Ich höre gerade ... Jazz

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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »



Albert Dailey – Renaissance | Hier sind wir nochmal näher am grossen Jazzhauptstrom, aber es gibt auch Spiritual-Einflüsse und mehr. Interessant ist die Variante der Quintett-Besetzung, denn neben Carter Jefferson (ts/ss) kriegen wir hier die Vokalisen von Cheryl Alexander zu hören. Cecil McBee und Charlie Persip, der auf zwei Stücken von Adam Nussbaum ersetzt wird, sorgen für die passenden Beats. Sehr feines Album mit Jefferson und Dailey in Form. Der Gesang ist sicher nicht nach dem Geschmack von allen, aber mir gefällt der Einsatz der Stimme in den Ensembles recht gut.
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)

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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »

Jerry Rusch, alles klar - da sind auch einige Sachen dabei, die ich kenne ... und klar, die Fresh Sound Doppel-CD hatte ich neulich schon wieder im Kopf, als Du "Taurus" hörtest ... ich hab sie auch, aber an "After the Rain" hatte ich keine Erinnerung, entweder lief das da nach den anderen und hinterliess keinen Eindruck oder ich hatte es gar nie so weit geschafft. Vielleicht wär das ja kein Album, bei dem Fresh Sound ein Upgrade nötig macht, aber so genau weiss man das ja doch nie.
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lotterlotta
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von lotterlotta »

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.....hier gibts den peak of the top, musste nach dem falkoner theater mal wieder freigelegt und entstaubt werden und weil dies grad lust auf mehr macht gibts die côte d'azúr aufnahmen gleich im anschluss....
ich wurde mal gefragt warum ich jazz höre. ganz einfach, weil er frei von hautfarbe und emotional ist....
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »


Noel Jewkes and the Dr Legato Express - Just Passin' Through

"the instrumentation is slightly different from what you're used to" steht in den liner notes, und das ist in der Tat wichtig zu realisieren, es gibt eine sehr leichtfüssige und dezente Rhythmusgruppe (g/b/dr), und darüber flächig arrangiert drei bis fünf Bläser... wenn man mal akzeptiert hat, dass der Dr Legato Express eine enorm subtile Band ist, ist man einen wichtigen Schritt weiter... purer, akustischer Cool Jazz... und die Solisten sind schon gut, wobei ich mich teilweise frage, ob noch bessere Solisten das ganze nicht nochmal erheblich aufgewertet hätten - gerade der Leader (ss, as, ts) muss mich noch überzeugen... der grösste Name im Lineup ist wohl Jerry Granelli, der aber nur auf zwei Tracks percussion spielt... Ed Neumeister (tb) sagt mir was, Chris Amberger (b) ganz bestimmt... generell sind das alles Leute aus der Bay Area mit ein paar credits auf discogs, Cal Lewiston (tp) find ich hier ziemlich gut... erschienen bei Revelation 1979, nach der grossen Zeit des Labels, als Hardy in Florida lebte und Horwich mutmasslich nicht mehr so involviert war... war nach einem eher enttäuschten ersten Eindruck jetzt länger nicht gelaufen.
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gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »

@lotterlotta Als Du neulich zum ersten Mal den neuen Ella/Duke-Mitschnitt aus Kopenhagen erwähntest, schriebst Du sowas wie "kennt man ja schon" dazu - meintest Du damit die Mitschnitte von anderen Konzerten (Stockholm, Antibes) oder dass es das Konzert aus Kopenhagen schon in anderer Form (als Bootleg?) gab?

