West Coast Jazz - Mulligan, Baker, Brubeck, Shelly Manne etc.

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thelonica
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Re: West Coast Jazz - Mulligan, Baker, Brubeck, Shelly Manne etc.

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SHELLY MANNE - 2-3-4

Das Album mit Coleman Hawkins, das Loren Schoenberg in der Radiosendung zu Shelly Manne anpries. Gute Musik, obwohl nicht geprobt wurde, aber ich werde trotzdem nicht so ganz warm damit. Mir gefällt Eddie Costa (Vibes, Piano) nicht so wirklich. "Slowly" und "Lean On Me" haben gute Momente, Hawkins und Manne passen gut zusammen, auch das Duet der beiden ist gelungen ("Me And Some Drums" beginnt mit Hawkins am Piano). Eventuell war Shelly der Drummer, der live mit Coleman und Roy spielen wollte und anfragte, als Eddie Locke der Drummer war, es würde ungefähr in die Zeit passen, aber Locke nannte keinen Namen. Er erzählte nur, dass das jemand wäre den er auch bewundern würde, aber Hawkins und Eldridge wollten Locke. Beim Bonustrack(?) "Avalon" finde ich Hawkins sehr überzeugend, aber diese Version finde ich trotzdem nicht ganz so super.
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thelonica
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Re: West Coast Jazz - Mulligan, Baker, Brubeck, Shelly Manne etc.

Beitrag von thelonica »

redbeansandrice hat geschrieben: 28 Sep 2026, 22:24 Hampton Hawes war mein letzter Quasi-Solothread in unserem alten Forum, link, davor hatten thelonica und ich den Thread über seinen Drummer Chuck Thompson
In dem Thread fehlt ja noch eine Besprechung zu "Four". Das Album möchte ich wohl noch viel öfters hören, werde mich drum kümmern. Es passt super zwischen die All Night Sessions, die Poll Winners und was sonst noch entstand (Rollins letztes Album vor der Auszeit).
soulpope
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West Coast Jazz - Mulligan, Baker, Brubeck, Shelly Manne etc.

Beitrag von soulpope »

thelonica hat geschrieben: 29 Sep 2026, 13:57 Bild

SHELLY MANNE - 2-3-4

Das Album mit Coleman Hawkins, das Loren Schoenberg in der Radiosendung zu Shelly Manne anpries. Gute Musik, obwohl nicht geprobt wurde, aber ich werde trotzdem nicht so ganz warm damit. Mir gefällt Eddie Costa (Vibes, Piano) nicht so wirklich. "Slowly" und "Lean On Me" haben gute Momente, Hawkins und Manne passen gut zusammen, auch das Duet der beiden ist gelungen ("Me And Some Drums" beginnt mit Hawkins am Piano). Eventuell war Shelly der Drummer, der live mit Coleman und Roy spielen wollte und anfragte, als Eddie Locke der Drummer war, es würde ungefähr in die Zeit passen, aber Locke nannte keinen Namen. Er erzählte nur, dass das jemand wäre den er auch bewundern würde, aber Hawkins und Eldridge wollten Locke. Beim Bonustrack(?) "Avalon" finde ich Hawkins sehr überzeugend, aber diese Version finde ich trotzdem nicht ganz so super.
Würde allerdings dieses Album (trotz dessen unbestreitbarer Güte) nicht unter "West Coast Jazz" subsumieren ....
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thelonica
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Re: West Coast Jazz - Mulligan, Baker, Brubeck, Shelly Manne etc.

