Die Absichten mögen bei Hartman "bessere" gewesen sein. Aber unterm Strich ist er inkompetent und seiner Aufgabe nicht gewachsen. Auch wenn er von dem Code Red an Gomer Pyle nichts mitbekommen haben sollte (Fehler 1), hätte er merken müssen, dass Pyle an der Ausbildung psychisch zerbrochen ist und als Soldat nicht geeignet (Fehler 2). Dazu kommt dann noch die fatale Fehleinschätzung der Situation auf der Toilette (Fehler 3).motörwolf hat geschrieben: 30 Mär 2026, 22:54Sorry, dann bist du zur Charakter-Beurteilungs-Kommission in der Causa Himmelstoß und Hartman nicht länger zugelassen. Wegen BefangenheitTalking Head hat geschrieben: 30 Mär 2026, 22:11Sorry, aber das bewerte ich, vielleicht auch auf Grund eigener Erfahrungen, ein wenig anders. Ein "Schleifer" ist ein Schleifer und auch Himmelstoß kämpft ja nach einem kurzen Moment der Feigheit patriotisch in diesem sinnlosen Kampf.motörwolf hat geschrieben: 30 Mär 2026, 21:03 Bei Himmelstoß hatte ich immer den Eindruck, er liebe das Schinden um des Schindens Willen. Gunny Hartman dagegen habe ich immer als jemanden gesehen, der tatsächlich das Beste für seine Rekruten will. Also aus militärischer Sicht. Er will sie hart, widerstands- und leidensfähig, damit sie erstens den USA als Waffe dienen können und zweitens dabei möglichst nicht krepieren. Aus Sicht des Rekruten mag das irrelevant sein, weil es sich gleich anfühlt. Trotzdem bewerte ich beide Figuren ziemlich unterschiedlich.![]()
Der letzte Film, den ich gesehen habe
Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Ja, die "Hartmänner" dieser Welt verlieren oft den Überblick und manchmal auch das Leben, wenn es ernst wirdNvF hat geschrieben: 31 Mär 2026, 14:21Die Absichten mögen bei Hartman "bessere" gewesen sein. Aber unterm Strich ist er inkompetent und seiner Aufgabe nicht gewachsen. Auch wenn er von dem Code Red an Gomer Pyle nichts mitbekommen haben sollte (Fehler 1), hätte er merken müssen, dass Pyle an der Ausbildung psychisch zerbrochen ist und als Soldat nicht geeignet (Fehler 2). Dazu kommt dann noch die fatale Fehleinschätzung der Situation auf der Toilette (Fehler 3).motörwolf hat geschrieben: 30 Mär 2026, 22:54Sorry, dann bist du zur Charakter-Beurteilungs-Kommission in der Causa Himmelstoß und Hartman nicht länger zugelassen. Wegen BefangenheitTalking Head hat geschrieben: 30 Mär 2026, 22:11
Sorry, aber das bewerte ich, vielleicht auch auf Grund eigener Erfahrungen, ein wenig anders. Ein "Schleifer" ist ein Schleifer und auch Himmelstoß kämpft ja nach einem kurzen Moment der Feigheit patriotisch in diesem sinnlosen Kampf.![]()
Über Full Metal Jacket könnte man aber noch viele andere interessante Diskussionen über menschliche Charaktere führen. Eben ein sehr aufschlussreicher Film.
Der Film müsste wohl in meine TOP 10 meiner TOP 100 Filme, wenn ich es mal schaffe, eine solche zu erstellen.
Das Leben als Pensionär ist einfach nur geil!
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Der Rest vom März:
Leningrad Cowboys Go America (Aki Kaurismäki, 1989) 7/10
Erfolglose „sibirische“ Band mit den wildesten Haartollen ever versucht ihr Glück in Amerika. Das Ergebnis: ein Roadtrip von New York bis nach Mexiko, erst im schwarzen, später im weißen Stretch-Cadillac. Immer skurril, manchmal subtil, manchmal ein wenig platt. Vielleicht der quatschigste Film von Kaurismäki (abgesehen vom Nachfolger „Leningrad Cowboys Meet Moses“, den ich nicht gesehen habe), aber trotzdem schön.
Als Vorfilm gab es „Cops“ von Edward F. Cline und Buster Keaton, aber unter so schlechten Bedingungen, dass ich zum Film nichts schreiben mag. Es fehlte meines Erachtens fast die Hälfte, der Film war unscharf und die eigentlich vorhandene Tonspur konnte nicht abgespielt werden. Zwischendrin blieb der Film auch noch hängen und brannte durch. Selten so ein komplettes Fiasko erlebt.
Pulp Fiction (Quentin Tarantino, 1994) 10/10
Über „Pulp Fiction“ ist wahrscheinlich alles schon geschrieben. Ich habe den Film jetzt das erste Mal im Kino und auf einer richtig großen Leinwand gesehen. Für mich immer noch einer der besten Filme der 90er Jahre. Alle Episoden sind stark, aber es ist das Gesamtpaket aus visuellem Style, Popkulturzitaten (Film und anderes), Musik und nicht-linearer Erzählweise, das überzeugt.
La Grazia (Paolo Sorrentino, 2025) 8/10
Ich hatte vorher von Sorrentino vorher nur „La Grande Bellezza“ gesehen, den ich zwar nicht schlecht fand, aber doch ein wenig aufgeblasen und möchtegern-felliniesk. „La Grazia“ hat mir jetzt wesentlich mehr zugesagt – weil die Bilder weiterhin toll sind, gleichzeitig aber die Story mehr Substanz hat und die Figuren interessanter sind. Erzählt wird die Geschichte der letzten Tage im Amt eines fiktiven italienischen Staatspräsidenten – zur Abwechslung mal die eines ehrlichen Politikers. Wiederkehrernde Motive sind das Altern, Familie und Freundschaften und immer wieder das Hinausschieben von Entscheidungen. Dabei kommt bei aller Ernsthaftigkeit auch der Humor nicht zu kurz. Ich würde Fellini immer noch als Vorbild nennen, aber Sorrentino hat natürlich längst seinen eigenen Stil gefunden.