Hier die letzte Runde von den aktuellen Catalyst-Reissues aus Japan (ist keine Label-Reihe, ich hab noch ein paar BYG-Alben, die es in der wohl jetzt beendeten BYG-Reihe von neulich nicht gab und MPS/SABA-Alben, die es teils auch dieses Jahr auch in der wie es scheint noch nicht abgeschlossenen MPS-Reihe wieder gab - versteh einer diese Reissue-Reihen aus Japan):



Gary Bartz – Ju Ju Man | Das geht mit dem Titeltrack los, der das "A Love Supreme"-Riff zitiert und dann in einen wilden Spiritual-Romp mündet, gefolgt von "My Funny Valentine" mit der Soulsängerin Syreeta (die den Song ganz gut mit ungewohnten Verzierungen à la Soul-Ballade singt). Die erste Seite endet dann mit einer jazzigen Version von Coltranes frühem Stück "Straight Street" (mit nervigen, irgendwie nicht guten Drums) - und damit ist dann die ganze Breite der Musik aufgefächert. Auf der zweiten Seite gibt's das Bass-Riff aus "Equinox" und darüber eine Blues-Linie, die Bartz "Pisces Daddy Blue" nennt, und als Closer dann Strayhorns "Chelsea Bridge" (Klarinette!). Die Band besteht neben dem Leader (as/ss/cl/synth/voc) aus Charles Mims (p), Curtis Robertson (elb/b) und Howard King (d) - das ist also noch nicht der Disco-Bartz, den die Mizells ein Jahr später bei Blue Note produzierten, aber um 1976 atmet die Musik schon einen recht anderen Geist als bei den ersten Alben, die für Milestone und Prestige entstanden.
Zuletzt geändert von gypsy tail wind am 14 Aug 2026, 14:55, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von lotterlotta »

gypsy tail wind hat geschrieben: 14 Aug 2026, 14:35 @lotterlotta Als Du neulich zum ersten Mal den neuen Ella/Duke-Mitschnitt aus Kopenhagen erwähntest, schriebst Du sowas wie "kennt man ja schon" dazu - meintest Du damit die Mitschnitte von anderen Konzerten (Stockholm, Antibes) oder dass es das Konzert aus Kopenhagen schon in anderer Form (als Bootleg?) gab?
......nein ganz allgemein, dass dies halt nichts unbekanntes von ihr ist, hat man als ella-möger ja schon in irgendeiner form! das konzert gab es bis dahin nirgends und es ist schlicht und ergreifend fantastisch und steht den eben gehörten(stockholm, côte d'azúr) in nichts nach, die stimmung ist irgendwie intimer, sie wirkt tatsächlich lockerer, kann ich mir aber auch einbilden....
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »

lotterlotta hat geschrieben: 14 Aug 2026, 14:46
gypsy tail wind hat geschrieben: 14 Aug 2026, 14:35 @lotterlotta Als Du neulich zum ersten Mal den neuen Ella/Duke-Mitschnitt aus Kopenhagen erwähntest, schriebst Du sowas wie "kennt man ja schon" dazu - meintest Du damit die Mitschnitte von anderen Konzerten (Stockholm, Antibes) oder dass es das Konzert aus Kopenhagen schon in anderer Form (als Bootleg?) gab?
......nein ganz allgemein, dass dies halt nichts unbekanntes von ihr ist, hat man als ella-möger ja schon in irgendeiner form! das konzert gab es bis dahin nirgends und es ist schlicht und ergreifend fantastisch und steht den eben gehörten(stockholm, côte d'azúr) in nichts nach, die stimmung ist irgendwie intimer, sie wirkt tatsächlich lockerer, kann ich mir aber auch einbilden....
Danke für die Klarstellung - es ist halt konkret eben doch unbekannt, auch wenn Du schon wieder das Gegenteil schreibst ;-)

Und den Eindruck teile ich, es lief schon ein paar Male, obwohl ich das hier glaub ich nie erwähnt hatte.
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »



Luis Gasca – Collage | Aus traurigem Anlass natürlich ... die Alben davor kenne ich noch nicht bzw. hab sie bloss mal gestreift, aber das hier ist echt gut, mit üppigen Don Menza-Arrangements, in denen neben Streichern und einer kleinen Big Band (inkl. Ray Draper an der Tuba) mit Extra-Percussion auch diverse Holzblasinstrumente zum Einsatz kommen (ich bilde mir u.a. ein Englischhorn ein, das dann wohl Menza spielen dürfte). Joachim aka Jym Young ist mal wieder dabei (sein "The Way I Feel Sometimes" ist die treibendste Funk-Nummer des Albums, mit Harvey Mason im Headhunters-Modus), wird am E-Piano zweimal von Patrice Rushen abgelöst (auf den Tracks spielt wohl Joe Gallardo zusätzlich akustisches Piano). Bobby Hutcherson hat ein paar feine Spots, Hadley Caliman ist an der Flöte zu hören. Der Leader spielt ein weiches aber voll klingendes Flügelhorn, ein paar Male in atemberaubend schnellen und dichten Soli, aber er zeigt in "Kathy", dass er auch anders kann.
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von redbeansandrice »

