen Leben eines Profimusikers zurückzuziehen, um Kunstmaler zu werden. Ian Anderson soll darüber sehr erzürnt gewesen sein, da er sich von seinem alten Jugendfreund im Stich gelassen fühlte. Wie auch immer, der Ersatz war John Glascock, der vorher in der Flamenco Prog Band Carmen spielte. Too Old To... war ursprünglich als Bühnenmusical geplant, das Anderson und Orchesterarrangeur Palmer ausgeklügelt hatten. Der Albumtitel entsprang einem Erlebnis, das Anderson und die Band hatte, als sie in Amerika bei einem Flug in schwere Turbulenzen gerieten und Anderson dachte: zu alt für den Rock 'n' Roll und zu jung zum sterben.
Aber wie schon der nicht realisierte Kinofilm War Child 1974, wurde das Projekt mangels fehlender finanzieller Mittel eingestellt. So wurde nur das Album aufgenommen, das musikalisch gegenüber den Vorgängern doch ziemlich enttäuschte.

Die Story handelt vom alten Motorrad Rocker Ray Lomas, der sich weigert mit der Zeit und der Mode zu gehen. Die Haare waren zu lang, die Hosen zu eng, er ist der letzte seiner Art, während die alten Kumpels den Weg zur Familie, KInder, normaler Job, Reihenhäuschen und so weiter, eingeschlagen hatten. Das ikonische Gatefold Cover mit einem Comic, welcher die Story untermalt, war großartig, was man zum großen Teil von der Musik nicht sagen konnte. Drei Songs stechen deutlich heraus, der Titeltrack, der mit seinem Refrain ein Liveklassiker wurde und der Schlußtrack The Chequered Flag (Dead Or Alive), ein fantastischer unterschätzer Song, der mit dem Orchesterarragement von Palmer auftrumpft und von einem Rennfahrer handelt, der sein letztes großes Rennen fährt. Es kann aber auch als Metapher für das Ende des Lebens im Alter gedeutet werden, ich weiß nicht, wie oft ich den Song gehört habe, mit einem Kloß im Hals und feuchten Augen.
Außerdem noch das akustische Salamander, bei dem Anderson eine seiner besten Leistungen auf der Akustik Gitarre bietet. Der Rest ist leider beliebig und Taxi Grab ist für mich einer der schwächsten Tull Songs, ein langweiliger Blues Riffrocker mit viel zu viel Mundharmonika Gebläse. (The Instrument From Hell)

Im Comic verunglückt Ray Lomas mit seinem Bike und als er nach langem Koma wieder erwacht, muss er feststellen, das die alten Zeiten wieder zurückgekehrt sind und viele Leute wieder so aussehen und sich kleiden wie früher, so ist das mit der Mode.

Highlights - Too Old to Rock 'n' Roll: Too Young To Die, Salamander, Crazed Institution, The Chequered Flag (Dead Or Alive)
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dengel
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Re: 1976

Beitrag von dengel »

Edit
Zuletzt geändert von dengel am 19 Mär 2026, 12:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 1976

Beitrag von dengel »

Die "Leftoverture" habe ich die letzten Tage wieder mal gehört. Denke, ich werte sie ab. Teilweise überfrachtet mit Gegeige und Schmalz. Und die Klasse bzw. Anleihen von Gentle Giant kann ich nicht erkennen.