Sorcerer (William Friedkin, 1977) 8/10
Vor über 40 Jahren hat ein Sandkasten-Kumpel von mir mal aufgeregt von einem Film erzählt, in dem eine Gruppe von Männern Nitroglyzerin (eigentlich zerfallendes Dynamit) mit LKWs über holprige und schlammige Dschungelpisten transportiert. Ich bin mir relativ sicher, dass er „Sorcerer“ gemeint hat, obwohl es natürlich auch noch das Vorbild „Le salaire de la peur“ von Henri-Georges Clouzot gibt.
Der Film hat auch viel, was einem Elfjährigen gefallen würde. Ich frage mich allerdings, wieviel Carsten K. damals mit der ersten Stunde des Films anfangen konnte, in der sich Friedkin seeehr viel Zeit für die Vorgeschichte der einzelnen Figuren nimmt – allesamt Männer, die vor ihrer eigenen Vergangenheit flüchten. Mir hat das sehr gefallen, zumal Friedkin hier ein grandioses Set Piece nach dem anderen aneinanderreiht. Tatsächlich aber macht das „The Sorcerer“ quasi zu zwei verschienenen Filmen. Der eigentliche Hauptteil des Films ist ebenfalls toll – schwitzig, dreckig, nur in ein paar Szenen etwas zu dick aufgetragen. Die Erzählweise mutet manchmal ein wenig merkwürdig an in dem, was im Film gezeigt wird, und was nicht. Eventuell sind da ein paar Schnitte nicht ganz freiwillig erfolgt. Ein Lieblingsfilm von Tarantino, was auch immer das heißen mag.
La ragazza dal pigiama giallo (Flavio Mogherini, 1978) 6,5/10
Manchmal reicht ein Sterne- oder Punktesystem einfach nicht aus, um einen halbwegs vernünftigen Eindruck von einem Film zu vermitteln. So auch bei diesem in Australien gedrehten Spät-Giallo von Flavio Mogherini. Mogherini war zunächst Produktionsdesigner und Kostümbildner (unter anderem für Pasolini), bevor er seine ersten Filme als Regisseur drehte. In „La ragazza dal pigiama giallo“ geben sich der Trash und das Erhabene die Klinke wiederholt in die Hand. Das Grandioseste ist sicherlich der Aufbau des Films, aber vielleicht ist es besser, wenn man vorab nicht zu viel darüber weiß. Der Film basiert auf einem wahren Verbrechen aus den 1930er Jahren und handelt vom Fund einer teilweise verbrannten Frauenleiche. In der Hoffnung auf mögliche Hinweise wird die Leiche öffentlich in einem Formaldehyd-Tank ausgestellt (keine absurde Idee der Drehbuchautoren, sondern so ähnlich historisch verbürgt). Die entsprechende Szene ist definitiv ein weiteres Highlight des Films. Ray Milland spielt einen Polizeibeamten, der eigens für diesen Fall aus dem Ruhestand zurückgeholt wird. Auch wenn sein Auftritt keine Vollkatastrophe ist, vermittelt er doch den Eindruck, dass er während des Drehs nur selten wirklich nüchtern war. Ansonsten gibt es einige Versatzstücke, wie sie aus anderen Filmen dieses und angrenzender Genres bekannt sind. Gelungene Fotografie, wie nicht anders zu erwarten. Wegen der angesprochenen Highlights und einiger weiterer definitiv eine Empfehlung, nicht nur für Fans des Genres.
Leningrad Cowboys Go America (Aki Kaurismäki, 1989) 7/10
Erfolglose „sibirische“ Band mit den wildesten Haartollen ever versucht ihr Glück in Amerika. Das Ergebnis: ein Roadtrip von New York bis nach Mexiko, erst im schwarzen, später im weißen Stretch-Cadillac. Immer skurril, manchmal subtil, manchmal ein wenig platt. Vielleicht der quatschigste Film von Kaurismäki (abgesehen vom Nachfolger „Leningrad Cowboys Meet Moses“, den ich nicht gesehen habe), aber trotzdem schön.
Als Vorfilm gab es „Cops“ von Edward F. Cline und Buster Keaton, aber unter so schlechten Bedingungen, dass ich zum Film nichts schreiben mag. Es fehlte meines Erachtens fast die Hälfte, der Film war unscharf und die eigentlich vorhandene Tonspur konnte nicht abgespielt werden. Zwischendrin blieb der Film auch noch hängen und brannte durch. Selten so ein komplettes Fiasko erlebt.
Pulp Fiction (Quentin Tarantino, 1994) 10/10
Über „Pulp Fiction“ ist wahrscheinlich alles schon geschrieben. Ich habe den Film jetzt das erste Mal im Kino und auf einer richtig großen Leinwand gesehen. Für mich immer noch einer der besten Filme der 90er Jahre. Alle Episoden sind stark, aber es ist das Gesamtpaket aus visuellem Style, Popkulturzitaten (Film und anderes), Musik und nicht-linearer Erzählweise, das überzeugt.