Beitrag von thelonica »

Natürlich nicht. Aber 2-3-4 punktet bei mir nicht ganz so stark, wie z.B. "Sonny Meets Hawk" (ohne Shelly) oder eins der weniger bekannten Manne Alben "Manne - That's Gershwin". Außerdem ist es ja interessant, was Musiker darüber hinaus noch gemacht hatten. Chet Baker hatte sich spätestens mit den Aufnahmen für Riverside etwas vom Label West Coast Jazz gelöst, vielleicht nicht komplett vom West Coast Stil, aber er entwickelte sich über einige Jahre mehr in eine andere Richtung. Bei Sonny Criss oder Teddy Edwards, die ja auch zur West Coast gehörten und später teilweise an der East Coast aufgenommen wurden, bin ich mir nicht so sicher. Die haben ihren Stil bewahrt, verfeinert und auch noch spannende, besondere Arbeiten abgeliefert. 2-3-4 wirkt ein bißchen in Eile entstanden, während "Sonny Meets Hawk" einen interessanten Sog entwickelt (die Aufnahmen aus dem Black Hawk - die Gruppe von Manne meine ich - empfinde ich insgesamt auch als sehr viel stimmiger.)
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Re: West Coast Jazz - Mulligan, Baker, Brubeck, Shelly Manne etc.

Beitrag von redbeansandrice »

thelonica hat geschrieben: 29 Sep 2026, 14:04
redbeansandrice hat geschrieben: 28 Sep 2026, 22:24 Hampton Hawes war mein letzter Quasi-Solothread in unserem alten Forum, link, davor hatten thelonica und ich den Thread über seinen Drummer Chuck Thompson
In dem Thread fehlt ja noch eine Besprechung zu "Four". Das Album möchte ich wohl noch viel öfters hören, werde mich drum kümmern. Es passt super zwischen die All Night Sessions, die Poll Winners und was sonst noch entstand (Rollins letztes Album vor der Auszeit).
In der Tat, Hawes war noch nicht auserzählt, aus der Phase, die du erwähnst, gibt es auch noch das Album mit Harold Land... und die frühen Jahre sind auch nicht gut abgedeckt...
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thelonica
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Re: West Coast Jazz - Mulligan, Baker, Brubeck, Shelly Manne etc.

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SONNY ROLLINS & THE CONTEMPORARY LEADERS - same

Das war wohl das letzte Album vor der längeren Auszeit für Sonny Rollins, er tourte noch etwas in Europa danach und es ging erst weiter mit "The Bridge". Die Contemporary Leader (Hawes, Kessel, Vinnegar, Manne und Feldman) spielten hier etwas mehr zurückhaltend bei einem Programm aus Standards, überliessen Sonny Rollins größtenteils die Show. Mir persönlich sind Sonny Rollins Volume 1 (BN) und auch "For Real" von Hampton Hawes/Harold Land etwas lieber. Ansonsten schon interessant, dass es eine Fortsetzung für Sonny bei Contemporary gab. Ich habe mich noch gefragt, wie Rollins in der dreijährigen Auszeit finanziell zurecht kam, aber dafür gibt es bestimmt eine Erklärung (wahrscheinlich eine Kombination aus Sparsamkeit, niedriger Miete und genügend Rücklagen).
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Friedrich
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Re: West Coast Jazz - Mulligan, Baker, Brubeck, Shelly Manne etc.

Beitrag von Friedrich »

thelonica hat geschrieben: 01 Okt 2026, 13:43 Bild

SONNY ROLLINS & THE CONTEMPORARY LEADERS - same

Das war wohl das letzte Album vor der längeren Auszeit für Sonny Rollins, er tourte noch etwas in Europa danach und es ging erst weiter mit "The Bridge". Die Contemporary Leader (Hawes, Kessel, Vinnegar, Manne und Feldman) spielten hier etwas mehr zurückhaltend bei einem Programm aus Standards, überliessen Sonny Rollins größtenteils die Show. Mir persönlich sind Sonny Rollins Volume 1 (BN) und auch "For Real" von Hampton Hawes/Harold Land etwas lieber. Ansonsten schon interessant, dass es eine Fortsetzung für Sonny bei Contemporary gab. Ich habe mich noch gefragt, wie Rollins in der dreijährigen Auszeit finanziell zurecht kam, aber dafür gibt es bestimmt eine Erklärung (wahrscheinlich eine Kombination aus Sparsamkeit, niedriger Miete und genügend Rücklagen).
2-3 Jahre sind schon ein sehr lange Auszeit, die man nicht ohne weiteres finanziell durchsteht - es sei denn man ist ein erfolgreicher Popstar. Ich äußere mal die Vermutung, dass er dabei von seiner damaligen Lebensgefährtin unterstützt wurde.

