
Ich höre gerade ... Jazz
-
redbeansandrice
- Beiträge: 541
- Registriert: 04 Dez 2023, 12:13
- Has thanked: 98 times
- Been thanked: 95 times
Re: Ich höre gerade ... Jazz
Was heute rauskam, war natürlich das Han Oh / Aldana Duoalbum, Bass und Saxophon... hab ich auch schon kurz reingehört, aber das muss nochmal gründlicher...


- gypsy tail wind
- DJ
- Beiträge: 1521
- Registriert: 15 Mär 2021, 00:06
- Has thanked: 344 times
- Been thanked: 250 times
Re: Ich höre gerade ... Jazz
Hab ich auch heruntergeladen vorhin - läuft dann hoffentlich morgen mal in Ruhe!
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #175 – 08.09.2026, 22:00
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #175 – 08.09.2026, 22:00
- gypsy tail wind
- DJ
- Beiträge: 1521
- Registriert: 15 Mär 2021, 00:06
- Has thanked: 344 times
- Been thanked: 250 times
Re: Ich höre gerade ... Jazz


Linda May Han Oh / Melissa Aldana - Beneath Lifted Skies
Don Friedman - My Romance
Das Duo-Album von Oh und Aldana lief dann doch gestern schon zum ersten Mal und gefällt mir hervorragend. Schönes Repertoire (aber es wäre nett, wenn die Namen der Komponist*innen bekannt gegeben würden - sie stehen leider auch nicht in den bei Bandcamp eh immer minimalen Tags ... Powell, Mingus, Gryce, Hancock, Shorter, Coltrane und Holiday sind dabei, letztere repertoiremässig auch noch mit "I'll Be Seing You") ... alles recht altmodisch und traditionell, bei Aldana in der Hinsicht durchaus eine Fortschreibung von "Filin" unter anderen Vorzeichen. Oh habe ich noch nie als so komplette Bassistin wahrgenommen wie hier - bin ziemlich beeindruckt und höre die Musik des Duos wirklich als komplett, da fehlt mir keine Sekunde ein Schlagzeug oder ein Klavier oder sonstwas.
Das Solo-Album von Friedman kam auch erst gerade in die Sammlung und haut mich ziemlich weg. Es ist sehr nachdenklich, eigentlich ein Balladenalbum - und ganz allein kommt (wie auch auf dem Solo-Album für die "Piano Works"-Reihe bei ACT) die Klarheit seines Spiels umso schöner zu Tragen. Auch wenn er schnelle Läufe einstreut, verliert sich die geradezu kristalline Transparenz nicht, der Touch ist wirklich toll, der Farbenreichtum beeindruckend - wohl auch dank der hervorragenden Aufnahme ("Steeplechase Digital Studio" steht ei den Produktions-Credits, aber ohne "recorded at", produziert hat natürlich Nils Winther, ist also schon davon auszugehen, dass das in Kopenhagen aufgenommen wurde). Die Stücke sind alle bestens bekannt aber halt doch hervorragend gewählt: "How Deep Is the Ocean", "These Foolish Things", "My Foolish Hear", "I Can't Get Started", "In You Own Sweet Way", das Titelstück, "My Funny Valentine", "Angel Eyes", "Sophisticated Lady" und "Darn That Dream" - ein Lieblingsstück am anderen. Nie wird das sentimental oder blumig. Wirklich beeindruckend.
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #175 – 08.09.2026, 22:00
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #175 – 08.09.2026, 22:00
-
redbeansandrice
- Beiträge: 541
- Registriert: 04 Dez 2023, 12:13
- Has thanked: 98 times
- Been thanked: 95 times
Re: Ich höre gerade ... Jazz
Ja, das mit den fehlenden credits hatte mich auch genervt, ich kenn nicht alle Sam Rivers Kompositionen auswendig...
- Mirror Man
- Beiträge: 943
- Registriert: 20 Feb 2026, 08:45
- Has thanked: 114 times
- Been thanked: 63 times
Re: Ich höre gerade ... Jazz

Guy Lafitte – His Tenor Sax & His Orchestra 1954-1959
Der Fresh Sounds Newsletter hat mich neugierig gemacht.
Re: Ich höre gerade ... Jazz