La Grazia (Paolo Sorrentino, 2025) 8/10
Ich hatte vorher von Sorrentino vorher nur „La Grande Bellezza“ gesehen, den ich zwar nicht schlecht fand, aber doch ein wenig aufgeblasen und möchtegern-felliniesk. „La Grazia“ hat mir jetzt wesentlich mehr zugesagt – weil die Bilder weiterhin toll sind, gleichzeitig aber die Story mehr Substanz hat und die Figuren interessanter sind. Erzählt wird die Geschichte der letzten Tage im Amt eines fiktiven italienischen Staatspräsidenten – zur Abwechslung mal die eines ehrlichen Politikers. Wiederkehrernde Motive sind das Altern, Familie und Freundschaften und immer wieder das Hinausschieben von Entscheidungen. Dabei kommt bei aller Ernsthaftigkeit auch der Humor nicht zu kurz. Ich würde Fellini immer noch als Vorbild nennen, aber Sorrentino hat natürlich längst seinen eigenen Stil gefunden.
Sorcerer (William Friedkin, 1977) 8/10
Vor über 40 Jahren hat ein Sandkasten-Kumpel von mir mal aufgeregt von einem Film erzählt, in dem eine Gruppe von Männern Nitroglyzerin (eigentlich zerfallendes Dynamit) mit LKWs über holprige und schlammige Dschungelpisten transportiert. Ich bin mir relativ sicher, dass er „Sorcerer“ gemeint hat, obwohl es natürlich auch noch das Vorbild „Le salaire de la peur“ von Henri-Georges Clouzot gibt.
Der Film hat auch viel, was einem Elfjährigen gefallen würde. Ich frage mich allerdings, wieviel Carsten K. damals mit der ersten Stunde des Films anfangen konnte, in der sich Friedkin seeehr viel Zeit für die Vorgeschichte der einzelnen Figuren nimmt – allesamt Männer, die vor ihrer eigenen Vergangenheit flüchten. Mir hat das sehr gefallen, zumal Friedkin hier ein grandioses Set Piece nach dem anderen aneinanderreiht. Tatsächlich aber macht das „The Sorcerer“ quasi zu zwei verschienenen Filmen. Der eigentliche Hauptteil des Films ist ebenfalls toll – schwitzig, dreckig, nur in ein paar Szenen etwas zu dick aufgetragen. Die Erzählweise mutet manchmal ein wenig merkwürdig an in dem, was im Film gezeigt wird, und was nicht. Eventuell sind da ein paar Schnitte nicht ganz freiwillig erfolgt. Ein Lieblingsfilm von Tarantino, was auch immer das heißen mag.
La ragazza dal pigiama giallo (Flavio Mogherini, 1978) 6,5/10
Manchmal reicht ein Sterne- oder Punktesystem einfach nicht aus, um einen halbwegs vernünftigen Eindruck von einem Film zu vermitteln. So auch bei diesem in Australien gedrehten Spät-Giallo von Flavio Mogherini. Mogherini war zunächst Produktionsdesigner und Kostümbildner (unter anderem für Pasolini), bevor er seine ersten Filme als Regisseur drehte. In „La ragazza dal pigiama giallo“ geben sich der Trash und das Erhabene die Klinke wiederholt in die Hand. Das Grandioseste ist sicherlich der Aufbau des Films, aber vielleicht ist es besser, wenn man vorab nicht zu viel darüber weiß. Der Film basiert auf einem wahren Verbrechen aus den 1930er Jahren und handelt vom Fund einer teilweise verbrannten Frauenleiche. In der Hoffnung auf mögliche Hinweise wird die Leiche öffentlich in einem Formaldehyd-Tank ausgestellt (keine absurde Idee der Drehbuchautoren, sondern so ähnlich historisch verbürgt). Die entsprechende Szene ist definitiv ein weiteres Highlight des Films. Ray Milland spielt einen Polizeibeamten, der eigens für diesen Fall aus dem Ruhestand zurückgeholt wird. Auch wenn sein Auftritt keine Vollkatastrophe ist, vermittelt er doch den Eindruck, dass er während des Drehs nur selten wirklich nüchtern war. Ansonsten gibt es einige Versatzstücke, wie sie aus anderen Filmen dieses und angrenzender Genres bekannt sind. Gelungene Fotografie, wie nicht anders zu erwarten. Wegen der angesprochenen Highlights und einiger weiterer definitiv eine Empfehlung, nicht nur für Fans des Genres.
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Die letzten Tage im Kino (Do ein Doublefeature mit "Right Now..." und danach der ehrenwerten (bzw. Kongressabgeordneten) Angelina:
Right Now, Wrong Then (Ji-geum-eun-mat-go-geu-ddae-neun-teul-li-da) (KR 2015)
On the Beach at Night Alone (Bamui haebyun-eoseo honja) (KR/DE 2017)
Der Einstieg ins Werk von Hong Sangsoo ... mumblecore und slow cinema auf koreanische Art. Dass das für den westlichen bzw. den Arthouse-Markt produzierte Filme sind, glaub ich sofort. Dass ich beim zweiten schon dachte, die ganzen Routinen - und das halbe Personal (Kim Min-hee, Jung Jae-young und Seo Young-hwa spielen in beiden Filmen mit) - zu kennen, hatte ich nach Lektüre des Einführungstextes im Programmheft auch so ähnlich erwartet. Die Musik hat er zwar zu der Zeit noch nicht selbst gemacht (und beim Berlinale-Film gibt's sogar Schubert), aber billige Synthesizer/Orgelmusik gibt's auch 2015 schon. Gehört wohl alles zum Charme dazu. Dass der erste Film in der Mitte neu ansetzt und dieselbe Geschichte in einer anderen Variante neu erzählt, finde ich eine tolle Idee (schade aber, dass die schöne Eisbahn-Szene nicht wiederholt wurde, überhaupt die Nebenrolle der jungen Helferin vom Festival, die auch Regieassistentin sein möchte und Fahrerin ist, rausgefallen ist - wird nicht mal im Wiki-Eintrag erwähnt). Allerdings ging mir der Typ so gehörig auf die Nerven, dass es schon etwas Geduld brauchte. Weinerlichen Männer beim Klagen über die Welt zuhören mag ich eigentlich nach einem halben Leben nicht mehr - wenn sie nur halb so viel Energie in die Abschaffung des Patriarchats investieren würde wie ins Selbstmitleid, wäre die Welt längst ein besserer Ort. Und die Sauferei - ein zentrales Thema, wie es scheint - ist auch nicht mein Fall. Aber gut ... die zweite Episode ist jetzt richtig, dafür stimmt das Vorher nicht mehr (stimmt ja, die Eisbahn-Szene ist weg und das ist falsch) - und der Typ nicht mehr ganz so übel wie in der ersten.
