Der letzte Film, den ich gesehen habe

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Friedrich
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Friedrich »

Grievous Angel hat geschrieben: 24 Mär 2026, 02:19
salamandersalat hat geschrieben: 23 Mär 2026, 17:25 Fritz The Cat (Regie: Ralph Bakshi - USA, 1972) 8/10
:dance:
Friedrich hat geschrieben: 23 Mär 2026, 22:16 Außer Atem (À Bout De Souffle, Jean-Luc Godard, 1960)
Lieben Dank für deine ausführlichen Eindrücke!

"À bout de souffle" ist natürlich toll, für mich aber vor allem als filmhistorisches Zeitdokument und Wegbereiter für die späteren Godard-Meisterwerke interessant, die folgenden Werke bis 1967 mag ich fast alle lieber. Eine Hommage an Noir- und Gangster-Film des US-Kinos, die vor allem damit beschäftigt ist, Konventionen aufzubrechen und dabei eine neue, moderne Filmsprache etabliert.

Ich hatte den Film einmal während der Schulzeit über mehrere Unterrichtsstunden verteilt im Fach Bildnerische Erziehung sehen müssen. Damals hatte ich null Interesse am Medium, war abgesehen von Harry Potter hauptsächlich aus sozialen Gründen und dem Popcorn gelegentlich im Kino. Wusste dann Jahre später beim Wiedersehen aber trotzdem sofort, dass ich das schon irgendwann einmal beiläufig gesehen hatte. Es gibt übrigens auch ein Remake mit Richard Gere, vom unterschätzten Regisseur Jim McBride, der zuvor u.a. "David Holzman's Diary" und "Glen and Randa" verantwortete.
Danke!

Der Text ist mir ein bisschen lang geraten. Habe ich größtenteils geschrieben, als ich nachts nicht schlafen konnte - aber nicht wegen Außer Atem. ;-) Aber ich musste auch die irritierenden Widersprüche auflösen oder eher darstellen, die ich beim oder nach dem Sehen von AA wahrnahm.

Es gibt das Filmportal Moviepilot. Ich bin da nicht angemeldet, aber man kann dort Kommentare der Nutzer zu Außer Atem lesen. Ich habe den Eindruck, dass viele der dortigen Kommentatoren entweder einen anderen Film gesehen haben als ich oder ein völlig anders Verständnis davon haben. Vielen scheint der doppelte Boden in diesem Film oder die Demontage von Filmklischees in AA völlig entgangen zu sein.

Ja, ich weiß, dass es ein amerikanisches Remake von AA gibt. Kenne ich aber nicht und ich frage mich, welchen Sinn das ergeben soll. AA ist sehr zeittypisch, ist ein Film zu dieser Zeit an diesem Ort und demontiert die damaligen und dortigen Konventionen. Das kann ein Remake gut 20 Jahre später eigentlich nicht wiederholen.

Edit: Schülern im "Harry Potter-Alter" den Film Außer Atem zu zeigen, halte ich pädagogisch für nicht besonders sinnvoll. ;-)
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salamandersalat
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

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John Lennon behauptete, die Army habe Elvis Presley das Genick gebrochen. Weithin scheint man sich auch darauf verständigen zu können, dass Elvis schnell vom Establishment absorbiert wurde und sein Manager "Colonel" Parker ihn an Hollywood verhökerte, um ein paar schnelle Dollars mit wenig sehenswerten Filmen zu generieren.
Im Falle von Viva Las Vegas trifft dies nicht zu: Die von set piece zu set piece eilende musikalische Nummernrevue mag schon im Erscheinungsjahr nicht mehr "keck" oder "frech" gewirkt haben, alles schon sehr brav, doch sie entwickelt eine gewisse Rasanz und auch schöne Bilder in der bunten Art von Künstlichkeit, für die ich eh eine Schwäche habe. Den Titeltrack kann man unter die unzerstörbaren Klassiker zählen (das Manische des Dead Kennedys-Cover ist dort schon angelegt) und auch Elvis Version von What I'd Say lässt aufhorchen. Nicht mit der Klasse von Ray Charles dargeboten oder dem amphetamingeschwängerten Bravado von Jerry Lee Lewis, aber schwungvoll genug, um die Zuschauer aus dem Sessel zu hieven.
Elvis schauspielerische Leistung stellt sich als mehr als ausreichend dar, viel wichtiger: Die Kamera liebt ihn (und seine Filmpartnerin Ann-Margret). Ein makelloser Posterboy fürs Pantheon.
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kathisi
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von kathisi »

