Danke!Mr. Blue hat geschrieben: 23 Aug 2026, 10:54Nette Geschichte Friedrich. Ja die Skandinavier hatten schon immer gute Musiker und Bands, auch gerade im Blues-Bereich. Wenngleich ich Jake Green jetzt nicht kenne.Friedrich hat geschrieben: 20 Aug 2026, 22:33 Ich war im Urlaub in Kopenhagen und Stockholm. Kopenhagen, die Stadt in der ab den 60ern einige us-amerikanische Jazzmusiker und -musikerinnen lebten, u.a. die Tenorsaxofonisten Ben Webster und Dexter Gordon und - wie ich erst vor ein paar Tagen entdeckte - sogar Ella Fitzgerald. Das war sicher auch mit ursächlich für eine sehr lebhafte skandinavische Jazzszene. Und vielleicht für eine insgesamt sehr lebendige Musikszene. Das legendäre Jazzhus Montmartre konnten wir leider nicht besuchen (Sommerferien), ersatzweise waren wir aber in der weniger bekannten Mojo Blues Bar. Der Begriff "Bar" ist ernstzunehmen, denn in diesem Schuppen haben maximal 100 Leute Platz und die sitzen dann auch schon etwas gedrängt. Entsprechend intim war auch die Athmosphäre. Es spielte Jake Green & Band, ein Name, der mir überhaupt nichts sagte, aber wir ließen es mal drauf ankommen.
Jake Green ist in Kopenhagen beheimatet und in der lokalen Szene offenbar eine Größe. Er spielt einen bodenständigen Blues, ist ein super Gitarrist und kraftvoller Sänger. Ich weiß nicht, ob mich das auf Tonträger interessieren würde, aber live war das ein Erlebnis. 3 Sets von je mindestens 45 Minuten Dauer, das Preis-Leistungsverhältnis war also überaus günstig. Jake Green hätte auch nach 2 Sets aufhören können und das Publikum wäre zufrieden nach hause gegangen, aber ich glaube es ist für ihn einfach die Lust und Freude an der Musik, die ihn weiter spielen ließ. Hat großen Spaß gemacht!
Später dachte ich: Blues ist eigentlich immer das gleiche. Wie gute ortstypische traditionelle Küche. Aber es kommt halt auf die Qualität der Zutaten an, auf die richtige Prise des richtigen Gewürzes und die Liebe, den Funken Persönlichkeit, mit der die Mahlzeit zubereitet und serviert wird. Und das beherrscht Jake auf jeden Fall.
Jake Green 2019 live in der Mojo Blues Bar.
Aber da fällt mir auch eine Urlaubsgeschichte dazu ein, ist aber schon fast 30 Jahre her. Wir waren damals im Sommer für 14 Tage im Urlaub auf Bornholm. In der sehr netten und schönen Inselhauptstadt Rönne gab es auch solche Bars, wie Du sie hier beschrieben hast. Da sahen meine Frau und ich damals ein Blueskonzert mit der Ole Frimer Blues Band, die richtig gut waren und mich zumindest dahingehend überzeugt haben, dass ich mir von ihnen eine CD gekauft habe, die ich heute noch habe und mir auch immer wieder gerne anhören mag.
Wahrscheinlich haben nicht nur die US-Expats zu dieser lebendigen skandinavischen Musikszene beigetragen. Es wird Gründe gegeben haben, warum sie sich ausgerechnet Kopenhagen oder Stockholm als Stützpunkte ausgesucht haben. Sie haben da sicher ein Milieu vorgefunden, das sie mit offenen Armen aufgenommen hat. Dass aber sogar auf einer Insel wie Bornholm Blues gespielt wird, überrascht mich schon.