Ein East Coast-Leader mit West Coast sidemen. Ich hätte auch noch eine genau umgekehrte Konstellation anzubieten. Aber dazu später.

Zunächst:

Diese Compi von Shelly Manne habe ich noch:

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Shelly Manne Septet – West Coast Sounds (Aufnahmen 1951/52/53, VÖ 2003)

Fast der gleiche Titel wie bei der weiter oben erwähnten LP und tatsächlich sind hier auch 8 der 12 Stücke davon enthalten. „Shelly Manne Septet“ ist etwas irreführend, da zwar tatsächlich bei den verschiedenenAufnahmen je 7 Mann am Start sind, es bei den verschieden Session aber teils wenige bis keine personelle Überschneidungen gibt. Und auch stilistisch ist die Musik teils recht unterschiedlich. Bei den ersten 8 Aufnahmen klingt das noch sehr nach Swing oder flirtet mt Bebop. Auf zwei Stücken (All OF Me, It Ain’t Got That Swing) singt Shelly Manne, auf einem Stück eine Shelby Davis. Das ist okay, aber nichts, womit Shelly Manne sich einen Platz in der Jazzgeschichte erspielt hätte. Dann die 8 Stücke, die auch auf der erwähnten LP enthalten sind. Als Zugabe gibt es 3 teils kompliziert komponierte und arrangierte Stücke mit den Titeln Alternations, Dimensions in Thirds und Shapes Motions and Colors. Das klingt nach Third Stream und manchmal etwas überambitioniert. Eins der Stücke ist fast 7 Minuten lang. Interessant, aber nichts, was mich berührt.

Ich hatte diese Compi mal gekauft, weil es damals die einzige günstige und einfache Möglichkeit war, Stücke der West Coast Sound-LP digital zu bekommen. Die Compi stammt von so einem obskuren Label aus Andorra, ist eigentlich auch gestalterisch schön gemacht und in Ordnung. Und sie bietet einen guten Überblick von Shelly Mannes Entwicklung 1951-53.

In den letzten Tagen habe ich die LP und die CD mal parallel gehört und festgestellt, dass die CD doch etwas dumpfer klingt als die LP. Nicht nur darum habe ich mir inzwischen auch die vergriffene CD des ursprünglichen Albums mit etwas Glück günstig besorgt. Am Ende kann ich sagen, dass das Vinyl in jedem Fall am besten klingt. Eigentlich bescheuert, aber wirklich wahr.

So oder so empfehle ich das Album Shelly Manne & His Men / The West Coast Sound / Volume 1 allerwärmstens. Eine Sternstunde des raffiniert arrangierten und entspannt swingenden West Coast Jazz’.
„Wenn der Rhythmus uns begeistert, so erwacht das magische Bewusstsein.“ (Peter Michael Hamel)
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Re: West Coast Jazz - Mulligan, Baker, Brubeck, Shelly Manne etc.

Beitrag von kathisi »

Friedrich hat geschrieben: 02 Okt 2026, 13:19
2-3 Jahre sind schon ein sehr lange Auszeit, die man nicht ohne weiteres finanziell durchsteht - es sei denn man ist ein erfolgreicher Popstar. Ich äußere mal die Vermutung, dass er dabei von seiner damaligen Lebensgefährtin unterstützt wurde.
So war es, er lebte primär von der finanziellen Unterstützung seiner Ehefrau Lucille Pearson, die eine Festanstellung hatte, sowie von seinen angesparten Tantiemen aus früheren Plattenaufnahmen.

https://www.jazztimes.com/features/prof ... 470fe406d4
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gypsy tail wind
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Re: West Coast Jazz - Mulligan, Baker, Brubeck, Shelly Manne etc.