Friedrich hat geschrieben: 24 Mär 2026, 09:43
Grievous Angel hat geschrieben: 24 Mär 2026, 02:19
salamandersalat hat geschrieben: 23 Mär 2026, 17:25 Fritz The Cat (Regie: Ralph Bakshi - USA, 1972) 8/10
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Friedrich hat geschrieben: 23 Mär 2026, 22:16 Außer Atem (À Bout De Souffle, Jean-Luc Godard, 1960)
Lieben Dank für deine ausführlichen Eindrücke!

"À bout de souffle" ist natürlich toll, für mich aber vor allem als filmhistorisches Zeitdokument und Wegbereiter für die späteren Godard-Meisterwerke interessant, die folgenden Werke bis 1967 mag ich fast alle lieber. Eine Hommage an Noir- und Gangster-Film des US-Kinos, die vor allem damit beschäftigt ist, Konventionen aufzubrechen und dabei eine neue, moderne Filmsprache etabliert.

Ich hatte den Film einmal während der Schulzeit über mehrere Unterrichtsstunden verteilt im Fach Bildnerische Erziehung sehen müssen. Damals hatte ich null Interesse am Medium, war abgesehen von Harry Potter hauptsächlich aus sozialen Gründen und dem Popcorn gelegentlich im Kino. Wusste dann Jahre später beim Wiedersehen aber trotzdem sofort, dass ich das schon irgendwann einmal beiläufig gesehen hatte. Es gibt übrigens auch ein Remake mit Richard Gere, vom unterschätzten Regisseur Jim McBride, der zuvor u.a. "David Holzman's Diary" und "Glen and Randa" verantwortete.
Danke!

Der Text ist mir ein bisschen lang geraten. Habe ich größtenteils geschrieben, als ich nachts nicht schlafen konnte - aber nicht wegen Außer Atem. ;-) Aber ich musste auch die irritierenden Widersprüche auflösen oder eher darstellen, die ich beim oder nach dem Sehen von AA wahrnahm.

Es gibt das Filmportal Moviepilot. Ich bin da nicht angemeldet, aber man kann dort Kommentare der Nutzer zu Außer Atem lesen. Ich habe den Eindruck, dass viele der dortigen Kommentatoren entweder einen anderen Film gesehen haben als ich oder ein völlig anders Verständnis davon haben. Vielen scheint der doppelte Boden in diesem Film oder die Demontage von Filmklischees in AA völlig entgangen zu sein.

Ja, ich weiß, dass es ein amerikanisches Remake von AA gibt. Kenne ich aber nicht und ich frage mich, welchen Sinn das ergeben soll. AA ist sehr zeittypisch, ist ein Film zu dieser Zeit an diesem Ort und demontiert die damaligen und dortigen Konventionen. Das kann ein Remake gut 20 Jahre später eigentlich nicht wiederholen.

