Die besten Konzerte 2026 (so far)

Wo wart Ihr? Wie war's?
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stefane
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Die besten Konzerte 2026 (so far)

Beitrag von stefane »

Dann eröffne ich hier mal für 2026.

Zwei kleine Wünsche hätte ich:
1) Bitte kennzeichnet doch möglichst die neu hinzugekommenen Konzerte in Euren Listen. Sonst wird das - gerade bei den oft sehr umfangreichen Hamburger und Berliner Listen - im Lauf des Jahres recht mühsam.
2) Über das reine Listen und Besternen hinaus würde ich mich über ein paar Worte zu den besuchten Konzerten sehr freuen.
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stefane
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Re: Die besten Konzerte 2026 (so far)

Beitrag von stefane »

01) The Lowest Pair – 14.2.2026 – Schorndorf, Manufaktur ****

Up next: The Hobknobs, Todd Thibaud & Band

Sehr schöner Jahresstart mit einem wunderbaren Konzert von The Lowest Pair in der mit gut 100 Zuhörern überraschend gut gefüllten Schorndorfer Manufaktur.
The Lowest Pair sind ein Folkduo – bestehend aus Kendl Winter aus Olympia/Washington und Palmer T. Lee aus Minneapolis/Minnesota – das einerseits stark rootsorientiert ist, andererseits mit einer gewissen Folk Punk-Attitüde aber nicht in der Vergangenheit verhaftet bleibt. Prägend sind die von beiden gespielten Banjos, die aber nicht im Sinne von "Dueling Banjos" für neue Temporekorde verwendet werden, sondern sich eher leise und oft mit viel Raum zwischen den Noten umeinander bewegen. Für einige Songs wechseln Kendl Winter auch zur elektrischen und Palmer T. Lee zur akustischen Gitarre.
Passend startet das Konzert dann auch mit dem alten Folk Traditional "Hush, Little Baby" a.k.a. "Say, Darling, Say", dem mit "Minnesota, Mend Me" ein Song des 2015er-Albums "The Sacred Heart Sessions" folgt. Auch das kürzlich veröffentlichte neue Album "Always As Young As We'll Ever Be" ist mit einigen Songs in der Setlist vertreten. Stimmlich erinnert mich Kendl Winter an manchen Stellen an die von mir sehr geschätzte Victoria Williams, die Art des Zusammenspiels und die Atmosphäre einiger Songs ist oft nahe bei Gillian Welch und David Rawlings, wobei sich Kendl Winter und Palmer T. Lee die Lead Vocals fast gleichmäßig untereinander aufteilen. Die Songs, bei denen eine oder beide Gitarren zum Einsatz kommen, wirken etwas konventioneller, die Songs mit beiden Banjos haben oft eine prägende Eigenwilligkeit und charmante Ruppigkeit.
Tolles Konzert einer mir zuvor nur eher beiläufig bekannten Band.
****
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Wa der Horst
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Re: Die besten Konzerte 2026 (so far)

Beitrag von Wa der Horst »

1. The Dream Syndicate - 28.01.26 - Spitalkirche, Pfarrkirchen
2. dicht& ergreifend - 04.01.26 - Zum Boaznkäfer, Ottering



Zu 1. Schön war’s. Bude war voll, schon ein paar Tage vor dem Konzert waren alle Tickets weg. Die Band war in Spiellaune und hat über 120 Minuten ein tolles Set gespielt. Publikum war begeistert, auch die, die Dream Syndicate zuvor noch nicht kannten.
Ein rundum gelungener Abend!
Ich habe zu Steve Wynn noch gesagt, dass er beim nächsten Mal mit Gutterball kommen soll.

Zu 2. Ein Konzert im Rahmen einer Konzertreihe zur Rettung des elterlichen Wirtshauses. Mit 400 Leuten mehr als überfüllt. Das Vertrauen in die Holzbalken des Saals und in die Erreichbarkeit der Notausgänge war bei mir nicht so sonderlich groß. Und es wurde klar, woher ein Schwingboden seinen Namen hat. Musikalisch top (wie immer), stimmungsmäßig wohl kaum steigerbar (logisch, ein Heimspiel).
Ja, mei ...
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Gipetto
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Re: Die besten Konzerte 2026 (so far)

Beitrag von Gipetto »

Peter Doherty (21.02.2026 | Hannover, Capitol)