Beitrag von gypsy tail wind »

Friedrich hat geschrieben: 02 Okt 2026, 13:19 Diese Compi von Shelly Manne habe ich noch:

Shelly Manne Septet – West Coast Sounds (Aufnahmen 1951/52/53, VÖ 2003)

... irreführend ... Label aus Andorra ... doch etwas dumpfer klingt
Das fasst das Label in etwa zusammen... das Geschäftsmodell waren die laschen Urheberrechtsgesetze in Andorra und man bediente sich einfach anderswo (nicht wie das legalerweise auch in der EU bei Veröffentlichungen bis 1962 beim Original gestattet ist und z.B. Avid aus England das mit eigenen LP-Transfers tat). Definitive und seine Geschwister (Jazz Factory, Swing Factory) pressten wohl auch mal MP3 auf CDs (wie Membran und seine Geschwister auch). Die Nachfolger waren dann Lonehill, Gambit, RLR und diverse andere, die das Geschäftsmodell weiter pflegten. Das Design und die recht ausführlichen Liner Notes suggerieren dabei stets Seriosität, aber richtig gut sind die Ausgaben am Ende selten – die Tony Fruscella 4-CD-Box bei Definitive oder die Joe Maini 4-CD-Box bei bei Lonehill etwa sind solche Ausnahmen.

Also: gut hast Du Dich noch um eine ordentliche Ausgabe gekümmert!

(Schlimmste Handy-Autokorrektur- und -Tippfehler korrigiert)
Zuletzt geändert von gypsy tail wind am 05 Okt 2026, 10:45, insgesamt 1-mal geändert.
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)

Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz #176: 13.10.2026, 22:00
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Re: West Coast Jazz - Mulligan, Baker, Brubeck, Shelly Manne etc.

Beitrag von redbeansandrice »


Barney Kessel plays - vol. 1

um das von oben noch zu klären: ne, bei Manne hab ich nicht das 10in Album sondern eine 7in EP, die zusammen mit einer zweiten ihrer Art die 10in EP ergibt... ich hab zwei der 10in Alben aus dem Contemporary Katalog, beide sind genau wie das Manne Album später zu 12in Alben ergänzt worden, in dem man noch Material von einer andere Band hinzugefügt hat... das ist zum einen das Lenny Niehaus, das oben gepostet ist, und dann dieses hier von Barney Kessel... und in beiden Fällen hat man auf 10in zwei schöne, kompakte und kohärente Alben... auf 12in ist dann mehr Musik, aber es geht auch ein bisschen was an Geschlossenheit verloren... wobei das Problem bei Niehaus etwas grösser ist, als hier bei Kessel... auf dem Papier ist die Musik eindeutig West Coast Jazz, Shelly Manne (dr), Harry Babasin (b) und Bud Shank (as, fl) ... am Klavier sitzt Arnold Ross, der er schon ab Mitte der Vierziger in Kalifornien modernen Jazz gespielt hat, Musik irgendwo zwischen Swing und Bop, auch damals schon oft gemeinsam mit Kessel... zu der Zeit gab es noch keinen Cool Jazz und damit auch keinen West Coast Jazz im Sinne eines "luftig-leichten Gegenentwurf zum New Yorker Bebop" (EIngangspost)... Ist das Album hier nun West Coast Jazz? Wenn Bud Shank die Flöte auspackt, dann sind wir beim luftig-leichten Gegenentwurf, aber in anderem Momenten hören wir auch Swing und Bop... bei Kessel hör ich oft so einen Hauch von Django-Reinhardt-Nostalgie, das ist eindeutig Swing... aber es gibt auch Momente, die ich als ziemlich reinen Bebop hör, Vicky's Dream zB, s. das Video... dadurch, dass die Band aber aus einem Guss ist, passt es trotzdem...