Der Berliner Film aus Hamburg dann, und aus Gangneung, lebt tatsächlich sehr von der Hauptdarstellerin Kim Min-hee - die einen Aspekt der eigenen Biographie spielt, ihre öffentlich gewordene Affäre mit dem Regisseur, der in Wahrheit derjenige hinter der Kamera ist. Die erste Szene in Deutschland endet am Meer - wo Kims Figur am Ende von einem Mann über die Schulter gepackt und weggetragen wird ... ohne weitere Erklärungen, klar doch - aber vor den deutschen Freunden möchte ich auch fliehen. Teil zwei endet quasi wieder am Strand, aber nicht mehr im winterlich grauen Norddeutschland sondern im sonnigen Korea. Kims Figur schläft ein und träumt von einem Wiedersehen mit dem Regisseur und seiner Entourage. Es wiederholt sich die in "... Wrong Then" schon zweimal durgespielte Essensszene mit der Kamera am einen Kopfende des Tisches, dem Gelaber, der Figur, die aus der Rolle fällt: dort der besoffene Regisseur, hier die impulsive Darstellerin, die die ganze Heuchelei nicht mehr aushalten kann - wer mag es ihr verübeln - und den Regisseur konfrontiert, aber auch eine Art Versöhnung findet.
Die Filme sickern noch ein - slow cinema halt - und da ist eine Mischung aus Faszination und Ärger, aber auch eine Neugierde darauf, mehr von diesem einen grossen Film zu sehen, den Hong uns erzählt. Heute geht es in der Spätvorstellung mit "On the Occasion of Remembering the Turning Gate" weiter.
Lʼonorevole Angelina (IT 1947) - nach dem Hong-Einstieg gab es noch diesen neorealistischen Film von Luigi Zampa, ein Starvehikel für Anna Magnani, der die Drehbuchautorin Suso Cecchi d'Amico Freundin und Komplizin war - "Suso Cecchi DʼAmico: Drehbuchautorin, Handwerkerin, Komplizin" heisst die Reihe. Magnani also, eine Wucht wie immer, als Frau im Slum in Rom, ihr Mann ein Polizist, vier oder fünf Kinder, kein Wasser, kein Essen, keine adäquate Wohnung, weil alles in Korruption versickert. Alltagsszenen, der Aufstand der Frauen: man plündert das Lager des Lebensmittelhändlers, der die Ware vom Staat lieber auf dem Schwarzmarkt vertickt, man protestiert bei den Ämtern, bis das Wasser wieder fliesst, der Bus bis ins Viertel fährt, man besetzt nach der jährlichen Überschwemmung leerstehende Neubauten, die den Armen versprochen waren, die sie aber dennoch nicht kriegen sollen - mit Magnani an ihrer Spitze, der Film ist auch ein Starvehikel -, um die Dinge zu ändern. Das führt so weit, dass Angelina (Magnani) für die Abgeordnetenkammer des Parlaments nominiert wird ... aber am Ende merkt, dass sie darob ihre Familie (vom Säugling bis zum jungen Mann, der bereits von der Popularität der Mutter profitiert und sich auf Pump ein Motorrad leistet - da ist es wieder, das Patriarchat) vernachlässigen müsste, sich am Ende also für die Familie entscheidet - mit der Ansage, dass sie sich der Politik weiterhin in ihrem Viertel widmen werde und gegen alles protestieren werde, was ungerecht sei, denn protestieren könne sie schliesslich gut, Politik hingegen nicht.
