Ich hab dazu noch keine gefestigte Meinung - das Konzert war so stark und ich hab erst dort alle Alben nachgekauft und beim ersten Reinhören gemerkt, dass ich mehr Abstand zum Konzert benötige. Das neuste lief aber schon mal und gefiel mir sehr gut (die Frage, ob ich das zweitneuste besser finde, kann ich so eben noch nicht beantworten).
Es lief bei mir die Tage die letzte CD aus der blauen Stafford-Box (endet mit dem kompletten "Jo + Jazz", das ich wirklich umwerfend finde) und die erste hiervon, die von der VÖ-Chronologie davor dran gewesen wäre:
Jo Stafford - Beyond the Stars: Key Recordings 1940-1959
Und jetzt:
Ron Horton – Everything in a Dream
Irgendwie sind ja die Fresh Sound New Talent CDs oft so langweilig, wie angeblich der ganze Concord-Output ... aber hier war ich neugierig, weil das eine feine Band ist mit Frank Kimbrough, Tony Malaby, John O'Gallagher (as - kenne ich nicht), Mike Sarin und den beiden Bässen von Masa Kamaguchi und John Hébert (auf je einem Stück allein, auf den sieben restlichen gemeinsam). Dass hier der Geist von Andrew Hill im Raum ist (Systems Two, Brooklyn, Juni bis August 2005) kann man sich leicht vorstellen, los geht es denn auch mit seinem "Yellow Violet". Es gibt direkt danach Giuffres "Phoenix" als Segue aus Hortons "Bring It On", gefolgt als drittes von Samuel Barbers "Ain't It a Vision". Der Closer "Lamento d'Arianna" stammt natürlich von Claudio Monteverdi, dazwischen gibt es fünf weitere Originals von Horton, der neben Trompete auch Flügelhorn spielt. Der Sound ist recht dunkel und bietet ähnlich wie bei Hill eine Mischung aus Grooves, schönen aber nicht unbedingt eingängigen Melodien, ungraden Rhythmen, es gibt bei den manchmal recht frei wirkenden Soli auch mal kleine Backings (der Vorteil einer Drei-Bläser-Frontline) und die beiden Bässe verteilen die Rollen und Soli (bei den Angaben stimmt aber was nicht, die gehen bis #11, bei dem beide solieren, dabei gibt es nur neun Tracks).
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz #176: 13.10.2026, 22:00