Luxus evidenterweise gepaart mit sehr gutem Geschmackredbeansandrice hat geschrieben: 10 Sep 2026, 15:48
Nachtrag, kurz zum Hintergrund von Halcyon/Chiaroscuro, hier erinnert der eine Labelgründer Hank O Neal an Sherman Fairchild, der das alles möglich machte, und hier kann man Fairchilds legendäres Haus von innen sehen, wo scheinbar die frühen Aufnahmen entstanden, in O Neal's Text steht mehr dazu... um Chris Albertson (von .org) zu zitieren:
Sherman Fairchild owned a fantastic town house on Manhattan's east Side. It was like something out of a James Bond movie (even had the babes) and the basement converted into a modern recording studio at the push of a button—very hi-tech for the day. There were two interlocking grands (Fairchild was particularly fond of piano music) and said button pulled aside a painting or two on one of the walls, revealing a control room. Hank made many great piano recordings in that studio, which otherwise looked like a luxurious lounge.
Ich höre gerade ... Jazz
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soulpope
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Ich höre gerade ... Jazz
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redbeansandrice
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Bobby Henderson – A Home In The Clouds
auf meiner Kopie von Ambiance ist das Frontcover wie bei der Erstausgabe, aber das Backcover gibt ein bisschen weniger credit an O'Neal und Fairchild (beide bei discogs), und auch hier ist in meinem Fall das Frontcover ein Original während auf dem Backcover schon die Adresse von Chiaroscuro steht, 173 Christopher Street... (hier ist mein Exemplar zwischen den beiden Versionen bei discogs, das "Jazz Piano Masters Series" Logo ist noch wie bei Halcyon). Hank O'Neal hat wohl oft einfach das gemacht, was John Hammond ihm sagte, hatte er nie geleugnet "Mary Lou Williams aufnehmen" oder "Bobby Henderson aufnehmen"... Tatsache ist, dass das beides tolle Ideen waren, die ausser O'Neal zu der Zeit keiner umgesetzt hat... In den liner notes steht "Supervision: John Hammond, Production, Engineering, Notes: Hank O'Neal". Das hier war O'Neals Baby (genau wie das Willie The Lion Smith Album, Earl Hines ist eine andere Geschichte).
Henderson war in den frühen 30ern ein Verlobter von Billie Holiday gewesen, Benny Goodman hatte sein "Home in the Clouds" aufgenommen - und das mag eine Vermittlung von Hammond gewesen sein, genau wie bei Roll Em, der Mary Lou Williams Komposition, die bei Benny Goodman landete. Was danach mit Henderson passierte ist etwas unklar, aber was ich neulich irgendwo las, und was in gewissen Grenzen viel Sinn macht, ist, dass er sich ab den späten 40ern als Musiker meistens Jody Bolden nennen musste, weil es zwei Familien gab, die nicht allzu viel von einander wissen durften... und wenn man sucht, dann findet man dutzende Annoncen für Auftritte von Jody Bolden im ländlichen New York, teilweise buchstäblich Annoncen wo das Steaksandwich eine bessere Schriftgrösse hat als die Musiker... wahrscheinlich war das Steaksandwich wirklich sehr gut... aber Henderson war halt auch in seiner eigenen Klasse, und die Gelegenheit, kurz vor Schluss, er starb Ende 1969, noch einmal aufnehmen zu können, scheint ihn inspiriert zu haben... ich will nicht sagen, dass jeder dieses Album in seinem Leben braucht... aber, eigentlich ist es so, es ist das perfekte "Mann am Klavier" Album.
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redbeansandrice
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Re: Ich höre gerade ... Jazz

Earl Hines - Quintessential Recording Session
Halcyon 101. Im Grunde ist das hier das einzige Album, mit dem die drei Gründer von Halcyon ihr Konzept umgesetzt haben, Studio von Fairchild, denk ich, Technik von O'Neal, Liner Notes von McPartland (auf späteren Ausgaben bei Chiaroscuro durch andere von Stanley Dance ersetzt). Dazu ein schlichtes Konzept, das jeden Jazzklaviernerd freut: Earl Hines nimmt seine acht legendären Solotracks von 1928 vierzig Jahre später noch einmal neu auf... und ein Künstler, der in bester Form und absolut bereit für dieses Konzept ist... dass sie mit den nächsten Produktionen an den Erfolg hiervon anknüpfen konnten, ist eigentlich fast ein Wunder.
- gypsy tail wind
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Re: Ich höre gerade ... Jazz
Ich komme hier grad nicht ganz mit, aber danke für die interessanten Posts - da müsste ich auch mal ein paar Sachen auf Vinyl suchen (Williams, McPartland) ... von den Roosevelt Grill-Alben hab ich tatsächlich CD-Reissues aus Japan von allen vier und die sind wirklich gut. (Von Chiaroscuro gibt es ja viele Reissues - bei den jüngsten aus den USA handelt es sich leider regelmässig um CDrs, drum kauf ich da wenn eher was aus Japan. Halcyon ist leider völlig in der Versenkung verschwunden.)
Bei mir die letzten Tage, teils in der Wohnung, teils beim Metrofahren oder durch Paris gehen:




Jackie McLean meets Junko Onishi – Hat Trick
Joe Lovano – Tenor Time
Phil Woods Quartet – Cool Woods
Jazz Workshop Presents Pandora
Ich nehme an, der Hintergrund für die ersten drei ist die Kollaboration von Blue Note mit Somethin' Else - also: wenn man schon diese jungen Japanerin (mit kurzen Röcken, das Jazz-Vorbild von Yuja Wang) mitproduzieren hilft, macht man doch ein paar Alben, die sich im Heimmarkt besser verticken lassen - wobei dannd och nur das McLean-Album einen US-Release hatte (vielleicht war gab es einfach schon genug US-Alben von Lovano?). Das Album mit McLean und einer jungen, tollen Rhythmusgruppe (Nat Reeves und Lewis Nash - Januar 1996) war einst, wohl kurz nach Erscheinen, meine erste Begegnung mit Onishi und ich finde es weiterhin toll. Das ist toughe, damals sehr aktuelle Musik, obwohl die Standards ("A Cottage for Sale", "Solar", "Bags' Groove", "Left Alone", "Will You Still Be Mine" und mein Favorit "Sentimental Journey") spielen und darum herum ein paar McLean-Tunes ("Little Melonae" zum Einstieg ist ja auch fast ein Standard, der Closer ist "Bluesnik"), dazu Onishis "Jackie's Hat". Das Lovano-Album mit dem Luxus-Drummer Al Foster und Onishis regelmässigem Bass-Partner Rodney Whitaker (September 1996) ist ebenfalls richtig gut aber auf eine abgeklärtere Art. Lovano spielt, der Titel verrät es, nur Tenorsax und ist in hervorragender Form. Das ist im Gegensatz zum pulsierenden Jazz mit McLean eher Mainstream, aber von einer Souveränität, die mich echt beeindruckt. Und eigentlich auch mit interessanterem Repertoire: "Walkin'", "Bye Bye Blackbird", "Invitation", "Ruby My Dear", "Why Don't I" und "Paradox" von Sonny Rollins und "Like Sonny" von Coltrane, "Budo" von Powell und als Closer Lovanos "Dewey Said". Das Album mit Phil Woods hab ich erst neulich gekauft - und bin davon sehr positiv überrascht. Hier ist der Bassist der Luxus-Sideman, während am Schlagzeug Woods' langjähriger Kollege Bill Goodwin sitzt. Auch hier ein schnörkelloses Album, mainstreamiger als bei Lovano (der auch mal überbläst und kurz die tonalen Gefilde verlässt), aber ebenso souverän. "Lullaby of the Leaves" ist ein guter Einstieg, danach gibt's von Woods' "Samba Dubois" abgesehen eher klassischen Stoff: "All the Things You Are", "You Don't Know What Love Is", "Embraceable You", aber auch nochmal Monk mit "''Round Midnight" und mit "What Are You Doing for the Rest of Your Life" auch wieder einen interessanten Closer.
Das Pandora 3-CD-Set ist eine Art Schau des damaligen japanischen Jazz, es gibt je zwei Trompeter, Alt- und Tenorsaxer, ein paar Pianist*innen, Bassisten und Drummer (eigentlich auch immer zwei, aber noch ein, zwei weitere, die nur auf ein, zwei Tracks spielen), die in immer anderen - aber ähnlichen - Kombinationen zusammenfinden, von Quartett bis Sextet, selten auch mal Duo, Trio oder Oktett. Onishi spielt auf etwa der Hälfte der Stücke Piano und manchmal E-Piano, und sie ist es auch, die beim einen Stück mit einem Veteranen dabei ist, Motohiko Hino, das Stück ist "Us Three" von Horace Parlan, und während es viele Originals gibt, sind auch Dolphy ("2-4-5"), Golson ("Along Came Betty"), Ornette ("Friends and Neighbors") und Kenny Wheeler ("Smatter") vertreten, dazu ein paar Klassiker ("Alone Together", "Stella By Starlight", "Yesterdays", "But Beautiful", "Solitude"...)