ALAN PASQUA - Milagro (Postcards, 1994)
Auf dem kurzlebigen Postcards-Label erschienen in den 1990ern vor allem Alben von und mit Paul Bley. Auf diesem zweiten Release bildet aber ein Piano Trio um Alan Pasqua, Dave Holland und Jack DeJohnette den Kern. Vier der 10 Tracks sind im Trio, auf den anderen gesellen sich noch kleine oder mittlere Bläsersätze dazu. Gelegentlich etwas gefällig aber noch mit genügend guten Momenten.
serenity now!
- gypsy tail wind
- DJ
- Beiträge: 1521
- Registriert: 15 Mär 2021, 00:06
- Has thanked: 344 times
- Been thanked: 250 times
Re: Ich höre gerade ... Jazz
Ich hab von Postcards neben den zwei Reggie Workman- und dem einen Harold Land-Album bisher nur eins mit Steve Kuhn ("Seasons of Romance"), für das die Beschreibung auch gleich passt.
Nach dem Solo-Album von Friedman zog ich das hier vom einst zurückgebliebenen Piano Trio-Stapel:

Don Friedman Trio – Almost Everything | Das überzeugt mich nicht annähernd so sehr wie das Solo-Album ... ich kann nicht genau sagen, warum, denn Friedmans Touch ist auch hier super und Ron McClure am Bass gefällt mir. Vielleicht sind die Drums von Wilson zugleich etwas zu leicht und zu schwer(fällig)? Aber auch ihn finde ich die meiste Zeit ziemlich gut. Irgendwie fällt hier für mich einfach nicht alles so zusammen, wie es das müsste, damit ein richtig tolles Album daraus würde. Nach dem Opener "On Green Dolphin Street" gibt es hier mittendrin "Emily" und auch schon (ein Jahr vor dem Solo-Album) "Darn That Dream", direkt vor Friedmans Titelstück, mit dem die CD endet. Vor "Emily" kriegen wir drei weitere Friedman-Kompositionen, danach je eine von Wilson und McClure.
Nach dem Solo-Album von Friedman zog ich das hier vom einst zurückgebliebenen Piano Trio-Stapel:

Don Friedman Trio – Almost Everything | Das überzeugt mich nicht annähernd so sehr wie das Solo-Album ... ich kann nicht genau sagen, warum, denn Friedmans Touch ist auch hier super und Ron McClure am Bass gefällt mir. Vielleicht sind die Drums von Wilson zugleich etwas zu leicht und zu schwer(fällig)? Aber auch ihn finde ich die meiste Zeit ziemlich gut. Irgendwie fällt hier für mich einfach nicht alles so zusammen, wie es das müsste, damit ein richtig tolles Album daraus würde. Nach dem Opener "On Green Dolphin Street" gibt es hier mittendrin "Emily" und auch schon (ein Jahr vor dem Solo-Album) "Darn That Dream", direkt vor Friedmans Titelstück, mit dem die CD endet. Vor "Emily" kriegen wir drei weitere Friedman-Kompositionen, danach je eine von Wilson und McClure.
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #175 – 08.09.2026, 22:00
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #175 – 08.09.2026, 22:00
- gypsy tail wind
- DJ
- Beiträge: 1521
- Registriert: 15 Mär 2021, 00:06
- Has thanked: 344 times
- Been thanked: 250 times
Re: Ich höre gerade ... Jazz
Guy Lafitte hören finde ich fast immer eine gute Idee! Ich mag die drei Alben, die drei RCA-Alben, von denen es mal CD-Reissues gab, alle sehr gerne: "Jambo" (1968), "Blues in Summertime" (1970) und "Sugar and Spice" (1972), aus derselben Zeit gibt's auch in der Jazz in Paris-Reihe noch ein feines Reissue, "Blues" (Véga, 1969), bei Black & Blue hat er auch gute Sachen herausgebracht (inkl. das späte "The Things We Did Last Summer" von 1990 mit dem jungen Jacky Terrasson), und dann ist da noch "Crossings", das wunderbare Duo-Album mit Pierre Boussaguet am Kontrabass. Das einzige, was ich schwächer finde, dürften die Sachen mit André Persiany sein (z.B. die Fresh Sound-CD "Les Classiques du Jazz - Complete Recordings), den ich (wie Claude Bolling aus der gleichen frz. Swing-Ecke) in aller Regel wenig interessant finde.Mirror Man hat geschrieben: 22 Aug 2026, 13:11 Guy Lafitte – His Tenor Sax & His Orchestra 1954-1959
Der Fresh Sounds Newsletter hat mich neugierig gemacht.
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #175 – 08.09.2026, 22:00
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #175 – 08.09.2026, 22:00
- gypsy tail wind
- DJ
- Beiträge: 1521
- Registriert: 15 Mär 2021, 00:06
- Has thanked: 344 times
- Been thanked: 250 times
Re: Ich höre gerade ... Jazz