Das ist natürlich sehr interessant zu lesen mit Gasca, das ist ja das Album, das ich noch nicht kenn!
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Beitrag von gypsy tail wind »

redbeansandrice hat geschrieben: 14 Aug 2026, 16:17 Das ist natürlich sehr interessant zu lesen mit Gasca, das ist ja das Album, das ich noch nicht kenn!
Ach, echt? Das gab's halt vor 15 Jahren bei BGP als CD-Reissue, drum ist es hier (von dort kommt der seltsame hellbau-weisse Rahmen). Danach war ja erstmal Schluss (20 Jahre Pause) und vermutlich kann man das schon nachvollziehen, angesichts all der Dinge, die Gasca davor in kurzer Zeit machte.

Jetzt nochmal was mit Dwight Dickerson, was ich neulich via Discogs in die Hände kriegte:



Bev Kelly – Live at the Jazz Safari | Eine japanische CD von 2007, die einen Mitschnitt vom April 1979 aus Long Beach dokumentiert, mit feiner Band und gut aufgelegter Sängerin, deren Delivery mich aber manchmal etwas nervös machte (die CD liegt schon einen Monat hier und die ersten paar Anläufe brach ich nach ein, zwei Songs ab). Dwight Dickerson (p/elp), Leroy Vinnegar (b), Al Williams (d), Rudy Johnson (ts) und Richard Madariaga (g) sind dabei - das war wohl das Al Williams Quintet, zumindest schrieb Kelly 2007 fürs Cover einen kurzen Text, in dem sie erwähnt, dass sie 1976 angefangen hätte, mit Williams und einem Quintett zu arbeiten: "We often had conversations about how we would love to have jazz clubs of our own." Ende 1977 konnte Kelly sich mit dem Jazz Safari diesen Traum erfüllen: "Al created and designed a very special listening and performing environment. It was like working in an acoustically correct, intimate, warm, and comfortable living room." Wenn man die Musik der CD hört, glaubt man das sofort: der Sound ist top, sehr warm, der Gesang klingt sehr nah, fast intim, der Mix ist super. Die Song-Auswahl ist auch sehr besonders: los geht es mit "Lonesome Road" (Shilkret-Austin), es gibt Originals ("Welcome to My Heart", "Reflections") oder eigene Vertextungen (Eddie Harris' "There Was a Time" wird zu "Our Time to Love", bei "Soul Eyes" von Mal Waldron bleibt der Titel wie gehabt) von Kelly, dazu Teddy Edwards ("Nonchalantly"), Billy Joel ("New York State of Mind"), J.J. Johnson ("Lament" mit den Lyrics von Jon Hendricks), Johnny Mercer/Doris Tauber ("Drinking Again" - laut Wiki schrieb Mercer den Text, Tauber die Musik), "Alice in Wonderland", "Do Nothin' Till You Hear from Me" und schliesslich zwei Songs von Leuten, die mir gar nichts sagen: "One Day" (Frank Howren - da gibt's wohl eine juicy story: die Schauspielerin Barbara Ruick heiratet 1953 den Kollegen Bob Horton, hatte davor heimlich in Tijuana Howren geheiratet und musste diese Heirat - "never consummated", sagte sie anscheinend - dann ebenso heimlich annullieren, wie die Tyler-Courier Times am 30. August 1953 berichtete - Howren war Sänger und ist laut Discogs auf der Tonspur der "Demoiselles de Rochefort" und beim 1968 Comeback Special von Elvis zu hören) und "Bein' Green" (Joe Raposo), bekannt aus "Sesame Street" und der "Muppet Show".
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