Der letzte Film, den ich gesehen habe

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salamandersalat
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von salamandersalat »

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Phantasm III: Lord of the Dead (Regie: Don Coscarelli - USA, 1994) [Re-Watch] 8/10
Phantasm: oblIVion (Regie: Don Coscarelli - USA, 1998) [Re-Watch] 7,5/10
Phantasm: raVager (Regie: David Hartman - USA, 2016) [Re-Watch] 6,5/10
Normal (Regie: Ben Wheatley - USA, 2025) 6,5/10
The Presence (Regie: Tom Provost - USA, 2010) 4,5/10
Darkside Witches (Regie: Gerard Diefenthal - Italien, 2015) 1,5/10
A Nuvem Rosa (Regie: Iuli Gerbase - Brasilien, 2021) 7/10
Junkie (Regie: Adam Mason - USA, 2012) 6,5/10

Es muss extrem schlecht um die italienische Filmindustrie stehen, wenn selbst altgediente Recken wie Claudio Simonetti (Goblin) und Barbara Bouchet einem Stümper mit Defiziten in den Grundlagen des Filmemachens wie Gerard Diefenthal in die Hände fallen. Der Mann besitzt nicht einen Funken Gespür für Schnittrhythmen, Farben, Bildaufbau und natürlich präsentiert sich die Handlung ebenfalls als wirrer, zusammengeklaubter Unfug, da fallen die Hexenkostüme (freundlicherweise vom Orion-Erotikversand bereitgestellt, kein Witz) gar nicht mehr ins Gewicht - Netzhaut-zerschießendes CGI gibt's kiloweise gratis obendrauf. Nehmt die Hexen aus dem Feuer und legt das Negativ dieses Films hinein, ihr Folterknechte.
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gypsy tail wind
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »

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Gestern im Kino: Haitian Corner (DE/FR/US/HT 1987), der erste Langfilm von Raoul Peck. Mit Joseph, einem Dichter, der nach Folter und sieben Jahren Gefängnis seine Heimat verlassen hat, lernen wir die haitianische Exil-Community in New York kennen, die sich immer wieder in einer Buchhandlung trifft. Zufällig erkennt er in New York seinen einstigen Folterer wieder, was seine Traumata nach oben holt - und er macht sie auf die Suche nach ihm. Ein unaufgeregter Film, in dem dieser grob umrissene Plot eine eher kleine Rolle spielt. Wichtiger ist der Alltag der Menschen, ihre Arbeit, ihre Gespräche, ihre Beziehungen, ihre Erinnerungen an die Heimat und ihre Jugend (es gibt immer wieder schwarz-weisse Flashbacks zurück in die Kindheit und Jugend von Joseph und seiner Schwester, die als Pflegekind zur Familie kam) und auch ihre aktivistischen Tätigkeiten.

Davor gab es mit Merry Christmas Deutschland oder Vorlesung zur Geschichtstheorie II (DE 1984) ein zweiten kurzen Film aus Pecks Studienzeit bei der DFFB - eine Montage aus Aufnahmen aus dem grauen Berliner Alltag mit abgefilmten Debatten aus dem Bundestag, Text-Einblendungen, Ton-Aufnahmen unbekannter Herkunft - es geht um Konsum, um Weltfrieden, und dazu läuft auf der Tonspur neben Vivaldi (ein Auszug aus "Juditha Triumphans") Miles Davis' "We Love You Madly".

(Foto: mk2films)
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gypsy tail wind
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »



Gestern im Kino: Orwell: 2 + 2 = 5 (US/R 2025), der neuste Film von Raoul Peck, in dem er von George Orwell, mit besonderem Fokus auf "1984", Brücken zur Gegenwart schlägt und die Lüge als Mittel des Totalitarismus ins Rampenlicht rückt, von Hitler, Franco und Mussolini bis zu Trump, Orbán, Modi oder Meloni, von den Rohyinga über Gaza und das Massengrab Mittelmeer. Damian Lewis liest aus Orwells Briefen aus dem Sanatorium und von seinem Refugium auf der schottischen Insel Jura, es gibt Film- und Fotomaterial aus Orwells Nachlass (darunter ein Foto als Baby mit seinem indischen Kindermädchen) und wie immer fördert die Verquickung von Privatem und Politischem überraschende Einblicke zutage, etwa den, dass die Briten, die in der Zwischenkriegszeit (und wohl auch schon davor) in den Kolonialdienst traten, daheim mittelständische Niemande waren, die den Codes der Oberschicht nachlebten (wie Orwell, als er sich zum Militärdienst in Britisch-Indien meldete): sie wussten, wie ein gut geschneiderter Anzug auszusehen hat, aber konnten sie nie einen leisten; sie wussten alles über den Umgang mit Bediensteten und allerlei Servicepersonal, aber hatten höchstens eine Hausangestellte usw. Rings a bell? Das ist ja schon das Verblüffende an Pecks Werk, wie er konsequent und immer nachvollziehbar Verbindungen über die Zeitebenen hinweg herstellt, Parallelen und auch Kausalitäten aufzeigt. Vieles muss er dabei gar nicht aussprechen, ein paar Bilder und die Montage reichen. Klar, denn es spricht ja George Orwell, Raoul Peck ist "nur" sein Medium.
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latho
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von latho »

Favreau - The Mandalorian and Grogu (2026)

Sehe ich weniger als Film, denn als The Mandalorian Staffel 4. Und dann ist's gut.
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JackofH
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von JackofH »

Teenage Sex And Death At Camp Miasma (2026)

Toll. Das Ende der Screen-Trilogie, wenn ich das richtig verstanden habe. Bin gespannt, was Jane Schoenbrun als nächstes macht.
lysol
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von lysol »

