Tenor Titans - Das Tenorsaxophon

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Friedrich
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Tenor Titans - Das Tenorsaxophon

Beitrag von Friedrich »

Die Meister des Tenorsaxophons, die Götter, Giganten und Titanen bitte hier hereinspaziert!

Ich hatte mich in den letzten Jahren sehr für Saxofonisten wie Coleman Hawkins, Ben Webster, Lester Young und Don Byas am Tenor oder Johnny Hodges am Alt begeistert. Eigentlich will ich inzwischen ja von diesen alten Meistern etwas loskommen. Aber es stand noch das eine oder andere Album auf der Wunschliste, war entweder nicht erhältlich oder nur zu einem unerschwinglichem Preis. Und so konnte ich nicht widerstehen, als diese Kombination von bande dessinée (deutsch: Comic) und 2 CDs günstig im Angebot war – erst recht nicht, wenn gleichzeitig noch was anderes plötzlich günstig beim gleichen Anbieter aufpoppt - aber dazu an anderer Stelle. Da zuckt der Mausfinger reflexartig und klickt auf „jetzt bestellen“.

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Lionel Pailler – Don Byas (2006)

Ein 24-seitiger Comic über Don Byas mit zusätzlich zwei CDs mit Musik von Don Byas oder umgekehrt, 2 CDs mit 20 Aufnahmen von 1941-46 aus NYC und 20 Aufnahmen aus Paris von 1947-1951 von Don Byas plus Comic Biografie. Der Comic ist etwas knapp gehalten, außerdem auf Französisch, was ich nur bruchstückhaft verstehe. Muss wohl mal die KI bemühen. Soweit ich es verstehe geht es um die Einsamkeit des Expats Don Byas in Paris, der sich dort als Fremder fühlt, während er in seiner Heimat, den USA, in Vergessenheit gerät. In jedem Fall schön athmosphärische Zeichnungen. Die beiden CDs sind auch durchgehend gut, sogar mit diskografischen Angaben. Vieles davon kenne ich schon, aber einiges ist mir neu, z.B. frühe Aufnahmen mit Count Basie und Dizzy Gillespie. Klingt in den meisten Fällen vertraut im besten Sinne. Keine Überraschungen, aber Don Byas rührt mich immer wieder von neuem an. Gefühlvoll, warm, geschmeidig, charmant, verführerisch und schamlos erotisch!Von Don Byas höre ich selbst so einen alten Gassenhauer wie Night & Day gerne. Schön, das zu haben!



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Bande dessinées haben im franko-belgischen Raum einen ganz anderen Status als Comics in Deutschland. Aber auch hier hat sich in den letzten Jahrzehnten (!) viel getan. Ich selbst bin seit meiner Kindheit ein Freund der 9. Kunst und habe dadurch einen selbstverständlichen Zugang dazu.
Vom gleichen Verlag gibt es auch Ausgaben über Billie Holiday, Thelonious Monk, Billy Strayhorn, B.B. King uvam.
„Für mich ist Rock’n’Roll nach wie vor das beste Mittel, um Freundschaften zu schließen.“ (Greil Marcus)