
Don Ewell - A Jazz Portrait of the Artist
ab hier hat meine Sammlung Lücken, Halcyon 106 fehlt mit, Duette von McPartland und Teddy Wilson, Chiaroscuro 106 hingegen hab ich, die letzte Veröffentlichung, an der Sherman Fairchild beteiligt war, aufgenommen im August 1970... Tatsächlich gehört noch ein drittes Label ins Bild, wenn man die frühe Geschichte von Halcyon und Chiaroscuro erzählen will:
Fat Cat's Jazz, das Label von Hank O'Neals Freund dem Buchhalter Johnson "Fat Cat" McRee, bei dessen Produktionen O'Neal in den späten 60ern beteiligt war. Optisch gehört Chiaroscuro 106 eher in die Nähe von Fat Cat Produktionen wie Fat Cat Jazz 104 oder Fat Cat Jazz 107, cover designs alle von O'Neal selbst:
während andererseits Fat Cat 109 durch die Zeichnung von Leo Meiersdorff aussieht wie ein verirrtes Chiaroscuro Album...
tatsächlich war es sogar so, dass ein paar Tracks von Fat Cat 109 in Sherman Fairchilds Heimstudio aufgenommen wurden, weil die ursprünglichen Sessions nicht ergiebig genug gewesen waren (
hier erzählt O'Neal ein bisschen von dem Tag, sie mussten vor der Session noch Eddie Condon nach Hause fahren, der bei einer Part am Vorabend sehr viele Getränke mitgenommen hatte, Don spülte im Auto den Whisky versehentlich mit Wodka nach, es gab aber trotzdem fünf Sterne von Downbeat als das Album fertig war) ... während andererseits Fat Cat 109 in der Collage auf Chiaroscuro 106 zu sehen ist...
Ich find es immer nicht so einfach, über traditionellen Klavierjazz zu schreiben... wenn alles gut läuft so wie auf "A Jazz Portrait of the Artist" dann funkelt die Musik auf eine ganz bestimmte Art... Ewell (1916-1983) ist gerade so eben alt genug, dass es nicht ganz fair ist, ihn nur als Teil des Dixieland Revivals zu sehen... Er war eher eine Art jüngerer Bruder, als schon Teil der nächsten Generation... Fairchilds Vorschlag für das Album war scheinbar eine Art Joe Sullivan (1906-1971) Tribute zu machen, es ist am Ende doch ein bisschen anders gekommen, Ewell erinnert sich auch an andere ältere Pianisten wie James P Johnson, Willie The Lion Smith und Fats Waller... ein Tribute an seiner Vorbilder ist es geworden...