Edit: Schülern im "Harry Potter-Alter" den Film Außer Atem zu zeigen, halte ich pädagogisch für nicht besonders sinnvoll. ;-)
Danke für den tollen Text, der mein Unbehagen mit dem Film perfekt artikuliert. Man möchte Dir fast mehr schlaflose Nächte wünschen, wenn dabei immer so ein Text herauskommt!
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Grievous Angel
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Grievous Angel »

salamandersalat hat geschrieben: 25 Mär 2026, 17:45 Viva Las Vegas (Regie: George Sidney - USA, 1964) 7/10

John Lennon behauptete, die Army habe Elvis Presley das Genick gebrochen. Weithin scheint man sich auch darauf verständigen zu können, dass Elvis schnell vom Establishment absorbiert wurde und sein Manager "Colonel" Parker ihn an Hollywood verhökerte, um ein paar schnelle Dollars mit wenig sehenswerten Filmen zu generieren.
Im Falle von Viva Las Vegas trifft dies nicht zu: Die von set piece zu set piece eilende musikalische Nummernrevue mag schon im Erscheinungsjahr nicht mehr "keck" oder "frech" gewirkt haben, alles schon sehr brav, doch sie entwickelt eine gewisse Rasanz und auch schöne Bilder in der bunten Art von Künstlichkeit, für die ich eh eine Schwäche habe. Den Titeltrack kann man unter die unzerstörbaren Klassiker zählen (das Manische des Dead Kennedys-Cover ist dort schon angelegt) und auch Elvis Version von What I'd Say lässt aufhorchen. Nicht mit der Klasse von Ray Charles dargeboten oder dem amphetamingeschwängerten Bravado von Jerry Lee Lewis, aber schwungvoll genug, um die Zuschauer aus dem Sessel zu hieven.
Elvis schauspielerische Leistung stellt sich als mehr als ausreichend dar, viel wichtiger: Die Kamera liebt ihn (und seine Filmpartnerin Ann-Margret). Ein makelloser Posterboy fürs Pantheon.
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Grievous Angel
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Grievous Angel »

Friedrich hat geschrieben: 24 Mär 2026, 09:43 Ja, ich weiß, dass es ein amerikanisches Remake von AA gibt. Kenne ich aber nicht und ich frage mich, welchen Sinn das ergeben soll. AA ist sehr zeittypisch, ist ein Film zu dieser Zeit an diesem Ort und demontiert die damaligen und dortigen Konventionen. Das kann ein Remake gut 20 Jahre später eigentlich nicht wiederholen.

Edit: Schülern im "Harry Potter-Alter" den Film Außer Atem zu zeigen, halte ich pädagogisch für nicht besonders sinnvoll. ;-)
Ach, ich finde es schon sehr in Ordnung, wenn man seinem vielleicht größten Einfluss mit einer eigenen Hommage huldigt. Ganz besonders, wenn man eben nicht versucht genau denselben Film noch einmal zu machen. Man erzählt sich, Godard hätte McBride die Übertragung der Rechte für den Dreh eines Remakes kurzerhand auf eine Serviette geschrieben: ‘You have the rights to Breathless, Jean-Luc Godard’. Dauerte dann allerdings ein paar Jahre, bis der Film in die Kinos kam und McBrides Karriere spät - wenn man so will - ins Rollen brachte.
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Friedrich
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Friedrich »

kathisi hat geschrieben: 25 Mär 2026, 17:47
Friedrich hat geschrieben: 24 Mär 2026, 09:43
Grievous Angel hat geschrieben: 24 Mär 2026, 02:19

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"À bout de souffle" ist natürlich toll, für mich aber vor allem als filmhistorisches Zeitdokument und Wegbereiter für die späteren Godard-Meisterwerke interessant, die folgenden Werke bis 1967 mag ich fast alle lieber. Eine Hommage an Noir- und Gangster-Film des US-Kinos, die vor allem damit beschäftigt ist, Konventionen aufzubrechen und dabei eine neue, moderne Filmsprache etabliert.

Ich hatte den Film einmal während der Schulzeit über mehrere Unterrichtsstunden verteilt im Fach Bildnerische Erziehung sehen müssen. Damals hatte ich null Interesse am Medium, war abgesehen von Harry Potter hauptsächlich aus sozialen Gründen und dem Popcorn gelegentlich im Kino. Wusste dann Jahre später beim Wiedersehen aber trotzdem sofort, dass ich das schon irgendwann einmal beiläufig gesehen hatte. Es gibt übrigens auch ein Remake mit Richard Gere, vom unterschätzten Regisseur Jim McBride, der zuvor u.a. "David Holzman's Diary" und "Glen and Randa" verantwortete.
Danke!