Risate di gioia (IT 1960) - gestern in der Spätvorstellung nochmal Magnani, dieses Mal in einer Komödie von Mario Monicelli. Silvester in Rom, los geht's in Cinecittà beim Dreh einer Massenszene, die Komparsin Tortorella (Magnani, eine "disgraziata" wie im Film von 13 Jahren früher) brüllt in der Menge "miracolo, miracolo" und eilt dann raus, um wegzukommen und zu feiern. Die Garderobiere lädt sie zu einer Party ein ... und ab da geht alles schief. Mit dem Versicherungsbetrüger und Kollegen Umberto (Totò) will sie feiern, doch der wird angeheuert, dem Taschendieb Lello (Ben Gazzara) zur Hand zu gehen, da dieser sein Handwerk nur beherrscht, wenn ihm jemand sofort den Stoff abnimmt und diesen versteckt. Rasant geht es durch Rom, nachdem die Freunde Magnani zunächst an der Piazza della Repulica am Brunnen sitzen lassen (mit ihr wären sie 13, so kann das neue Jahr nicht beginnen). Im Nachtclub gewinnen die beiden davon schon einen Nebenpreis der Lotterie und führen mit dem Orchester einen Song auf, während Gazzara - den Magnani für einen Bewunderer hält, nicht für Totòs ungeduldig Zeichen gebenden Auftraggeber - im Trubel eine Brosche entwendet, aber auch das geht schief. In der letzten U-Bahn an den Stadtrand gestrandet und danach mit Zeitungen unter dem Abendkleid und der Fuchsstola auf dem Motorrad findet Magnani dann doch nocht zum Palazzo dei Ricevimenti e dei Congressi in EUR - wo natürlich die anderen beiden wieder sind, und auch ein bekloppter Ami, der ihnen davor schon über den Weg lief (wie man auch den U-Bahn-Fahrer zu Beginn des Filmes sieht - verarscht von seiner Frau und ganzen Familie, die hinter seinem Rücken eine grosse Party organisieren). Weiter geht's, immer weiter, man trifft andere Gauner, die es auch auf den Ami abgesehen haben, trennt sich wieder von ihnen, landet in einer Party von deutschen Adligen (Totò will wissen, wer denn den verdammten Krieg gemacht hat, nachdem diese alle behaupten, keinen Dienst getan zu haben), am Ende in der Kirche, wo Magnani nochmal ihre "miracolo"-Rufe wiederholen kann - was sie aber nicht vor einem halben Jahr im Knast schützt ... am Ende kommt sie raus, es ist jetzt Sommer, das Duo Magnani/Totò am Tiber mit dem Regenschirm, den Totò mit dem Los von Silvester verbilligt kaufen konnte, die von den Motten zerfressene Stola fliegt in den Fluss, wo ein paar schöne Jungs vorbeirudern ... ein grosses Vergnügen, vor allem dank der drei Hauptdarsteller*innen. Und klar, Gazzara ist synchronisiert - die anderen ja alle auch, aber von sich selbst halt. Dass Filme ohne Live-Ton gemacht werden, wird zu Beginn bei den Dreharbeiten klar, wo zwar alle rumbrüllen, aber auch Leute von der Produktion ständig Anweisungen rufen.
--
Dazu im Heimkino:
No Sudden Move (USA 2021) - ich glaub Soderbergh ist immer dann nach meinem Geschmack, wenn er "kleine" Genrefilme macht - also z.B. hier, mit einem period piece, das die Geschichte von ein paar Kleinganoven erzählt (Don Cheadle und Benicio del Toro), die als Handlanger der Spur folgen und Schritt für Schritt das grosse Komplott entlarven, das ihnen eigentlich völlig egal ist (es geht um die - über 20 Jahre lang erfolgreichen - Bemühungen der grossen Autofirmen, die Vorgaben zu Katalysatoren zu unterlaufen). Gedreht wurde mit einer anamorphen Linse, die die Ränder des Bildes stark verzerrt. Anscheinend war zunächst geplant, diese Bereiche später wegzuschneiden, doch soll Soderbergh der Effekt so gut gefallen haben, dass das nicht geschah. Die digitale Glätte der Produktion (inkl. schlechte Blaufilter-Effekte usw.) ist das, was ich kritisieren würde (gerade nach den zwei italienischen Filmen auf 35mm im Kino). Alles viel zu aufgeräumt halt, zumindest bei den Aussenszenen (How ya goin' Baz?) - die ganze Ausstattung bei den Innenszenen fand ich gut gemacht.
L'Heure d'été (FR 2008) - ein re-watch, schöner Ensemblefilm von Olivier Assayas mit einem starken Cast um eine Patriarchin (Édith Scob) und ihre drei Kinder, die sich nach deren Tod um die Hinterlassenschaft kümmern müssen und ihre divergierenden Interessen nicht ein Einklang, ihre eigenen Probleme nicht in den Griff kriegen. Alles von einer eleganten Beiläufigkeit und Menschlichkeit (noch sowas, was dem grossen Kino der letzten Jahrzehnte zu oft entgeht, auch Soderbergh letztlich die meiste Zeit - in diese Plattheitsfalle geht zum Glück Assayas nicht), auch wird nicht ständig alles nicht im Detail auserzählt, was ich auch schätze.
Right Now, Wrong Then (Ji-geum-eun-mat-go-geu-ddae-neun-teul-li-da) (KR 2015)
On the Beach at Night Alone (Bamui haebyun-eoseo honja) (KR/DE 2017)
Der Einstieg ins Werk von Hong Sangsoo ... mumblecore und slow cinema auf koreanische Art. Dass das für den westlichen bzw. den Arthouse-Markt produzierte Filme sind, glaub ich sofort. Dass ich beim zweiten schon dachte, die ganzen Routinen - und das halbe Personal (Kim Min-hee, Jung Jae-young und Seo Young-hwa spielen in beiden Filmen mit) - zu kennen, hatte ich nach Lektüre des Einführungstextes im Programmheft auch so ähnlich erwartet. Die Musik hat er zwar zu der Zeit noch nicht selbst gemacht (und beim Berlinale-Film gibt's sogar Schubert), aber billige Synthesizer/Orgelmusik gibt's auch 2015 schon. Gehört wohl alles zum Charme dazu. Dass der erste Film in der Mitte neu ansetzt und dieselbe Geschichte in einer anderen Variante neu erzählt, finde ich eine tolle Idee (schade aber, dass die schöne Eisbahn-Szene nicht wiederholt wurde, überhaupt die Nebenrolle der jungen Helferin vom Festival, die auch Regieassistentin sein möchte und Fahrerin ist, rausgefallen ist - wird nicht mal im Wiki-Eintrag erwähnt). Allerdings ging mir der Typ so gehörig auf die Nerven, dass es schon etwas Geduld brauchte. Weinerlichen Männer beim Klagen über die Welt zuhören mag ich eigentlich nach einem halben Leben nicht mehr - wenn sie nur halb so viel Energie in die Abschaffung des Patriarchats investieren würde wie ins Selbstmitleid, wäre die Welt längst ein besserer Ort. Und die Sauferei - ein zentrales Thema, wie es scheint - ist auch nicht mein Fall. Aber gut ... die zweite Episode ist jetzt richtig, dafür stimmt das Vorher nicht mehr (stimmt ja, die Eisbahn-Szene ist weg und das ist falsch) - und der Typ nicht mehr ganz so übel wie in der ersten.