Cassandra Wilson – Blue Light 'Til Dawn
Das gerade noch, bevor das Programm des Tages los geht (das es gar nicht gibt, abgesehen von einem Besuch bei Sam Records und bei Superfly Records. Leider gab's bei Gibert gestern keine der Wilson-Alben von nach dem Miles-Tribute ... die fehlen mir leider bis heute alle, das muss ich mal ändern.
Bei mir die letzten Tage, teils in der Wohnung, teils beim Metrofahren oder durch Paris gehen:




Jackie McLean meets Junko Onishi – Hat Trick
Joe Lovano – Tenor Time
Phil Woods Quartet – Cool Woods
Jazz Workshop Presents Pandora
Ich nehme an, der Hintergrund für die ersten drei ist die Kollaboration von Blue Note mit Somethin' Else - also: wenn man schon diese jungen Japanerin (mit kurzen Röcken, das Jazz-Vorbild von Yuja Wang) mitproduzieren hilft, macht man doch ein paar Alben, die sich im Heimmarkt besser verticken lassen - wobei dannd och nur das McLean-Album einen US-Release hatte (vielleicht war gab es einfach schon genug US-Alben von Lovano?). Das Album mit McLean und einer jungen, tollen Rhythmusgruppe (Nat Reeves und Lewis Nash - Januar 1996) war einst, wohl kurz nach Erscheinen, meine erste Begegnung mit Onishi und ich finde es weiterhin toll. Das ist toughe, damals sehr aktuelle Musik, obwohl die Standards ("A Cottage for Sale", "Solar", "Bags' Groove", "Left Alone", "Will You Still Be Mine" und mein Favorit "Sentimental Journey") spielen und darum herum ein paar McLean-Tunes ("Little Melonae" zum Einstieg ist ja auch fast ein Standard, der Closer ist "Bluesnik"), dazu Onishis "Jackie's Hat". Das Lovano-Album mit dem Luxus-Drummer Al Foster und Onishis regelmässigem Bass-Partner Rodney Whitaker (September 1996) ist ebenfalls richtig gut aber auf eine abgeklärtere Art. Lovano spielt, der Titel verrät es, nur Tenorsax und ist in hervorragender Form. Das ist im Gegensatz zum pulsierenden Jazz mit McLean eher Mainstream, aber von einer Souveränität, die mich echt beeindruckt. Und eigentlich auch mit interessanterem Repertoire: "Walkin'", "Bye Bye Blackbird", "Invitation", "Ruby My Dear", "Why Don't I" und "Paradox" von Sonny Rollins und "Like Sonny" von Coltrane, "Budo" von Powell und als Closer Lovanos "Dewey Said". Das Album mit Phil Woods hab ich erst neulich gekauft - und bin davon sehr positiv überrascht. Hier ist der Bassist der Luxus-Sideman, während am Schlagzeug Woods' langjähriger Kollege Bill Goodwin sitzt. Auch hier ein schnörkelloses Album, mainstreamiger als bei Lovano (der auch mal überbläst und kurz die tonalen Gefilde verlässt), aber ebenso souverän. "Lullaby of the Leaves" ist ein guter Einstieg, danach gibt's von Woods' "Samba Dubois" abgesehen eher klassischen Stoff: "All the Things You Are", "You Don't Know What Love Is", "Embraceable You", aber auch nochmal Monk mit "''Round Midnight" und mit "What Are You Doing for the Rest of Your Life" auch wieder einen interessanten Closer.
Das Pandora 3-CD-Set ist eine Art Schau des damaligen japanischen Jazz, es gibt je zwei Trompeter, Alt- und Tenorsaxer, ein paar Pianist*innen, Bassisten und Drummer (eigentlich auch immer zwei, aber noch ein, zwei weitere, die nur auf ein, zwei Tracks spielen), die in immer anderen - aber ähnlichen - Kombinationen zusammenfinden, von Quartett bis Sextet, selten auch mal Duo, Trio oder Oktett. Onishi spielt auf etwa der Hälfte der Stücke Piano und manchmal E-Piano, und sie ist es auch, die beim einen Stück mit einem Veteranen dabei ist, Motohiko Hino, das Stück ist "Us Three" von Horace Parlan, und während es viele Originals gibt, sind auch Dolphy ("2-4-5"), Golson ("Along Came Betty"), Ornette ("Friends and Neighbors") und Kenny Wheeler ("Smatter") vertreten, dazu ein paar Klassiker ("Alone Together", "Stella By Starlight", "Yesterdays", "But Beautiful", "Solitude"...)

Cassandra Wilson – Blue Light 'Til Dawn
Das gerade noch, bevor das Programm des Tages los geht (das es gar nicht gibt, abgesehen von einem Besuch bei Sam Records und bei Superfly Records. Leider gab's bei Gibert gestern keine der Wilson-Alben von nach dem Miles-Tribute ... die fehlen mir leider bis heute alle, das muss ich mal ändern.
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz #176: 13.10.2026, 22:00
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