Der Text ist mir ein bisschen lang geraten. Habe ich größtenteils geschrieben, als ich nachts nicht schlafen konnte - aber nicht wegen Außer Atem. ;-) Aber ich musste auch die irritierenden Widersprüche auflösen oder eher darstellen, die ich beim oder nach dem Sehen von AA wahrnahm.

Es gibt das Filmportal Moviepilot. Ich bin da nicht angemeldet, aber man kann dort Kommentare der Nutzer zu Außer Atem lesen. Ich habe den Eindruck, dass viele der dortigen Kommentatoren entweder einen anderen Film gesehen haben als ich oder ein völlig anders Verständnis davon haben. Vielen scheint der doppelte Boden in diesem Film oder die Demontage von Filmklischees in AA völlig entgangen zu sein.

Ja, ich weiß, dass es ein amerikanisches Remake von AA gibt. Kenne ich aber nicht und ich frage mich, welchen Sinn das ergeben soll. AA ist sehr zeittypisch, ist ein Film zu dieser Zeit an diesem Ort und demontiert die damaligen und dortigen Konventionen. Das kann ein Remake gut 20 Jahre später eigentlich nicht wiederholen.

Edit: Schülern im "Harry Potter-Alter" den Film Außer Atem zu zeigen, halte ich pädagogisch für nicht besonders sinnvoll. ;-)
Danke für den tollen Text, der mein Unbehagen mit dem Film perfekt artikuliert. Man möchte Dir fast mehr schlaflose Nächte wünschen, wenn dabei immer so ein Text herauskommt!
Vielen Dank dafür! Ich würde einen erholsamen Schlaf aber vorziehen. ;-)
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Friedrich
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Friedrich »

Grievous Angel hat geschrieben: 26 Mär 2026, 03:32
Friedrich hat geschrieben: 24 Mär 2026, 09:43 Ja, ich weiß, dass es ein amerikanisches Remake von AA gibt. Kenne ich aber nicht und ich frage mich, welchen Sinn das ergeben soll. AA ist sehr zeittypisch, ist ein Film zu dieser Zeit an diesem Ort und demontiert die damaligen und dortigen Konventionen. Das kann ein Remake gut 20 Jahre später eigentlich nicht wiederholen.

Edit: Schülern im "Harry Potter-Alter" den Film Außer Atem zu zeigen, halte ich pädagogisch für nicht besonders sinnvoll. ;-)
Ach, ich finde es schon sehr in Ordnung, wenn man seinem vielleicht größten Einfluss mit einer eigenen Hommage huldigt. Ganz besonders, wenn man eben nicht versucht genau denselben Film noch einmal zu machen. Man erzählt sich, Godard hätte McBride die Übertragung der Rechte für den Dreh eines Remakes kurzerhand auf eine Serviette geschrieben: ‘You have the rights to Breathless, Jean-Luc Godard’. Dauerte dann allerdings ein paar Jahre, bis der Film in die Kinos kam und McBrides Karriere spät - wenn man so will - ins Rollen brachte.
Ja, nachvollziehbar. Ein Re-Make kann was ganz unterschiedliches Sein: Eine Hommage, ein update (technisch, zeitlich ...), eine (Um-)Interpretation oder die Anpassung an ein anderen Markt. Für alles davon finden sich sicher gute Beispiele. In der Popmusik nennt man das "Coverversion", mit ähnlichem Spektrum. Im günstigsten Fall gewinnen sogar sowohl Original als auch Re-Make dadurch. Da ich McBrides Re-Make von Außer Atem nicht kenne, sollte ich dazu vielleicht besser die Klappe halten.
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Friedrich
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Friedrich »

Grievous Angel hat geschrieben: 26 Mär 2026, 03:17
salamandersalat hat geschrieben: 25 Mär 2026, 17:45 Viva Las Vegas (Regie: George Sidney - USA, 1964) 7/10

