Samstag:
John Lee Hooker - Boom Boom (1992) *** 1/2
Aus der Serie der Alben seines verdienten Comebacks Anfang der 90er. Es knarzt und rumpelt in toller Aufnahmequalität. Natürlich, wie ja genretypisch, viel Wiederverwertung, aber ein schönes Alterswerk in toller Form.
Eric Clapton - Unplugged (1992) ** 1/2
Tolle akustische Gitarre, aber bei aller Anerkennung für mich doch mehr Kunsthandwerk als authentische Kunst. Sorry.
Ali Farka Toure - The Source (1992) **** 1/2
Mein Lieblingsalbum von AFT. Hier hat er seine Position zwischen Mali und den Einflüssen der übrigen Welt gefunden und scheint sich dort wohlzufühlen. Es ist halt eine Gratwanderung, das auszubalancieren - wie die folgenden Jahre dann zeigen sollen, wo auf das "amerikanische" Album dann abrupt wieder eine stärkere Orientierung auf die Wurzeln erfolgt, Das ist alles spannend und toll, aber hier kommt es für mich optimal zusammen.
Neil Young - Harvest Moon (1992) ***
Ich liebe Neil Young bei seinen endlosen zerdehnten Gitarrenjams, wenn er sich quasi in Ekstase spielt. Ich liebe auch die folkigen Songs aus den 70ern, die hier ja als Referenz dienen. Aber diese Platte strahlt für mich eine falsch verstandene Nostalgie nach früheren, besseren, unschuldigeren Zeiten aus. Von den ja gerade NY wissen sollte, dass sie nur früher, aber sicher nicht besser und unschuldiger gewesen sind. Und ja, der Hundesong

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P.S. "Dreamin' Man" und "Natural Beauty" sind wirklich wunderschön gelungen. Und auch das programmatische "One of These Days". Und *** sind bei mir ja jetzt auch nicht wirklich schlecht.
Bruce Springsteen - Human Touch (1992) *
Bruce Springsteen - Lucky Town (1992) ***
Nun zu den richtig schwachen Alben aus 1992, offensichtlich bin ich leicht masochistisch veranlagt. Zunächst als Tiefpunkt das schwächste Springsteen-Album überhaupt, ein Sammelsurium meist uninspirierter Songs aus einer Zeit der privaten Krise, des Umbruchs und des Neuanfangs. Das dieser erfolgreich werden wird, davon singt dann "Lucky Town" mit erheblich stimmigerem Aufbau und vielen guten Songideen und einer homogenen, den Songs angemessenen Produktion. Auf "Human Touch" dagegen leiden selbst gute Songansätze durch eine glatte und überflüssig sterile Produktion. Und jeder schnellere Song mit dem gleichen nervigen Schlagzeugsound.
Little Village - Little Village (1992) * 1/2
Eine "Supergroup" mit Ry Cooder, Nick Lowe, Jim Keltner und John Hiatt, die hier aber leider kein Super-Album vorlegen. Selbst Nick Lowe soll zugegeben haben, daß das Album nichts taugt. Recht hat er. Weder ein Großteil der Songideen noch der teilweise eingebaute humorige Ansatz funktionieren.
Snarky Puppy - groundUP (GroundUp Music, rel. 2012, rec. 2011) ***
Dieses ursprünglich texanische Jazz-Fusion Kollektiv habe ich auch schon seit einigen Jahren nicht mehr gehört. Eigentlich seit ich sie damals 2017 in Hamburg bei Elbjazz live gesehen hatte und doch etwas enttäuscht war. Das reflektierte sich auch in *** Ratings.
"groundUP" changiert zwischen reichlich konventionellen Klängen und etwas schrägeren Einschüben, letztere zeigen Humor und musikalisches Können. Fave ist hier der Schlußtrack mit seinen abgedrehten New Orleans-Sounds.
Snarky Puppy - We Like It Here (RopeaDope, rel. 2014, rec. 2013) ****
"We Like It Here" wirkt etwas stärker durcharrangiert und komplexer in den musikalischen Einflüssen und Zitaten. Starkes Zusammenspiel - nur die Streicher im eher klassisch basierten "Kite" hätte es für mich nicht gebraucht. Genial das Synth-Solo von Cory Henry im Schlußstück "Linus", das wohl zu einiger Bekanntheit gekommen ist. Beim Wiederhören gibt es einen Stern mehr.
Snarky Puppy - Sylva (mit Metropole Orkest) (Impulse, rel. 2015, rec. 2014) ****
Jetzt eine ganze Platte mit Streichern, aber das funktioniert besser, organischer als auf dem Einzeltrack zuvor, da hier die ganzen Arrangements und die Gesamtkomposition als zwei Suiten darauf ausgerichtet ist. Das ist hier aber auch etwas das Problem der Platte - das Ganze wirkt zu strukturiert und es fehlen mir die freien Elemente. Trotzdem auch hier einen Stern mehr als vorher.