Pop Punk oder Punk Pop, das ist hier die Frage,
Ob es edler im Gemüt, den harten Bass
Zu ertragen, der uns dröhnt durch alle Tage,
Oder zu flieh’n in süßen Melodienschmaus?
Zu sterben, zu schlafen – und mit einem Riff
Zu enden den Herzschmerz und die tausend Plagen,
Die uns die Jugend schlug mit scharfem Griff.
Das ist ein Ziel, nach dem wir sehnlich fragen!
Ist’s Punk, wenn man die Welt in Trümmer bricht,
Mit rauer Kehle gegen Staaten schreit?
Oder siegt Pop, der durch die Tränen spricht,
In dreieinhalb Minuten Einsamkeit?
Die E-Gitarre weint im Dreivierteltakt,
Gefangen zwischen Anarchie und Hit.
Der Irokese schwindet, sanft verpackt
In weichen Chören, und wir singen mit.
So macht Gewissen Feiglinge aus uns,
Wenn wir beim Pogotanz nach Vorne drängen,
Doch heimlich lauschen wir des Pops Vernunft
Und wiegen uns zu zuckersüßen Klängen.
Der Vorhang fällt, der Verstärker verhallt,
Die Antwort bleibt im dichten Nebel hocken:
Es ist egal, wie man das Kind nun schallt –
Hauptsache ist, die Saiten feurig rocken!