Der Berliner Film aus Hamburg dann, und aus Gangneung, lebt tatsächlich sehr von der Hauptdarstellerin Kim Min-hee - die einen Aspekt der eigenen Biographie spielt, ihre öffentlich gewordene Affäre mit dem Regisseur, der in Wahrheit derjenige hinter der Kamera ist. Die erste Szene in Deutschland endet am Meer - wo Kims Figur am Ende von einem Mann über die Schulter gepackt und weggetragen wird ... ohne weitere Erklärungen, klar doch - aber vor den deutschen Freunden möchte ich auch fliehen. Teil zwei endet quasi wieder am Strand, aber nicht mehr im winterlich grauen Norddeutschland sondern im sonnigen Korea. Kims Figur schläft ein und träumt von einem Wiedersehen mit dem Regisseur und seiner Entourage. Es wiederholt sich die in "... Wrong Then" schon zweimal durgespielte Essensszene mit der Kamera am einen Kopfende des Tisches, dem Gelaber, der Figur, die aus der Rolle fällt: dort der besoffene Regisseur, hier die impulsive Darstellerin, die die ganze Heuchelei nicht mehr aushalten kann - wer mag es ihr verübeln - und den Regisseur konfrontiert, aber auch eine Art Versöhnung findet.
Die Filme sickern noch ein - slow cinema halt - und da ist eine Mischung aus Faszination und Ärger, aber auch eine Neugierde darauf, mehr von diesem einen grossen Film zu sehen, den Hong uns erzählt. Heute geht es in der Spätvorstellung mit "On the Occasion of Remembering the Turning Gate" weiter.
Lʼonorevole Angelina (IT 1947) - nach dem Hong-Einstieg gab es noch diesen neorealistischen Film von Luigi Zampa, ein Starvehikel für Anna Magnani, der die Drehbuchautorin Suso Cecchi d'Amico Freundin und Komplizin war - "Suso Cecchi DʼAmico: Drehbuchautorin, Handwerkerin, Komplizin" heisst die Reihe. Magnani also, eine Wucht wie immer, als Frau im Slum in Rom, ihr Mann ein Polizist, vier oder fünf Kinder, kein Wasser, kein Essen, keine adäquate Wohnung, weil alles in Korruption versickert. Alltagsszenen, der Aufstand der Frauen: man plündert das Lager des Lebensmittelhändlers, der die Ware vom Staat lieber auf dem Schwarzmarkt vertickt, man protestiert bei den Ämtern, bis das Wasser wieder fliesst, der Bus bis ins Viertel fährt, man besetzt nach der jährlichen Überschwemmung leerstehende Neubauten, die den Armen versprochen waren, die sie aber dennoch nicht kriegen sollen - mit Magnani an ihrer Spitze, der Film ist auch ein Starvehikel -, um die Dinge zu ändern. Das führt so weit, dass Angelina (Magnani) für die Abgeordnetenkammer des Parlaments nominiert wird ... aber am Ende merkt, dass sie darob ihre Familie (vom Säugling bis zum jungen Mann, der bereits von der Popularität der Mutter profitiert und sich auf Pump ein Motorrad leistet - da ist es wieder, das Patriarchat) vernachlässigen müsste, sich am Ende also für die Familie entscheidet - mit der Ansage, dass sie sich der Politik weiterhin in ihrem Viertel widmen werde und gegen alles protestieren werde, was ungerecht sei, denn protestieren könne sie schliesslich gut, Politik hingegen nicht.