Zu fünft hatten wir Peter am Samstag im Hannoveraner Capitol besucht und waren, nachdem wir ohne Erwartungen in den Abend gegangen sind, wirklich angetan. Pete hat für diese Tour eine starke Band zusammengestellt, die mit The Smiths-Drummer Mike Joyce und und Liam Gallagher/Oasis-Gitarrist Mike Moore prominent besetzt ist. Gitarrist Jack Jones, seines Zeichens hauptamtlich Sänger und Gitarrist der Band Trampolene, hatte offensichtlich die Rolle des Bandeaders inne und konversierte viel mit Doherty. Doherty selbst, begleitet von seiner Frau Katia de Vidas an Keyboard und Orgel, beschränkte sich auf den Gesang, war bei guter Laune, interagierte fröhlich und teilweise auf deutsch mit dem Publikum und vermittelte einen dankbaren Eindruck. Auch wenn er nicht nüchtern wirkte und sich auf der Bühne mit Cocktails versorgen ließ, lieferte er einen fokussierten und sympathischen Auftritt ab, den er mit einer Tageszeitung als Hauptrequisite bestritt.

Das Set war eine bunte Werkschau, die aber insgesamt nur vereinzelte Stücke der Libertines und der Babyshambles beinhaltete. Kern des Gigs war ganz klar sein Solowerk. Die Intensität des Konzertes steigerte sich im Verlaufe des Abends immer weiter - während der letzten halben Stunde war das gesamte Capitol am Tanzen. Meine persönlichen Highlights waren der Babyshambles-Hit Fuck Forever, bei dem das Auditorium völlig außer Rand und Band geriet, und das Smiths-Cover How Soon Is Now?, bei dem die Band einen unfassbar monströsen Groove entwickelte.

Es war ein wirklich toller Konzertabend mit einer fantastischen Band und einem wirklich liebenswürdig-sympathischen Peter Doherty, der sein Talent und seine Fähigkeiten aller Widrigkeiten zum Trotz doch noch in die richtigen Kanäle leiten konnte und endlich mit beiden Beinen im Leben zu stehen scheint. Die zweijährige Tochter und der Familienhund, die nach der Zugabe noch über die Bühne flitzten, zeugten davon. Gerne wieder!

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Einziger Wermutstropfen: Die Vorband(s) haben wir leider verpasst, da wir nicht rechtzeitig aus der Kneipe kamen...
Zuletzt geändert von Gipetto am 23 Feb 2026, 13:31, insgesamt 1-mal geändert.
"Really good music isn't just to be heard, you know. It's almost like a hallucination." (Iggy Pop)
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stardog
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Re: Die besten Konzerte 2026 (so far)

Beitrag von stardog »

Schöner Bericht. Ich freue mich auf heute Abend in der Großen Freiheit.
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August Ramone
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Re: Die besten Konzerte 2026 (so far)

Beitrag von August Ramone »

stardog hat geschrieben: 23 Feb 2026, 12:22 Schöner Bericht. Ich freue mich auf heute Abend in der Großen Freiheit.
Ja, ein toller Bericht. Dortmund war gestern Abend exakt genau so. Hat mächtig Spaß gebracht und gemacht. Später mehr.

Und die Setlist poste ich dann erst morgen hier.



Zuletzt geändert von August Ramone am 24 Feb 2026, 00:36, insgesamt 1-mal geändert.
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August Ramone
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Re: Die besten Konzerte 2026 (so far)

Beitrag von August Ramone »

Dicke dicke Empfehlung. Geht hin wer kann.

Für die User hier die eventuell zum Hamburger Konzert Peter Dohertys gehen:

Vorankündigungstext zu Dortmund:

Peter Doherty
Plus special guests:
Amy Jo And The Spangles
& Charles Bueller

Vor zwanzig Jahren galt Peter Doherty als Inbegriff des selbstzerstörerischen Genies – ein zitternder Held aus Tabloid-Albträumen, ein britischer Rimbaud auf Crack. Heute, mit 46, lebt er im kleinen normannischen Küstendorf Étretat, mit Blick aufs Meer, auf die Klippen – und in ein neues Leben. In seiner Küche duftet es nach Rhabarberkuchen, die Hunde Zeus und Gladys tollen herum, während seine zweijährige Tochter Billie-May auf dem Schoß seiner Frau Katia de Vidas sitzt. „Ich wollte lange Zeit nur raus aus mir selbst“, sagt Doherty, „jetzt will ich einfach nur da sein.“ Dass er „da“ ist – körperlich, geistig, künstlerisch – ist ein kleines Wunder. Der The Libertines-Frontmann, berühmt-berüchtigt für Eskapaden, Prozesse und zerplatzte Versprechen, hat sich in den letzten Jahren zu einem beständigen, fast heiteren Künstler gewandelt. Sein aktuelles Soloalbum „Felt Better Alive“ ist nicht nur ein ironisch gebrochener Titel, sondern eine nüchterne Bilanz eines Lebens, das vom Abgrund zurückgekehrt ist. Es ist ein Album voller kleiner, poetischer Miniaturen: Lieder über Apfelbäume und Kinderlieder, über Meerpfarrer und Mississippi-Träumer, durchzogen von Humor und Zärtlichkeit. Entstanden ist es in der Normandie, in jenem Haus, das einst Katias Großvater gehörte. „Ich habe in dem Raum geschrieben, in dem man das Meer atmen hört“, erzählt Doherty. Man spürt in diesen Songs, dass sie nicht aus der Großstadt kommen, sondern aus einem Alltag, der auf Spaziergänge, Stille und den Rhythmus eines Kindes gebaut ist. Produziert von Mike Moore (Liam Gallagher), gespielt mit einer Band, die so britisch und so erfahren ist wie ein Musikgeschichtsbuch: Mike Joyce von The Smiths am Schlagzeug, Mark Neary (Baxter Dury) an Bass und Pedal Steel, Jack Jones (Trampolene) an der Gitarre und Katia selbst an den Keyboards.
„Ich schreibe wieder, weil ich Lust darauf habe, nicht weil ich muss“, sagt Doherty. Der Junkie-Mythos ist passé, geblieben ist ein Songwriter mit Witz, Wärme und erstaunlicher Disziplin. Und doch – das alte Feuer glimmt, wenn er auf die Bühne tritt. Denn dort, im Licht und Schweiß, lebt Peter Doherty wieder auf. 2025 tourte er quer durch Europa, spielte ausverkaufte Clubs und Festivals, seine Stimme heiser, aber hell, sein Charisma ungebrochen. Inmitten der Melancholie seiner neuen Songs blitzt das alte, anarchische Funkeln auf, wenn er Klassiker wie „Don’t Look Back into the Sun“ oder „Albion“ anstimmt. Er lächelt, wenn das Publikum jeden Vers mitsingt – eine Generation, die mit ihm erwachsen wurde und ihn doch nie aufgegeben hat. Die Konzerte seiner neuen Band sind ein paradoxes Vergnügen: zärtlich und ungestüm zugleich, getragen von Dohertys lakonischem Humor.
Zwischen zwei Songs erzählt er Geschichten von Hunden im Bandbus, von Schlafmangel und von dem Glück, das entsteht, wenn seine Tochter auf der Bühne die Trommeln entdeckt. Es ist, als hätte sich der rastlose Romantiker mit der Welt versöhnt – und mit sich selbst. Wer ihn heute live erlebt, spürt die Verwandlung. „Felt Better Alive“ ist mehr als ein Comeback – es ist ein Zeugnis von Reife und Überleben, eine Einladung, an das Gute im Chaos zu glauben. Und das Beste: Diese neue Gelassenheit bringt Doherty im Frühjahr 2026 auch wieder nach Deutschland. Für vier Konzerte kehrt er mit seiner Band zurück – mit Songs aus „Felt Better Alive“, Klassikern von The Libertines und Babyshambles, und vielleicht, wer weiß, einem kleinen Augenzwinkern an die Smiths.
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August Ramone
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Re: Die besten Konzerte 2026 (so far)

Beitrag von August Ramone »

T
Zuletzt geändert von August Ramone am 24 Feb 2026, 00:35, insgesamt 3-mal geändert.
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August Ramone
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Re: Die besten Konzerte 2026 (so far)

Beitrag von August Ramone »

Test 2
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Re: Die besten Konzerte 2026 (so far)

Beitrag von sparch »

01 Derya Yıldırım & Grup Şimşek - Reutlingen, franz.K (06.02.2026)

Sehr schöner Konzertauftakt im Reutlinger franz.K. Neben Eigenkompositionen spielen Derya Yıldırım und ihre Band alte türkische Volkslieder in einem Mix auf 70er Funk und Psychedelic. Neben dem Gesang spielt Yıldırım auch Bağlama, die türkische Langhalslaute, und sorgt damit für orientalisches Flair. Für psychedelische Sounds sorgte vor allem Graham Mushnik an den Tasten, der zwischen Orgel und Synthesizer wechselte und auch gleich noch den Bass übernahm.

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