JackofH hat geschrieben: 22 Aug 2026, 23:12 Teenage Sex And Death At Camp Miasma (2026)

Toll. Das Ende der Screen-Trilogie, wenn ich das richtig verstanden habe. Bin gespannt, was Jane Schoenbrun als nächstes macht.
Ja toll. Für mich bisher ihr stärkster Film.
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gypsy tail wind
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »



Gestern im Kino: Giants and Toys (Kyojin to gangu) (JP 1958), der zweite aus der kleinen, Yasuzo Masumura gewidmeten Reihe. Der ist ja nochmal einiges rasanter als "Blue Sky Maiden", wirklich frenetisch. Wir gehen mit einem kleinen Marketing-Angestellten eines von drei Süssigkeitenfabrikanten durch den Film. Die Konkurrenz zwischen den drei Firmen (Apollo, Giants und World, "unser" Laden) ist bis ins Groteske überdreht, man versucht, die Kund*innen mit den besten Geschenken oder Wettbewerben zu locken. Bei Apollo verlost man lebende Tiere (Meerschweinchen, Hamster, kleine Äffchen etc. und stellt eine Art Tarzan als Werbefigur an), Giants schreibt einen Wettbewerb für ein subventioniertes Leben (von der Wiege bis zum Uni-Abschluss) aus, während man bei World auf das Space Age setzt, Raumanzüge und Spielzeug-Raketen, -Space-Shuttles usw. herstellt. Das Tempo des Films ist von Anfang an hoch und steigert sich immer weiter, bis zum Schwindel. Und sehr deutlich wird ausgesprochen, was sich nicht nur der aktuelle Lifestyle-Teilzeit-Kanzler von seinen Untergebenen wünscht: ein guter Japaner macht immer weiter, immer weiter, bis zum Umfallen. Anders kann er sein Leben sowieso nicht finanzieren und ein Verlierer wäre er sowieso ... der Junge kriegt den Job, das neue "Gesicht" der Space-Kampagne zu begleiten, ein junges Mädchen mit von Süssigkeiten zerfressenen Zähnen, die so überdreht ist, wie der Film, dann von der Konkurrenz (einem Studienkollegen des Jungen mit deutlich kantigeren, fast westlichen Gesichtszügen) abgeworben wird, während der Junge eine Affäre mit seinem Pendant bei der dritten Firma anfängt und meint, sie aushorchen zu können, während er sich von ihr übers Ohr hauen lässt. Aus heutiger und westlicher Sicht nicht nur eine rasante Kapitalismus-Satire - die vielleicht gerade darum noch immer weh tut, weil sie so nah an der Wahrheit ist - sondern auch eine überraschend deutliche Gesellschaftskritik. Toll.
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salamandersalat
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von salamandersalat »

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After She Wakes (Regie: Dave A. Clark - USA, 2019) 4,5/10
Honeydew (Regie: Devereux Milburn - USA, 2020) [Re-Watch] 6/10
Den sidste viking (Regie: Anders Thomas Jensen - Dänemark/Schweden, 2025) 8,5/10
Welcome Home Baby (Regie: Andreas Prochaska - Österreich/Deutschland, 2025) 7,5/10
Student Body (Regie: Lee Ann Kurr - USA, 2022) 5/10
Brain Freeze (Regie: Julien Knafo - Kanada, 2021) 7/10
Leave (Regie: Alex Herron - Norwegen, 2022) [Re-Watch] 4,5/10
Xtro [Director's Cut] (Regie: Harry Bromley Davenport - Großbritannien, 1983) [Re-Watch] 8/10

Honeydew hat beim Wiedersehen enorm dazugewonnen, ich kann leider gar nicht genau sagen, warum dies so ist, denn die schönen Bilder und der ausgefuchste Soundtrack müssen schon vorher geglänzt haben. Wahrscheinlich war ich nicht in der Stimmung für Backwoods-Horror. Das hier ist The Texas Chain Saw Massacre auf schweren Beruhigungsmitteln.

Siskel & Ebert zeigen sich gegenüber Xtro natürlich wieder völlig ahnungslos:
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gypsy tail wind
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von gypsy tail wind »



Gestern im Kino A Wife Confesses (Tsuma wa kokuhaku suru) (JP 1961), Film Nummer drei (Nummer vier, wenn ich "Seisaku's Wife" vom Sommer 2025 mitzähle) von Yasuzo Masumura. Ein grosses Melodram, wieder in Schwarzweiss aber wie "Giants and Toys" im Breitformat gedreht. Die Ehefrau hat beim Klettern das Seil zerschnitten, an dem ihr Mann hing - und damit wohl sich und ihren erhofften künftigen Geliebten gerettet. Vor Gericht wird nun verhandelt, ob sie - die Pflicht einer guten Gattin, finden manche - mit ihrem Mann in den Tod hätte stürzen müssen oder nicht. Rückblenden werden in die Zeit der Verhandlung eingestreut, die die Frau in Freiheit verbringt, den Dritten aus der Klettergemeinschaft trifft, der dann tatsächlich seine Verlobung gefährdet und sich auf die Frau einlässt ... sehr intensiv, aber am Ende weniger überzeugend als die zwei knalligen artifiziellen Filme, die ich gerade gesehen habe (was für "Seisaku's Wife" wohl auch so gilt).
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Jan_Jan
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe

Beitrag von Jan_Jan »

Spider-Man: Brand New Day (Destin Daniel Cretton)

War wegen der Vorlage eigentlich null interessiert, Freunde haben mir es aber ans Herz gelegt und ich mochte es richtig gerne. Nur ein paar der Kämpfe wirken echt so als hätte jemand drauf geguckt, dass das auch ja wie im Videospiel aussieht.

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