Ben Webster & Buck Clayton – Ben and Buck | Gestern spät dieser Mitschnitt aus Baden, wo die beiden Stars auf ihrer Europa-Tour im Juni 1967 mit lokaler Rhythmusgruppe Halt machten. Für Clayton war das - war mir gar nicht bewusst - das letzte Jahr, in dem er ordentlich spielen konnte. Danach war seine Lippe hinüber und bei seinen letzten Aufnahmen 1968 (oder 1969?) war er froh, wenn er sich durch ein Thema mogeln konnte, an ein Solo war nicht mehr zu denken. Webster und er hatten beide schon mit dem westschweizer Pianisten Henri Chaix gespielt, das Set wirkt sehr entspannt, oft fast schon sanft, aber immer swingend und mit gut aufgelegten Stars (Webster kriegt drei, Clayton zwei Solo-Features). Chaix hat einen schönen Touch, aber ist weder in den Intros noch den Solos besonders interessant, Alain Du Bois und Romano Cavicchiolo an Rhythmusgitarre und Drums spielten mit, die eine bemerkenswerte Stimme in der Begleitung ist wenig überraschend Isla Eckinger am Kontrabass, der zwischendurch aufhorchen lässt. Das Repertoire ist eher Ellington als Basie geprägt, nach "Now's the Time" (hier als "The Hucklebuck" ausgegeben, kann man machen, aber manchmal geht die Anti-Bop-Kampagne von Sackville schon etwas weit) gibt es u.a. "Perdido", "C Jam Blues", "Satin Doll" und "In a Mellow Tone", eins von Claytons Feature-Stücken ist dann "Topsy", beide spielen auch je einen Standard ("I Want a Little Girl" folgt auf den Basie-Klassiker, bei Webster ist es "My Romance") und zum Abschluss hören wir "Sunday" (hat Webster auch anderswo aufgenommen - seine Präferenzen scheinen das Repertoire schon ziemlich zu dominieren). Erschienen ist das Konzert 1994 (glaub die Liner Notes sind datiert) in Kanada bei Sackville.
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #174 – 11.08.2026, 22:00