Risate di gioia (IT 1960) - gestern in der Spätvorstellung nochmal Magnani, dieses Mal in einer Komödie von Mario Monicelli. Silvester in Rom, los geht's in Cinecittà beim Dreh einer Massenszene, die Komparsin Tortorella (Magnani, eine "disgraziata" wie im Film von 13 Jahren früher) brüllt in der Menge "miracolo, miracolo" und eilt dann raus, um wegzukommen und zu feiern. Die Garderobiere lädt sie zu einer Party ein ... und ab da geht alles schief. Mit dem Versicherungsbetrüger und Kollegen Umberto (Totò) will sie feiern, doch der wird angeheuert, dem Taschendieb Lello (Ben Gazzara) zur Hand zu gehen, da dieser sein Handwerk nur beherrscht, wenn ihm jemand sofort den Stoff abnimmt und diesen versteckt. Rasant geht es durch Rom, nachdem die Freunde Magnani zunächst an der Piazza della Repulica am Brunnen sitzen lassen (mit ihr wären sie 13, so kann das neue Jahr nicht beginnen). Im Nachtclub gewinnen die beiden davon schon einen Nebenpreis der Lotterie und führen mit dem Orchester einen Song auf, während Gazzara - den Magnani für einen Bewunderer hält, nicht für Totòs ungeduldig Zeichen gebenden Auftraggeber - im Trubel eine Brosche entwendet, aber auch das geht schief. In der letzten U-Bahn an den Stadtrand gestrandet und danach mit Zeitungen unter dem Abendkleid und der Fuchsstola auf dem Motorrad findet Magnani dann doch nocht zum Palazzo dei Ricevimenti e dei Congressi in EUR - wo natürlich die anderen beiden wieder sind, und auch ein bekloppter Ami, der ihnen davor schon über den Weg lief (wie man auch den U-Bahn-Fahrer zu Beginn des Filmes sieht - verarscht von seiner Frau und ganzen Familie, die hinter seinem Rücken eine grosse Party organisieren). Weiter geht's, immer weiter, man trifft andere Gauner, die es auch auf den Ami abgesehen haben, trennt sich wieder von ihnen, landet in einer Party von deutschen Adligen (Totò will wissen, wer denn den verdammten Krieg gemacht hat, nachdem diese alle behaupten, keinen Dienst getan zu haben), am Ende in der Kirche, wo Magnani nochmal ihre "miracolo"-Rufe wiederholen kann - was sie aber nicht vor einem halben Jahr im Knast schützt ... am Ende kommt sie raus, es ist jetzt Sommer, das Duo Magnani/Totò am Tiber mit dem Regenschirm, den Totò mit dem Los von Silvester verbilligt kaufen konnte, die von den Motten zerfressene Stola fliegt in den Fluss, wo ein paar schöne Jungs vorbeirudern ... ein grosses Vergnügen, vor allem dank der drei Hauptdarsteller*innen. Und klar, Gazzara ist synchronisiert - die anderen ja alle auch, aber von sich selbst halt. Dass Filme ohne Live-Ton gemacht werden, wird zu Beginn bei den Dreharbeiten klar, wo zwar alle rumbrüllen, aber auch Leute von der Produktion ständig Anweisungen rufen.
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Dazu im Heimkino:
No Sudden Move (USA 2021) - ich glaub Soderbergh ist immer dann nach meinem Geschmack, wenn er "kleine" Genrefilme macht - also z.B. hier, mit einem period piece, das die Geschichte von ein paar Kleinganoven erzählt (Don Cheadle und Benicio del Toro), die als Handlanger der Spur folgen und Schritt für Schritt das grosse Komplott entlarven, das ihnen eigentlich völlig egal ist (es geht um die - über 20 Jahre lang erfolgreichen - Bemühungen der grossen Autofirmen, die Vorgaben zu Katalysatoren zu unterlaufen). Gedreht wurde mit einer anamorphen Linse, die die Ränder des Bildes stark verzerrt. Anscheinend war zunächst geplant, diese Bereiche später wegzuschneiden, doch soll Soderbergh der Effekt so gut gefallen haben, dass das nicht geschah. Die digitale Glätte der Produktion (inkl. schlechte Blaufilter-Effekte usw.) ist das, was ich kritisieren würde (gerade nach den zwei italienischen Filmen auf 35mm im Kino). Alles viel zu aufgeräumt halt, zumindest bei den Aussenszenen (How ya goin' Baz?) - die ganze Ausstattung bei den Innenszenen fand ich gut gemacht.
L'Heure d'été (FR 2008) - ein re-watch, schöner Ensemblefilm von Olivier Assayas mit einem starken Cast um eine Patriarchin (Édith Scob) und ihre drei Kinder, die sich nach deren Tod um die Hinterlassenschaft kümmern müssen und ihre divergierenden Interessen nicht ein Einklang, ihre eigenen Probleme nicht in den Griff kriegen. Alles von einer eleganten Beiläufigkeit und Menschlichkeit (noch sowas, was dem grossen Kino der letzten Jahrzehnte zu oft entgeht, auch Soderbergh letztlich die meiste Zeit - in diese Plattheitsfalle geht zum Glück Assayas nicht), auch wird nicht ständig alles nicht im Detail auserzählt, was ich auch schätze.
Zuletzt geändert von gypsy tail wind am 06 Apr 2026, 19:02, insgesamt 1-mal geändert.
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #173 – 09.06.2026, 22:00
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Gestern im Kino: On the Occasion of Remembering the Turning Gate (Saenghwalui balgyeon) (KR 2002) - ein früher Film von Hong Sangsoo ... etwas ruppiger, handlungsreicher - aber auch hier schon ein Arschloch, das säuft und sich bemitleidet (und Frauen aufreisst). Glaub richtig was wird das mit Hong und mir nicht, aber ich bin nach wie vor auf Kurs, möglichst alle Filme der Reihe zu sehen, denn an jedem der bisherigen drei ist was dran, was mich angesprochen, wenn nicht fasziniert hat.
Dazu im Heimkino - muss ja zwischen all den (halb) guten Filmen auch mal noch ein paar (halb bis ganz) schlechte sehen:
Eat Pray Love (Ryan Murphy, US 2010)
Moulin Rouge! (Baz Luhrmann, AU/US 2001)
Nach dem Luhrmann-Bashing neulich dran erinnert, dass ich doch noch die Schmonzette mit dem fucking flatscreen und Ethan Hawke im Zwischenspeicher habe ... "Nature Boy" um 1900, klar, aber artifiziell ist ja alles, bunt auch, aber dasselbe wie immer: alles fahl, eingeebnet, geplättet, nur Tempo, kein Schwung. Dann doch lieber ein Feelgood-Biopic mit dem Maul, das so gross ist, dass ich immer Angst hab, es verschluckt mich eines Tages.
Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' - even if it take them fifteen, twenty years. (Thelonious Monk)
Demnächst auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #173 – 09.06.2026, 22:00
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
„Blue moon“
Ich schätze Richard Linklater sehr als Regisseur, zum Beispiel „Boyhood“ oder auch die „Before…“ Trilogie, aber mit diesem Film bin ich überhaupt nicht glücklich geworden. Der Trailer klang eigentlich vielversprechend. Und vielleicht lag es auch nur daran, dass ich seit Samstag bis heute Mittag 48 am Stunden am Stück Migräne hatte – danach bin ich meistens ziemlich ausgelaugt. Es geht um die letzten Monate von Lorenz Hart, der gemeinsame mit Rogers Klassiker wie eben den Titelsong oder My Funny Valentine geschrieben hat. Aber Ethan Hawke in der Hauptrolle redet in den ersten 60 Minuten fast ununterbrochen, noch dazu mit einer wirklich schwer verständlichen und erträglichen Synchronstimme. Vielleicht ist der Film im Original besser, aber ich war mit meiner Freundin im Kino und wir haben halt die deutsche Version gesehen. Ich möchte nicht grundsätzlich davon abraten, frage mich auch, was andere von dem Film halten, aber mir hat er tatsächlich gar nicht gefallen. Keine Wertung, weil es vielleicht einfach mein eigenes Problem war.
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Hab ihn im Original gesehen und fand ihn ziemlich gut. Hawkes Aussprache ist da gar kein Problem, eher die ungelenke Umsetzung seiner (also Harts) geringen Körpergröße.
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Ja, Pulp Fiction ist ein richtiger Kracher und würde auch von mir nach wie vor die Höchstwertung bekommen!FifteenJugglers hat geschrieben: 01 Apr 2026, 14:18
Pulp Fiction (Quentin Tarantino, 1994) 10/10
Über „Pulp Fiction“ ist wahrscheinlich alles schon geschrieben. Ich habe den Film jetzt das erste Mal im Kino und auf einer richtig großen Leinwand gesehen. Für mich immer noch einer der besten Filme der 90er Jahre. Alle Episoden sind stark, aber es ist das Gesamtpaket aus visuellem Style, Popkulturzitaten (Film und anderes), Musik und nicht-linearer Erzählweise, das überzeugt.
Ich habe den Film damals bei Erscheinen in einem großen Kino gesehen. Ich war sofort begeistert ...
... und gleichzeitig irritiert, dass ca. 15% der Zuschauer das Kino vor der Hälfte des Films verlassen haben. So etwas hatte ich vorher noch nie in diesem Umfang erlebt.
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Zuletzt gesehen:

Les Fugitifs - Die Flüchtigen (Regie: Francis Veber - Frankreich, 1986) 6,5/10
Police - Der Bulle von Paris (Regie: Maurice Pialat - Frankreich, 1985) 5,5/10
Bad Teacher (Regie: Jake Kasdan - USA, 2011) 4/10
Him (Regie: Justin Tipping - USA, 2025) 7/10
Harum Scarum (Regie: Gene Nelson - USA, 1965) 4,5/10
Paul McCartney: Man on the Run (Regie: Morgan Neville - Großbritannien/USA, 2025) 8/10
Valiant One (Regie: Steve Barnett - USA, 2025) 4/10
It Happened at the World's Fair (Regie: Norman Taurog - USA, 1963) 4/10
Mandela: Long Walk to Freedom (Regie: Justin Chadwick - Großbritannien/Südafrika, 2013) 6/10
Cuadecuc, vampir (Regie: Pere Portabella - Spanien, 1971) 8,5/10
Play Back [Kurzfilm] (Regie: Pere Portabella - Spanien, 1970) 6,5/10
Accío Santos [Kurzfilm] (Regie: Pere Portabella - Spanien, 1973) 5/10
Nora-neko rokku: Sekkusu hantaa (Regie: Yasuharu Hasebe - Japan, 1970) 7,5/10
O Estranho Mundo de Zé do Caixão (Regie: José Mojica Marins - Brasilien, 1968) 7,5/10
Pere Portabella hängt sich mit seinem Team an die Dreharbeiten zu Jess Francos Nachts, wenn Dracula erwacht und beschwört die in diesem Projekt wohnenden Geister, indem er Francos Film zerlegt: Er saugt ihm die Farbe aus, kidnappt den Ton, schmeißt die Dialoge weg und garniert alles mit An- und Einsichten der Produktion hinter den Kulissen. Eine Art Meta-Making of, gegossen in einen albtraumhaften Essayfilm, der deutlich gruseliger und verstörender wirkt als Francos eigentliche Arbeit. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich E. Elias Merhige bei Cuadecuc, vampir für sein filmisches Werk inspirieren ließ: Die Parallelen auf Bild- und Tonebene zu Begotten und der inhaltlichen Ausrichtung von Shadow of the Vampire sind nicht zu übersehen.
Fun Fact: Der kleine Junge, der Elvis in It Happened at the World's Fair gegen das Schienbein tritt, ist Kurt Russell in seiner ersten Rolle.
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Keramikvasen geh'n jetzt wieder viel leichter kaputt.
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Re: Der letzte Film, den ich gesehen habe
Letzte Woche bei Netflix:
Don't Look Up (Adam McKay, 2021)
Gelungene Persiflage in der Meryl Streep als Präsidentin der USA bereits 2021 Trump auf die Schippe nimmt und auch Musk gekonnt vorhergesagt wird.
Damals hätte man sicherlich gesagt, dass es so nie kommen würde ... heute weiß man .... es geht noch mehr.
Wäre absolut komisch, wenn es nicht unsere heutige Realität so verdammt gut widerspiegeln würde.
Sehenswert!
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Das Leben als Pensionär ist einfach nur geil!