Bill Coleman feat. Guy Lafitte – Really I Do | Das rechts ist die eine CD (links das LP-Originalcover) mit Guy Lafitte auf dem Stapel mit den Neueingängen der letzten Monate. Eine Swing-Session mit Red Richards, Bill Pemberton und Panama Francis, 1980 in Toulouse aufgenommen. Die CD aus der "Definitive Black & Blue Sessions"-Reihe (aber nicht die ältere mit dem LP-Cover) enthält noch fünf alternate Takes von der Session. Das ist eine schöne Swing-Session und ich denke es ist nicht falsch, hier Coleman als die wirklich individuelle Stimme herauszustreichen. Er singt seine Linien, da und dort vielleicht eine Spur zittriger als früher, der Ton etwas zarter, mit schönem Vibrato, und in den schnelleren Stücken immer noch mit viel Punch - und wie sein grosses Vorbild singt er auch mal noch ("You've Changed", "She's Funny That Way"), mit vermutlich über die Jahre moderater gewordenem southern drawl. Um Lafitte zu hören ist das sicher nicht das interessanteste Beispiel, aber der liefert wie üblich gute Soli ab und agiert auch als einfühlsamer Gesangs-Begleiter.
Für einen Armstrong-Schüler fast der ersten Stunde (1904 geboren) führte Coleman ein recht interessantes Leben, kam 1933 mit Lucky Millinder zum ersten, 1935 mit Freddy Taylor zum zweiten Mal nach Frankreich, spielte im selben Jahr mit dem Hot Club de France und machte Aufnahmen mit Django Reinhardt. 1937 war er zurück in Paris (und nahm dort mit Dicky Wells auf), in den späten Vierzigern tourte er dann mit einer Band durch Europa, zu der auch schon Guy Lafitte gehörte. Der Beginn einer langen Freundschaft und der Auslöser dafür, dass Coleman sich in Frankreich niederliess. 1961 lud Count Basie ihn ein, mit seiner Big Band in Antibes/Juan-les-Pins aufzutreten. Mit Teddy Matin, Jean-Pierre Mulot und Charles Barrié (kenne ich glaub ich alle überhaupt nicht) tourte Colemans Band 1971/72 durch Westafrika und Algerien, 1975 kriegte er den ordre du mérite national, leitete dann eine Band mit Leuten aus dem Languedoc und machte de Region Gers zu seiner Heimat, wo er 1981 in Cadeillan bestattet wurde. Coleman spielte natürlich über die Jahre mit all den französischen Swing-Musikern, die teils aus der Dixieland-Szene um Bechet stammten ... ich hab z.B. irgendwo auch eine CD mit einer Live-Aufnahme aus dem Caveau de la Huchette mit dem Quintett von Dany Doriz, die ich mal aus einem Second-Hand-Laden mitnahm. Natürlich spielte Coleman auch mit Don Byas, Ben Webster und anderen Expats, auch mit dem Veteranen Albert Nicholas. Das beste Album mit Guy Lafitte ist sicherlich die Live-Aufnahmen vom Auftritt in Montreux im Jahr 1973 - da ist dann auch eine etwas modernere/offenere Rhythmusgruppe dabei (Marc Hemmeler, Jack Sewing, Daniel Humair).
Red Richards finde ich hier auch ganz gut - der hat auch die ganzen Credits von Dixieland bis Swing: Pee Wee Russell, Vic Dickenson, Buck Clayton, Muggsy Spanier ... und ist (mit Bill Pemberton) auch auf dem Black and Blue-Doppelalbum von Panama Francis dabei ("Gettin' In The Groove", ich hab die gleichnamige CD aus der "Definitive"-Reihe mit zehn der siebzehn Stücke der LP und drei neuen alternate Takes). Wie so oft bei Black and Blue wurden dieselben Sidemen in unterschiedlichen Konstellationen wieder eingesetzt (aber Lafitte kriegte etwas modernere Bands, wobei lustigerweise 1994 bei seinem letzten B&B-Album Hemmeler und Sewing auch wieder dabei sind, die 1973 in Montreux mitwirkten - aber der Montreux-Mitschnitt kam ja bei Black Lion heraus).
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #175 – 08.09.2026, 22:00
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #175 – 08.09.2026, 22:00
-
redbeansandrice
- Beiträge: 541
- Registriert: 04 Dez 2023, 12:13
- Has thanked: 98 times
- Been thanked: 95 times
Re: Ich höre gerade ... Jazz

Emmett Berry and his Orchestra
dan leg ich auch was mit Lafitte auf, hier mitte der 50er mit einem tollen Trompeter und einer guten, aber etwas gemischten amerikanischen Rhythmusgruppe, Sammy Price, Pops Foster und Freddie Moore...