John Lennon behauptete, die Army habe Elvis Presley das Genick gebrochen. Weithin scheint man sich auch darauf verständigen zu können, dass Elvis schnell vom Establishment absorbiert wurde und sein Manager "Colonel" Parker ihn an Hollywood verhökerte, um ein paar schnelle Dollars mit wenig sehenswerten Filmen zu generieren.
Im Falle von Viva Las Vegas trifft dies nicht zu: Die von set piece zu set piece eilende musikalische Nummernrevue mag schon im Erscheinungsjahr nicht mehr "keck" oder "frech" gewirkt haben, alles schon sehr brav, doch sie entwickelt eine gewisse Rasanz und auch schöne Bilder in der bunten Art von Künstlichkeit, für die ich eh eine Schwäche habe. Den Titeltrack kann man unter die unzerstörbaren Klassiker zählen (das Manische des Dead Kennedys-Cover ist dort schon angelegt) und auch Elvis Version von What I'd Say lässt aufhorchen. Nicht mit der Klasse von Ray Charles dargeboten oder dem amphetamingeschwängerten Bravado von Jerry Lee Lewis, aber schwungvoll genug, um die Zuschauer aus dem Sessel zu hieven.
Elvis schauspielerische Leistung stellt sich als mehr als ausreichend dar, viel wichtiger: Die Kamera liebt ihn (und seine Filmpartnerin Ann-Margret). Ein makelloser Posterboy fürs Pantheon.
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@salamandersalat
@Grievous Angel

Ich kenne zugegeben keinen einzigen Elivs-Film. Viva Las Vegas klingt reizvoll und man kann lesen, dass mindestens auch noch Flaming Star von 1960 unter der Regie von Don Siegel(!) ziemlich gut sein soll.

Ich habe keine Elvis-Biografie gelesen. Aber nach allem was ich so weiß, muss man Elvis in all seinen Facetten als jugendlicher R'n'R-Rebell, als GI, als Mainstream-Popstar und Darsteller in schnulzigen B-Movies, als Gospelsänger, als Künstler der späten 60er/frühen 70er, als politischen Wirrkopf, als Las Vegas-Attraktion und als Drogenwrack wohl im Gesamtpaket akzeptieren.

Den Konzertfilm EPIC habe ich leider noch nicht gesehen.
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von salamandersalat »

@Friedrich: Nach und nach folgen jetzt noch:

- Jailhouse Rock
- It Happened at the World's Fair
- Harum Scarum
- Spinout
- Double Trouble
- Speedway
- The Trouble With Girls

Mal sehen, was mich begeistern kann. Oder ob das alles wirklich so schlimm wie sein Ruf ist.
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motörwolf
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von motörwolf »

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Shelter (Ric Roman Waugh, 2026)

Der neueste Jason Statham-Action-Streifen. Der ist deutlich besser geworden als die beiden letzten seiner Filme, The Beekeeper und A Working Man. An Statham liegt das aber eher nicht, der tut halt, was er kann. Das ist schon in Ordnung so, das Drehbuch verlangt auch nicht mehr von ihm. Seine Rolle ist geradezu archetypisch, er spielt einen abgetauchten, ehemaligen Agenten ("Er ist kein Auftragskiller. Er ist eine Präzisionsmaschine."), der ein junges Mädchen rettet. Dadurch passieren zwei Dinge. Sein Versteck fliegt auf. Und er entdeckt sein Herz (wieder). Das ist alles ganz hübsch gedreht, unterläuft auch anfangs ein wenig die Erwartungen des Zuschauers, weil der Filme lange eine Art Charakterstudie sein will, bevor es zur Action kommt. Das tut dem Film wirklich gut, gerade im Vergleich zu Stahams letzten Filmen. Doch unter dem Strich bleibt nur eine richtig gute Leistung in Erinnerung: die von Bodhi Rae Breathnach. Der Rest ist solide Durchschnittsware. 5/10 Leuchttürmen